Zu Punkt III der Tagesordnung: (Muster-)Weiterbildungsordnung

51. Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin

Der Beschlussantrag von Herrn Dr. Scheiber, Herrn Dr. Schröter, Herrn Dr. Roy, Frau Dr. Lundershausen, Herrn Dipl.-Med. Michaelis, Herrn Dipl.-Med. Menzel und Herrn Dr. Andrae (Drucksache III - 31) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der Vorstand der Bundesärztekammer wird beauftragt, bei der nächsten Novellierung der MWBO folgende Änderung zu berücksichtigen.

Im Punkt Weiterbildungszeit wird der 2. Spiegelstrich

  • 6 Monate in der Intensivmedizin eines weiteren unter den Voraussetzungen zum Erwerb genannten Gebietes bei einem Weiterbildungsbefugten für Intensivmedi-zin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 abgeleistet werden
    durch
  • 12 Monate in der Intensivmedizin eines weiteren unter den Voraussetzungen zum Erwerb genannten Gebietes bei einem Weiterbildungsbefugten für Intensiv-medizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 abgeleistet werden

ersetzt.

Begründung:
Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin umfassen für die hierzu zugelassenen Gebiete gemeinsame Weiterbildungsinhalte, die insgesamt mehr als die Hälfte der Lerninhalte umfassen. Hierbei handelt es sich um intensivmedizinische Kenntnisse und Fertigkeiten, die unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung von einem Intensivmediziner beherrscht werden müssen.

Die fachgebietsbezogenen Lerninhalte machen dagegen einen deutlich geringeren Teil der Weiterbildungsziele aus. Außerdem kann die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin ausschließlich von Fachärzten der zugelassenen Gebiete erworben werden, so dass die speziellen gebietsbezogenen Weiterbildungsinhalte tatsächlich in 12 Monaten abgeleistet werden können.

Die vorgeschlagene Modifizierung der Weiterbildungszeit bei der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin kommt zudem den tatsächlichen Strukturen in den Krankenhäusern entgegen, in denen zunehmend zentrale und interdisziplinäre Intensivstationen gebildet werden. Daher wird die Erhöhung der anzuerkennenden Weiterbildungszeit von 6 auf 12 Monate dazu beitragen, den Weiterbildungsassistenten eine durchgehende intensivmedizinische Weiterbildung an einem Krankenhaus zu ermöglichen.

Voraussetzung für die Anerkennung einer 12-monatigen Weiterbildung in der Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin eines anderen Gebietes soll die Ermächtigung des Weiterbildungsleiters über den vollen Umfang (24 Monate) für diese Weiterbildung Intensivmedizin sein. Die Verantwortung für die Weiterbildung trägt der zuständige Weiterbildungsleiter unabhängig vom Fachgebiet des Weiterzubildenden.

Die Anerkennung der Weiterbildungszeit auf einer Intensivstation eines anderen Fachgebietes durch die Landesärztekammern soll nur dann erfolgen, wenn ein interdisziplinäres Patientenspektrum nachgewiesen ist, damit die allgemeingültigen Inhalte der intensivmedizinischen Weiterbildung in ausreichendem Maße vermittelt werden können. Auch müssen auf den Intensivstationen ausreichende Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der jeweiligen Gebiete vermittelbar und verfügbar sein.