1. Sektorübergreifende Qualitätssicherung

Auf Antrag des Vorstands der Bundesärztekammer (Drucksache VI - 02) fasst der 111. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 111. Deutsche Ärztetag begrüßt die Weiterentwicklung der externen vergleichenden Qualitätssicherung in Richtung eines sektorübergreifenden Verfahrens. Aufbauend auf den langjährig mit ärztlichem Sachverstand aufgebauten Strukturen auf Bundes- und Landesebene kann jetzt die Gelegenheit einer Verschlankung des Verfahrens unter Beachtung von Datensparsamkeit und erweiterter Routinedatennutzung umgesetzt werden. Ziel muss eine ergebnisorientierte Qualitätssicherung sein, die zugunsten einer optimierten Patientenversorgung den Focus auf Problembereiche lenkt.

Gleichzeitig sind methodische Schlüsselelemente für die Qualitätsberichterstattung weiterzuentwickeln, wobei im Bereich der stationären Versorgung die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) mit dem QUALIFY-Instrument zur Bewertung von Qualitätsindikatoren bereits Maßstäbe gesetzt hat. Im Qualitätswettbewerb wird dem Verfahren der sektorübergreifenden Qualitätssicherung eine Schlüsselfunktion zukommen. Bereits jetzt stellen die Veröffentlichungen der BQS-Ergebnisse in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar. Zur Sicherung der eigenen Marktposition wird die Darlegung der eigenen Qualität zukünftig für alle Leistungserbringer unverzichtbar sein.

Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter den bisher sektoral zuständigen Einrichtungen auf Bundes- und Landesebene ist vorhanden; es liegt jetzt vor allem in der Verantwortung des Gemeinsamen Bundesausschusses, seine Richtlinienkompetenz im Sinne eines produktiven Miteinanders einzusetzen. Ausschließlich akademisch entwickelte Qualitätssicherungsmaßnahmen ohne klinische Expertise sind zu vermeiden, sie werden an der Versorgungsbasis keine Akzeptanz erfahren und vor Ort keinen Nutzen stiften.