Zu Punkt V der Tagesordnung: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

1. Weißbuch zur gesundheitspolitischen und gesundheitsökonomischen Bedeutung und Wirksamkeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention

Der Beschlussantrag von Frau Dipl.-Med. Albrecht und Herrn Prof. Dr. habil. Schulze (Drucksache V - 68) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der 113. Deutsche Ärztetag fordert den Vorstand der Bundesärztekammer auf, eine Zusammenstellung und Veröffentlichung eines Weißbuches zur gesundheitspolitischen und gesundheitsökonomischen Bedeutung und Wirksamkeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in Auftrag zu geben.

Es wird angeregt, dass der Vorstand der Bundesärztekammer ein mit höchster wissenschaftlicher Kompetenz zusammengestelltes Handbuch in Auftrag gibt, in dem führende ärztliche Wissenschaftler die gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Wirksamkeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention i. S. eines Weißbuches zusammenstellen.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des demografischen Wandels und den damit im Zusammenhang stehenden Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und den Arbeitsmarkt wächst das Erfordernis, die gesundheitliche Situation der Bevölkerung nachhaltig zu stabilisieren und zu verbessern.

Im Rahmen der aktuellen gesundheitspolitischen und gesundheitsstrategischen Diskussion muss sich die Ärzteschaft in den gesundheitspolitischen Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung stärker einbringen.

Wesentliche Initiativen zur Verbesserung von Gesundheit, Teilhabe und Leistungsfähigkeit für die Risikogruppen der Bevölkerung gehen mehr und mehr von Kostenträgern, Sozialwissenschaftlern, Epidemiologen und Statistikern aus.

Die Ärzteschaft sollte zukünftig die präventivmedizinischen Belange der Gesundheit aller Altersgruppen nachdrücklicher in ihr ärztliches Tun integrieren und den Anspruch der Optimierung der Lebensstile der Bevölkerung stärker in den Fokus nehmen.

Da Maßnahmen der Gesundheitsförderung und der Prävention im medizintechnischen und im Arzneimittelbereich bisher eine noch unzureichende Akzeptanz erfahren, sind größtmögliche Anstrengungen der Ärzteschaft selbst erforderlich, die Bedeutung der Prävention gegenüber politischen Entscheidungsträgern nachvollziehbar darzulegen. Hierzu bedarf es offenbar weniger medizinethischer als vielmehr aus ärztlicher Sicht formulierter konkreter gesundheitsökonomischer, arbeitsmarktbezogener und gesundheitspolitischer Argumentation. Diese Argumentation sollte zum Ziel haben, entscheidend zur dringend erforderlichen politischen Verankerung der Problematik beizutragen.

Gemeinsames Anliegen der deutschen Ärzteschaft soll es sein, über die beantragte Zusammenstellung für politische Entscheidungsträger eine belastbare Grundlage zu schaffen, um die möglichst zeitnahe und konkrete Formulierung politischer Schwerpunkte sowie die Implementierung flächendeckender Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland zu erwirken.