3. Weiterentwicklung der Weiterbildung

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. Botzlar, Herrn Dr. Emminger, Herrn Dr. Gehle, Herrn PD Dr. Scholz und Herrn Dr. Ungemach (Drucksache V – 06) beschließt der 112. Deutsche Ärztetag:

Der 112. Deutsche Ärztetag fordert die Ärztekammern auf, die Chancen der Evaluation zu nutzen. Überprüfung und Weiterentwicklung der ärztlichen Weiter­bildung sind bei Erhalt ihrer guten Zugänglichkeit Daueraufgaben der Kammern. Viele Ärzte beklagen allerdings auch eine gewisse Realitätsferne in den Anforderungen der Weiterbildungskataloge. Der 112. Deutsche Ärztetag begrüßt die Ansätze der Bundesärztekammer zur Evaluation der Weiterbildung und fordert, diese kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die bisher eher passive generelle Kontrollhaltung sollte sich in eine aufsuchende Förderung und Kontrolle der Weiterbildung vor Ort durch eine kontinuierliche Strukturqualitätssicherung wandeln.

Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern werden aufgefordert, Konzepte vorzubereiten, wie die Ergebnisse der Evaluation direkt in der Weiter­bildung vor Ort umgesetzt werden können.

In einem ersten Schritt müssen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Neben dem Bund /Ländervergleich sollte bei den Landesärztekammern den Weiterbildern die Möglichkeit zum regionalen Vergleich und zur Veröffentlichung ihrer Ergebnisse auf geschützten Webseiten gegeben werden.

Geeignete Weiterbilder und geeignete Weiterzubildende könnten auf Dauer so zueinanderfinden.

Im zweiten Schritt sollten die Beteiligten vor Ort die Ergebnisse in einem strukturierten Dialog besprechen. Die Landesärztekammern müssen für die dringend notwendige Unterstützung vor Ort sorgen, durch

  • Patenschaften für Weiterbildungsstätten,
  • Tutorien,
  • Beratungen der Ergebnisse in Fachgruppen,
  • Schulungen,
  • Visitationen.

Bei der Umsetzung der Ergebnisse im dritten Schritt hält der 112. Deutsche Ärztetag es für sinnvoll,

  • Modelle optimaler stationärer Versorgung im Dreiklang Weiterbildung, Ökonomie, Patientenversorgung vor Ort,
  • Weiterbildungsverträge – verabredete Zeit, Struktur, Inhalt –,
  • Förderprogramme für die persönliche Eignung des Weiterbilders,
  • Konzepte zur Weiterbildung im Team vor Ort

zu entwickeln.

Da Weiterbildung immer häufiger im Verbund und auch kammerübergreifend stattfindet, hält der 112. Deutsche Ärztetag viertens für sinnvoll:

  • eine bundeseinheitliche Meldepflicht der Weiterbildungsassistenten mit Erhebung der vier „W“: wer, welche, wie viele Jahre, wo;
  • eine Harmonisierung der föderalen Logbücher der Weiterbildung.