Beschlussprotokoll des 114. Deutschen Ärztetags vom 31.05.-03.06.2011 in Kiel

VI - 97 Prävention - Verhinderung des plötzlichen Kindstods (SIDS = Sudden Infant Death Syndrome)

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Dr. Bolay, Herrn Dr. Voigt, Herrn Dr. Peters, Herrn PD Dr. Benninger, Herrn Dr. Zimmermann und Herrn Dr. Fischbach (Drucksache VI - 97) fasst der 114. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 114. Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung, die Landesärztekammern und alle Kostenträger auf, Programme zur Verhinderung des plötzlichen Kindstods (SIDS = Sudden Infant Death Syndrome) zu installieren und intensiv zu fördern.

Im direkten Vergleich Niederlande/Nordrhein-Westfalen und Niederlande/Bundesrepublik Deutschland findet sich eine um den Faktor 7 höhere Zahl an Todesfällen an SIDS in Deutschland.

Die Risikofaktoren für SIDS sind bekannt:

  • Rauchen im Umfeld
  • zu hohe Temperatur im Schlafraum
  • Bauchlage
  • Schlafen im Elternbett, auf Schaffell und mit Kopfkissen
  • nicht Stillen
  • Schlafen außer Haus
  • niedriger sozioökonomischer Status

Ebenso sind Schutzmaßnahmen mit signifikantem Effekt gegeben:

  • Rückenlage
  • Schlafen im Schlafsack
  • Stillen
  • eigenes Bett im Elternzimmer
  • Schnullergabe
  • Impfen

Durch konsequente Umsetzung dieser Erkenntnisse ist eine Reduktion des plötzlichen Kindstods auf ein Siebtel der bisherigen Fallzahl möglich.