Zu Punkt V der Tagesordnung: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

13. Bachelor-Studiengang löst nicht das Problem des Ärztemangels

Auf Antrag von Herrn Dr. Kaplan, Herrn Dr. Rechl und Herrn Prof. Dr. Dr. habil. Hahn (Drucksache V - 73) fasst der 113. Deutsche Ärztetag einstimmig folgende Entschließung:

Der 113. Deutsche Ärztetag weist entschieden den Vorschlag des Gesundheitspolitikers Jens Spahn zurück, für den Studiengang Medizin den Bachelor-/Master-Studiengang einzuführen. Insbesondere ist der Vorschlag für ein „mehrstufiges Studium“ abzulehnen, in dem das bisherige Medizinstudium auf drei Jahre verkürzt wird, an die sich vier Jahre Facharztausbildung anschließen. Dies würde bedeuten, dass die bisherige Facharztweiterbildung als Ausbildung erfolgt.

Ein dreijähriges grundständiges Bachelorstudium findet im Übrigen in der Medizin kein Berufsfeld, insbesondere auch deshalb nicht, weil die Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 07.09.2005 ausdrücklich festlegt, dass die ärztliche Grundausbildung mindestens sechs Jahre oder 5.500 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität umfasst. Der Vorschlag, den Bachelor in der Medizin einzuführen, fußt also auf völlig sachfremden Erwägungen und zeigt, dass auch die Vorgaben des Europarechts völlig unberücksichtigt bleiben.

Im Interesse eines qualifizierten, einheitlichen Studiums als Voraussetzung für die jeweilige Facharztweiterbildung ist an der bisherigen Struktur des Medizinstudiums mit Abschluss durch das Staatsexamen festzuhalten. Hierbei wird ein verstärkt praxisorientiertes Studium zur verbesserten Vorbereitung auf die Patientenversorgung als notwendig erachtet.