Beschlussprotokoll des 114. Deutschen Ärztetags vom 31.05.-03.06.2011 in Kiel

VI - 74 Stopp der ambulanten Kodierrichtlinien beibehalten

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Dietrich, Frau Dr. Blessing, Frau Bartels, Herrn Dr. Kajdi und Herrn Dr. Brunngraber (Drucksache VI - 74) fasst der 114. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Gesetzgeber und Bundesmantelvertragsparteien werden aufgefordert, den geplanten Stopp der ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) konsequent beizubehalten. Angesichts zu erwartender Bürokratiekosten von vielen hundert Millionen Euro pro Jahr bei bundesweiter Einführung der Kodierrichtlinien wäre eine wesentliche Beeinträchtigung der Patientenversorgung zu erwarten.

Begründung:

Bereits der Ärztetag 2010 hat einen nachhaltigen Bürokratieabbau als dringlich eingefordert. Die Ankündigung des Gesetzgebers, dass die Kodierrichtlinien nicht umgesetzt werden sollen, ist zu begrüßen. Die ambulanten Kodierrichtlinien stellen zweifellos ein Mehr an Bürokratie dar. Seriöse Kalkulationen gehen von einem bürokratischen Mehraufwand von mindestens einer halben Stunde pro Praxis und Tag aus. Damit würden bundesweit jährliche Bürokratiekosten von ca. 2 Mrd. Euro entstehen, ohne jegliche Verbesserung der Patientenversorgung. Im Gegenteil wären eine Beeinträchtigung der Patientenversorgung durch Ressourcenverbrauch und ein weiterer Attraktivitätsverlust des Arztberufes zu befürchten.