Beschlussprotokoll des 114. Deutschen Ärztetags vom 31.05.-03.06.2011 in Kiel

VI - 45 Medizinische Folgen der Kernkraftgewinnung

Vorstandsüberweisung

Der Entschließungsantrag von Herrn Prof. Dr. Dr. habil. Dietrich und Frau Dr. Pfaffinger (Drucksache VI - 45) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Die deutsche Ärzteschaft nimmt mit Bestürzung zur Kenntnis, dass die medizinischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima bis heute nicht abschätzbar sind. Wie schon nach der Katastrophe von Tschernobyl wird offensichtlich, dass eine wirksame medizinische Hilfe nach atomaren Unfällen nicht möglich ist. Uns Ärzten bleibt nur palliatives Eingreifen. Die atomare Technologie hat sich von der Urangewinnung, dem Betrieb von Atomkraftwerken, der Beherrschung von Unfällen bis hin zur Endlagerung als technisch letztlich nicht beherrschbar erwiesen. Der Deutsche Ärztetag begrüßt deshalb die Absichtserklärung der Bundesregierung, bis zum Jahre 2022 aus der Energiegewinnung durch Kernenergie auszusteigen. Er betont aber gleichzeitig, dass aus medizinischen Gründen der Sofortausstieg aus der Kernenergie zu fordern ist.

Begründung:

Eine Begründung ergibt sich angesichts der Schwere der bisherigen Unfälle in Kernkraftwerken und ihren medizinischen Folgen.