3. Neustrukturierung familienfreundlicher Krankenhäuser

Auf Antrag von Frau Prof. Dr. Henneberg, Frau Dr. Mieke, Frau Dr. Johna und Frau Dr. Illies (Drucksache VIII – 69) beschließt der 112. Deutsche Ärztetag:

Die Landesärztekammern mögen darauf hin wirken, dass insbesondere bei neu entstehenden Krankenhäusern sowie der Errichtung neuer Kliniken an Krankenhäusern, die die Zulassung als Weiterbildungsstätte haben oder anstreben, eine familienfreundliche Gestaltung erfolgt, wie sie in der Deutschen-Ärztinnenbund-Checkliste "Das familienfreundliche Krankenhaus" benannt ist. Dies umfasst insbesondere die Forderung der Einrichtung von einer klinikeigenen Kinderbetreuung bei geplanten Neugestaltungen von Krankenhäusern.

Der ärztliche Beruf bringt eine hohe arbeitszeitliche Belastung zu Unzeiten mit sich, in denen die übliche, d. h. öffentliche Kinderbetreuung in der Regel nicht gewährleistet ist. Zur Sicherung des qualifizierten, d. h. fachärztlich weitergebildeten Nachwuchses, sind familienfreundliche Neustrukturierungen an Krankenhäusern dringend erforderlich. Insbesondere Ärztinnen, aber auch zunehmend Ärzte sind nicht in der Lage und auch nicht willens, ihre Weiterbildung erfolgreich abzuschließen bzw. ihren Beruf in der Klinik längerfristig auszuüben, wenn die Versorgung des eigenen Nachwuchses nicht gewährleistet ist. Hierdurch entstehende längere Elternzeiten seien am Rande bemerkt. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass qualifizierter Nachwuchs gänzlich in andere Berufszweige ausweicht.

Ein Verharren auf familienunfreundlichen Klinikstrukturen kommt, insbesondere bei der zunehmenden Zahl erfolgreicher weiblicher Absolventen, einem Nichterkennen und einer Geringschätzung des heute bereits vorhandenen Potentials ärztlicher Arbeitskraft gleich. Dem ist entschieden entgegenzutreten.