2. Keine Laissez-faire-Haltung bei der Verhütung von HIV-Infektionen

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VIII – 37) fasst der 112. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Die medizinische Versorgung und die Lebensqualität für HIV-Infizierte und Aids-Erkrankte haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert und zu einer deutlich höheren Lebenserwartung geführt. Dies ist vor allem auf die verbesserte antiretrovirale Therapie zurückzuführen. Der Deutsche Ärztetag weist jedoch darauf hin, dass es dennoch keine Entwarnung bei der HIV- und Aids-Problematik geben kann. Auch wenn der Ausbruch der Krankheit durch Medikamente verzögert und die Symptome gelindert werden können, existiert bis heute keine Therapie, mit der HIV bzw. Aids geheilt werden können.

Der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr ist bisher die einzige Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus zu schützen und die Verbreitung der Krankheit zu verhindern.

Daher dürfen die Bemühungen bei der HIV/Aids-Prävention nicht nachlassen, sondern müssen intensiviert und zielgruppenspezifisch weiterentwickelt werden.

Durch die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten ging die Zahl der Aids-Neumanifestationen und der Aids-Todesfälle in Deutschland seit 1995 zurück. Die Zahl der HIV-Infektionen ist dagegen seit dem Jahr 2000 kontinuierlich angestiegen und lag bei ca. 3000 Personen im Jahr 2008. Nach aktuellen Schätzungen liegt die Zahl der Menschen, die derzeit mit HIV/Aids in Deutschland leben bei ca. 63.000.

Dennoch ist bei der Bevölkerung ein zunehmend sinkendes Problembewusstsein zu verzeichnen. HIV-Infektionen und Aids werden nicht mehr als tödliche Bedrohung, sondern als behandelbare Krankheit angesehen. Diese Entwicklung zeigt, dass verstärkte Anstrengungen in der HIV- und Aids-Prävention, aber auch eine frühzeitige Diagnostik sexuell übertragbarer Krankheiten und von HIV-Infektionen unerlässlich sind.