VI - 46 Eingangsuntersuchung zur Aufdeckung kranker und traumatisierter Menschen in Abschiebehaft

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Prof. Dr. Dr. habil. Dietrich (Drucksache VI - 46) unter Berücksichtigung des Antrags von Frau Dr. Groß (Drucksache VI - 46a) fasst der 114. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf, sicherzustellen, dass kranke und traumatisierte Menschen in Abschiebehaft zu Beginn der Haft von speziell dafür fortgebildeten Ärzten untersucht werden, um Retraumatisierungen, eine Verschlechterung von Depressionen, Angststörungen und Suizidversuche durch die Inhaftnahme und während der Haft zu verhindern.

Begründung:

Es ist bekannt, dass sich der Gesundheitszustand in der Abschiebehaft verschlechtert. Schädigende Bedingungen bestehen in fehlenden Informationen über Grund und Dauer der Haft, Unterbringung zusammen mit Strafhäftlingen, Isolierung, Unmöglichkeit der Verständigung auf Grund von Sprachbarrieren, Retraumatisierung nach Traumatisierung durch frühere Festnahmen und Haft sowie in fehlender psychologischer und medizinischer Versorgung.