Zu Punkt V der Tagesordnung: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

3. Öffentlichen Gesundheitsdienst als Querschnittsbereich an den Medizinischen Fakultäten etablieren

Der Entschließungsantrag von Frau Dipl.-Med. Albrecht (Drucksache V - 83) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der 113. Deutsche Ärztetag fordert die zuständigen Landesministerien auf, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) als Querschnittsbereich an den medizinischen Fakultäten zu etablieren.

Der ÖGD ist in Deutschland die historisch gewachsene dritte Säule des Gesundheitswesens, dessen Hauptaufgabe die Prävention von Erkrankungen ist. Er verfügt über die notwendigen Erfahrungen und die erforderliche Vernetzung im gesellschaftlichen Umfeld. Der ständige Arbeitsdruck unter mangelhafter materieller und personeller Ausstattung und die direkte Unterstellung und Abhängigkeit vom jeweiligen politischen Vorgesetzten im Landkreis oder der kreisfreien Stadt führten und führen in praxi zu mangelnder Wissenschaftlichkeit in der Routinearbeit, die allein Garant für höchste Qualität und Effektivität ist. Der ÖGD muss daher als eine wissenschaftliche medizinische Disziplin an einer Universität etabliert werden und nicht wie eine Verwaltungseinheit eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt unmittelbar den wechselnden sozialmedizinischen Vorstellungen der jeweiligen Gesundheitspolitiker ausgesetzt sein.