Zu Punkt V der Tagesordnung: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

2. Evaluierung des Ärztemangels

Der Beschlussantrag von Herrn Dr. Lipp, Herrn Dr. Reinhardt, Frau Haus und Herrn Dr. Fitzner (Drucksache V - 44) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesärztekammer auf zu eruieren, inwieweit der subjektiv immer stärker wahrgenommene Ärztemangel durch die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes, gesellschafts- und sozialpolitisch gewünschte Effekte, eine zunehmende Differenzierung der fachlichen Qualifikation oder ähnliche Effekte bedingt ist.

Begründung:
Während durch die Ärzteseite, zunehmend auch durch Regierungspolitiker und in der täglichen Wahrnehmung der Patienten ein zunehmender Ärztemangel beklagt wird, der in den Folgejahren drastisch zunehmen wird, vertreten die Krankenkassen und auch Oppositionspolitiker immer häufiger die Position, es gäbe genug Ärzte, sie seien nur "falsch" verteilt, und verweisen zur Bestätigung auf die steigenden Absolventenzahlen im Bereich Humanmedizin.

Für die politische Auseinandersetzung ist es daher unumgänglich, mit statistisch relevantem Zahlenmaterial, flankiert von soziologischen Betrachtungen, argumentieren zu können und, ausgehend vom tatsächlichen Ausmaß des Problems, realistische Lösungsmöglichkeiten anstelle populistischer "Schnellschüsse" anbieten zu können.