6. Expertise Arzneimittelforschung: Offenlegung von Interessenkonflikten

Auf Antrag von Frau Dr. Gitter (Drucksache VIII – 60) fasst der 112. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Angesichts der Ergebnisse der aktuell vorgelegten Expertise über den "Einfluss der pharmazeutischen Industrie auf die wissenschaftlichen Ergebnisse und die Publikation von Arzneimittelstudien" fordert der Deutsche Ärztetag das Bundesgesundheitsministerium auf zu prüfen, inwieweit die gesetzliche Grundlage geschaffen bzw. erweitert werden muss, damit der öffentliche Zugang zu Daten aus klinischen (Arzneimittel-)studien gewährleistet ist. Negative wie positive Ergebnisse müssen gleichermaßen veröffentlicht werden.

Interessenkonflikte müssen bei allen Veröffentlichungen und Vorträgen offen gelegt werden. Dies gilt insbesondere auch für Referenten bei zertifizierten ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen. Der Deutsche Ärztetag fordert, dass auf Verstöße konsequent reagiert werden muss; die Veröffentlichung des Interessenkonfliktes muss in solchen Fällen nachgeholt werden. Die Ärztekammern werden aufgefordert, Veranstaltern und Referenten, die sich an das Gebot der Veröffentlichung eines Interessenkonfliktes nicht halten, zukünftig bundesweit und bundeseinheitlich keine Anerkennung/Zertifizierung ihrer Fortbildungsveranstaltungen zu erteilen. Die Ärztekammern müssen sich hierüber wechselseitig untereinander informieren.