3. Persönlichkeitsrechte von Kindern in den Medien stärken

Auf Antrag von Herrn Dr. Fischbach, Herrn Dr. Voigt, Herrn Dr. Bolay und Frau Frei (Drucksache VIII – 79) fasst der 112. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag stellt mit großem Befremden fest, dass die Persönlichkeitsrechte von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern durch Werbeaktionen und den Auftritt in zu hinterfragenden Fernsehproduktionen massiv (Eltern auf Probe) verletzt werden. Der Deutsche Ärztetag fordert die Medien und Werbeagenturen auf, mehr Sensibilität im Umgang mit Kindern und ihren Rechten zu entwickeln. Das Wohl der Kinder muss in jedem Fall oberste Priorität vor kommerziellen Interessen haben.

Die deutsche Ärzteschaft setzt sich stets, zuletzt auch auf dem 110. Deutschen Ärztetag in Münster, für das Kindeswohl ein. Sie sieht diese Bemühungen durch eine öffentlichkeitsheischende "Zurschaustellung" von Kindern in TV- und Werbeproduktionen als gefährdet an. Die Bindungsforschung zeigt, dass die kindliche Entwicklung in einem sensiblen und ohnehin sehr störungsanfälligen Kontext erfolgt. Ein unsensibler Umgang mit Kindern in Werbung und Medien, der Erkenntnisse der modernen Bindungsforschung völlig missachtet, muss unbedingt vermieden werden, um ein potentielle Traumatisierung der Kinder zu vermeiden.