2. Regionale Weiterbildungsverbünde für Allgemeinmedizin gründen

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VIII – 22) unter Berücksichtigung der Anträge von Frau Dr. Gitter (Drucksache VIII – 22a) und von Herrn Dr. Fischbach, Herrn Stagge, Herrn Dr. Ramm und Herrn Dr. Harb (Drucksache VIII – 22b) fasst der 112. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der drohende Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten macht es notwendig, hierfür die Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte zu verbessern.

Gerade im Fach Innere und Allgemeinmedizin stellen die für eine fundierte Weiterbildung erforderlichen Wechsel zwischen verschiedenen Weiterbildungsstätten einen erheblichen organisatorischen Aufwand für die Weiterzubildenden dar.

Regionale Weiterbildungsverbünde können durch die Organisation der individuellen Weiterbildung und des spezifischen Rotationsplans für die einzelnen Ärztinnen und Ärzte, der Gewährleistung einer breit fundierten Weiterbildung auch in patientennahen kleineren Fächern und der fachlich-kollegialen Begleitung durch Tutoren die Weiterbildung erleichtern sowie inhaltlich verbessern und so mit dazu beitragen, die Attraktivität der allgemeinmedizinischen Weiterbildung zu erhöhen.

Der Deutsche Ärztetag appelliert an die zugelassenen ambulanten und stationären Weiterbildungsstätten und befugten Ärztinnen und Ärzte, für die allgemeinmedizinische Weiterbildung auf die Unterstützungsangebote der Landesärztekammern zurückzugreifen und flächendeckend regionale Weiterbildungsverbünde zu gründen. Darüber hinaus sollten – sofern eine Befristung des Arbeitsvertrages zum Zwecke der Weiterbildung vorgesehen ist – längerfristige Verträge mit der Möglichkeit der fakultativen Ergänzung der Weiterbildung durch das Kennenlernen weiterer (Wahl-)Fächer angeboten werden.

Die Landesärztekammern werden gebeten, hierfür zuständige Ansprechpartner in den Landesärztekammern den Weiterbildungsbefugten zu benennen und aktiv auf diese zuzugehen.

Die Ständige Konferenz "Ärztliche Weiterbildung" wird aufgefordert, in der Weiterbildungsordnung Strukturen zu entwickeln, um die Förderung der hausärztlichen Weiterbildung zu unterstützen. Es sind die erforderlichen Voraussetzungen zu prüfen und falls sinnvoll, Regularien zu entwickeln. Hierüber soll auf dem 113. Deutschen Ärztetag Bericht erstattet werden.