Beschlussprotokoll des 114. Deutschen Ärztetags vom 31.05.-03.06.2011 in Kiel

VI - 73 Stärkung der Ehrenamtlichkeit in den ärztlichen Körperschaften

Vorstandsüberweisung

Der Entschließungsantrag von Herrn Dietrich, Frau Dr. Blessing, Frau Bartels, Frau PD Dr. Jung und Herrn Dr. Kajdi (Drucksache VI - 73) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Die Delegierten des 114. Deutschen Ärztetages fordern die Stärkung der Ehrenamtlichkeit in allen Körperschaften und Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung.

Der Vorstand der Bundesärztekammer wird aufgefordert, sich gegenüber Politik und anderen Entscheidungsträgern dafür einzusetzen, dass ehrenamtliche Vertreter der Ärzteschaft in den Körperschaften und Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung nach Zahl und Einfluss zukünftig stärker - und insgesamt mehrheitlich - vertreten sind.

Begründung:

Die Stärkung der Ehrenamtlichkeit trägt dazu bei, dass in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung die für eine gute Patientenversorgung wichtigen Themen und Inhalte aus der Erfahrung kurativ tätiger Ärzte besser vertreten werden. Hauptamtliche Entscheidungsträger sind als Amtsträger in Körperschaften des öffentlichen Rechts weisungsgebunden. Staatliche Einflussnahme auf das Gesundheitswesen ist in der Vergangenheit mit einer Zunahme des Einflusses hauptamtlicher Entscheidungsträger einhergegangen. Auch für einen wirksamen Bürokratieabbau ist die Kompetenz und Unabhängigkeit des Ehrenamtes von Bedeutung, weil Ehrenamtliche durch ihren Tätigkeitsschwerpunkt unabhängiger von institutionalisierten, bürokratischen Strukturen und Entscheidungsprozessen sind.