Zu Punkt II der Tagesordnung: Versorgungsforschung

1. Konsolidierung des Erfolgs der Förderinitiative zur Versorgungsforschung der Bundesärztekammer1. Konsolidierung des Erfolgs der Förderinitiative zur Versorgungsforschung der Bundesärztekammer

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache II - 01) beschließt der 113. Deutsche Ärztetag mit großer Mehrheit:

Ausgehend vom Erfordernis, die Vielfalt des Versorgungsgeschehens im Gesundheitswesen kontinuierlich zu analysieren und rational zu steuern, bekräftigt der Deutsche Ärztetag die Notwendigkeit der Versorgungsforschung (vgl. Beschlüsse des 108. Deutschen Ärztetages 2005, Drucksache III-01).

Die Ärzteschaft sieht sich vor dem Hintergrund der forschungspolitischen Absicht der neuen Bundesregierung, nach der dieser Forschungszweig einer besonderen Unterstützung bedarf, bestätigt, die Versorgungsforschung nachhaltig zu fördern.

Das lebhafte Interesse weiter Teile der wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit an den Ausschreibungen und Ergebnissen der Förderinitiative der Bundesärztekammer und an den durchgeführten Symposien zu ausgewählten Themen belegen den erheblichen Bedarf und die Erwartungen sowohl von wissenschaftlicher Seite als auch gerade seitens der Ärzteschaft an tragfähigen und sachlichen Analysen und praktischen Konsequenzen zu kritischen Fragen des Versorgungsgeschehens.

Der Deutsche Ärztetag erachtet insbesondere die Bearbeitung wichtiger Themenfelder, wie z. B. ärztliche Arbeitszufriedenheit oder Bedarfsplanung, mittels Fachsymposien, die die Basis für die Reporte zur Versorgungsforschung bilden, und mittels Expertisen (Typ-III-Projekte) als beispielhaft für eine zeitnahe, überschaubare und die betroffene Fachöffentlichkeit auch erreichende Arbeitsweise.

Die Vielzahl der bereits abgeschlossenen Vorhaben ist gut nachvollziehbar in den Publikationen und Abschlussberichten sowie in den Kurzübersichten, letztere in Form sogenannter „Visitenkarten“, dokumentiert (vgl. www.baek.de/versorgungs­forschung). Diese Veröffentlichungen spiegeln die Aspektvielfalt der zahlreichen Projekte wider, die sowohl Fragen der Verbesserung des Versorgungsgeschehens für die verschiedenen Institutionen und Steuerungsebenen aufzeigen, nicht zuletzt aber auch der Ärzteschaft rationale Antworten auf versorgungsrelevante Fragen ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund hält der Deutsche Ärztetag eine Fortsetzung der Bemühungen um eigene Beiträge zur Versorgungsforschung für erforderlich und befürwortet eine im Lichte der bisherigen Erfahrungen angepasste Fortsetzung der Förderinitiative.

Maßgebliche Eckpunkte sind:

  • Die Aktivitäten der Bundesärztekammer zur Versorgungsforschung sollten ohne Einbuße an Wissenschaftlichkeit fortgesetzt werden.
  • Forschungsfragen sollten besonders im Hinblick auf ärztlich relevante Versorgungsaspekte schärfer konturiert und konzipiert werden (rationale, kritische Themenauswahl).
  • Eine Folgeprogrammatik sollte – auch angesichts der beginnenden breiteren institutionellen Förderung durch die Bundesregierung – finanziell an die Möglichkeiten der Bundesärztekammer angepasst und damit enger als bisher ausgestaltet sein.

Unter Vorgabe dieses Rahmens bittet der Deutsche Ärztetag die Bundesärztekammer, für den nächsten Deutschen Ärztetag eine Konzeption zur Fortentwicklung der Förderinitiative einschließlich eines Finanzierungsrahmens zu erstellen.