4. Erhalt des Zwei-Säulen-Systems (GKV und PKV)

Der Antrag von Herrn Dr. Müller (Drucksache I – 04) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Die Deutsche Ärzteschaft stellt mit Besorgnis fest, dass sich die Marktführer der privaten Krankenversicherung (PKV) wie die Konzerne Allianz, Axa und Münchner Rück aus reinem Profitdenken aus dem bewährten „Zwei-Säulen-System“ mit ge­setzlicher Krankenversicherung (GKV) und PKV zurückziehen. Der 112. Deutsche Ärztetag fordert daher den Verband der Privaten Krankenversicherung auf, sich bei seinen Mitgliedsunternehmen nachhaltig für die Beibehaltung des dualen Kranken­versicherungssystems einzusetzen.

Während sich die Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) und auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bei einem kürzlich in Berlin durchgeführten Workshop für den Erhalt des parallelen Versicherungssystems aus GKV und PKV eingesetzt haben, ebnen die genannten Versicherungskonzerne aus Gründen der Gewinnmaximierung bewusst den politi­schen Weg in die Einheitsversicherung mit. Sie übersehen dabei, dass das Haupt­problem des deutschen Gesundheitswesens nicht die Zweiteilung des Versiche­rungssystems ist, sondern die fehlende vernünftige Finanzierungsgrundlage für die gesetzliche Krankenversicherung.