1. Keine Einführung eines Bachelor-/Masterstudiengangs in der Medizin

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VIII – 17) fasst der 112. Deutsche Ärztetag mit großer Mehrheit folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag lehnt die Einführung einer Bachelor-/Masterstruktur in der Medizin ab. Das einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit dem Abschluss "Staatsexamen" muss erhalten bleiben, da

  • die konsequente Umsetzung der neuen Approbationsordnung an den Medizinischen Fakultäten alle Möglichkeiten bietet, um im Rahmen eines einstufigen Studiengangs die notwendigen Reformen u. a. in Bezug auf Mobilität, Flexibilität und Anrechenbarkeit von Studienabschnitten zu realisieren;
  • die EU-Richtlinie 2005/36/EG (zuvor 93/16/EWG) die gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse in der Medizin regelt und somit bereits ein Höchstmaß an Mobilität garantiert ist;
  • der Bachelor in der Medizin keinen berufsqualifizierenden Abschluss darstellt;
  • die neuesten Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2008 veröffentlichten 10. Studierendensurveys belegen, dass es in den Studiengängen, welche Bachelor-/Masterstudiengänge bereits eingeführt haben, zur „Bologna-Ernüchterung“ (z. B. hohe Abbruchquote) gekommen ist.

Das in diesem Zusammenhang durch die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin (Deutscher Hochschulverband, Bundesärztekammer, Arbeitgsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Medizinischer Fakultätentag, Marburger Bund sowie Bundesvereinigung der Landeskonferenz ärztlicher und zahnärztlicher Leiter von Kliniken, Instituten und Abteilungen der Universitäten und Hochschulen Deutschlands) geforderte Bologna-Moratorium für noch nicht umgestellte Studiengänge wie Medizin und Rechtswissenschaften wird vom Deutschen Ärztetag nochmals bekräftigt.