Zu Punkt III der Tagesordnung: (Muster-)Weiterbildungsordnung

64. Modulare Struktur der Weiterbildung


Der Beschlussantrag von Herrn Dr. Reinhardt, Herrn Dr. Lipp, Frau Haus, Herrn Dr. Fitzner und Herrn Dr. Lutz (Drucksache III - 23) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:


Der Deutsche Ärztetag fordert den Vorstand der Bundesärztekammer, die Landesärztekammern sowie die Weiterbildungsgremien der Ärzteschaft auf, mit dem Ziel einer weitgehenden Flexibilisierung der ärztlichen Weiterbildung gemeinsam praktikable Vorschläge zur Strukturierung der Weiterbildung als modulares System zu erarbeiten und dem 114. Deutschen Ärztetag vorzustellen.


Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Jedes Modul sollte mit einer Teilprüfung abgeschlossen werden können, deren Inhalt dann nicht mehr Bestandteil der Facharztprüfung sein darf. Die Geltung ei-nes über den erfolgreichen Abschluss einer Teilprüfung ausgestellten Zeugnisses ist grundsätzlich unbefristet.
  • Die Module müssen inhaltlich eigenständig und abgeschlossen sein.
  • Die einzelnen Module sollten sich nicht nur innerhalb eines Gebietes ergänzen, sondern auch über Gebiete hinweg kompatibel sein, soweit dies fachlich sinnvoll ist.


Begründung:
Eine Flexibilisierung der ärztlichen Weiterbildung ist vor dem Hintergrund des Ärztemangels dringend geboten. Vor allem junge Kolleginnen und Kollegen orientieren ihre Berufstätigkeit stärker an ihren Erwartungen an ein erfülltes Familienleben. Die Nichtvereinbarkeit von Familie und Beruf ist einer der Hauptgründe für die Entscheidung vieler junger Ärztinnen und Ärzte, der kurativen Medizin den Rücken zu kehren.


Da die Erlangung eines Facharzttitels eine grundlegende Voraussetzung darstellt, in der Versorgung der gesetzlich Versicherten tätig zu werden, ist eine attraktive und flexible Gestaltung der ärztlichen Weiterbildung ohne Alternative. Ein modularer Aufbau der ärztlichen Weiterbildung trägt dabei vor allem der Möglichkeit einer flexiblen Karriere- und Lebensplanung Rechnung. Damit würden die Landesärztekammern einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Gewinnung ärztlichen Nachwuchses und zum Erhalt des eigenen Berufsstandes leisten.