2. Sicherung der psychosomatischen Gespräche in der hausärztlichen und fachgebundenen psychotherapeutischen Praxis

Auf Antrag von Herrn MR Dr. med. Scheerer, Herrn Dr. med. Heister, Frau Dr. med. Groß MA und Frau Löber-Kraemer (Drucksache VI - 15) beschließt der 111. Deutsche Ärztetag:

Der Vorstand der Bundesärztekammer wird beauftragt, auf die Entscheidungsträger (Kassenärztliche Bundesvereinigung und Spitzenverbände der Krankenkassen) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) 2008 dahingehend Einfluss zu nehmen, dass die psychosomatischen Gespräche mit gesetzlich versicherten Patienten in der Hausarztpraxis und in der fachgebundenen psychotherapeutischen Praxis als Einzelleistung außerhalb der Versicherten- bzw. Grundpauschale ausreichend honoriert werden.

Begründung:

Die "verbalen Interventionen bei psychosomatischen Krankheitszuständen" werden durch die Aufnahme in die Pauschalisierung nicht mehr ausreichend honoriert. Zumal sie gemäß den Psychotherapie-Richtlinien zeitgebunden sind. Es ist absurd, dass damit psychosomatisch-psychotherapeutische Leistungen, die nur von entsprechend qualifizierten Ärzten erbracht werden dürfen, nicht als spezifische Leistungen außerhalb der Versorgungsroutine anerkannt werden. In Anbetracht eines geringen Qualitätszuschlages als Feigenblatt in der pauschalisierten Vergütung werden die für die heilsamen Begegnungen wichtigen und beziehungsfördernden Gespräche rar werden.

Im Ulmer Papier wird dazu formuliert: "Für die Patientinnen und Patienten steht die individuelle Zuwendung des Arztes im Vordergrund. Sie erwarten nicht nur Fachkompetenz und eine dem jeweiligen Stand der Wissenschaft entsprechende Anwendung medizinischer Möglichkeiten und Erkenntnisse bei Diagnostik und Therapie in ihrem persönlichen Krankheitsfall, sondern vor allem auch Zeit und Menschlichkeit in ihrer Begegnung mit dem Arzt".