7. Praktisches Jahr in allgemeinmedizinischen Lehrpraxen

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VIII – 20) fasst der 112. Deutsche Ärztetag mit großer Mehrheit folgende Entschließung:

Seit Inkrafttreten der neuen Approbationsordnung für Ärzte am 1. Oktober 2003 kann ein Tertial (vier Monate) des Praktischen Jahrs (PJ) in geeigneten allgemein­medizinischen Praxen absolviert werden.

Regelmäßige Evaluationen belegen die hohe Zufriedenheit bei den Studierenden und den Lehrärztinnen und -ärzten mit dieser Form der praktischen Ausbildung.

Für die Lehrpraxen ist mit der 1:1-Betreuung der PJ-Studierenden ein hoher Aufwand verbunden:

  • PJ-Studierende benötigen ein eigenes Sprechzimmer sowie eine Handbibliothek.
  • Durch die Ausbildung und Supervision der Studierenden verlangsamen sich Routinearbeiten in der hausärztlichen Praxis.
  • Rund 60 Minuten am Tag sind erforderlich für fallorientierte Besprechungen mit dem Praxisinhaber.
  • Die Lehrärztinnen und Lehrärzte müssen sich für ihre Lehrtätigkeit qualifizieren und entsprechend fortbilden.

Durch die zusammenhängende Tätigkeit von vier Monaten lernen die Studierenden die klinisch-praktische Tätigkeit eines hausärztlich tätigen Arztes kennen. Dies kann die spätere Berufswahl beeinflussen und so zur Sicherung des hausärztlichen Nachwuchses beitragen.

Der Deutsche Ärztetag fordert die medizinischen Fakultäten auf, den allgemein­medizinischen Lehrpraxen eine angemessene Aufwandsentschädigung zu zahlen.