Top II: Novellierung der (Muster-)Berufsordnung

Dr. Metke, Baden-Württemberg:

Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir müssen darauf achten, Nr. 8 nicht mit Nr. 11 zu verwechseln. Ich wäre dankbar für eine Stellungnahme von Herrn Schirmer. In  140 a ff. SGB V ist eindeutig festgelegt, dass Praxisverbünde entstehen sollen. Sie sind, ob wir das wollen oder nicht, als Regulator im Gesundheitswesen vorgesehen. Wir müssen uns also mit dieser Frage auseinander setzen.

Der Antrag von Herrn Ottmann zielt darauf ab, dass ein Arzt nicht gleichzeitig an mehreren Orten tätig sein kann. Das ist richtig so. Das hat aber nichts mit der Struktur der Praxisverbünde zu tun, wie sie in der Vorstandsvorlage hinsichtlich Nr. 11 definiert sind. Die Praxisverbünde kommen, ob wir sie wollen oder nicht. Nach dem Willen der Politik sollen sie bei den Arztpraxen zu einer Reduktion von 30 Prozent und bei den Kliniken zu einer Reduktion von 10 Prozent führen. Dies hat Frau Fischer vor dem Deutschen Bundestag erklärt.

Das heißt, wir wären doch völlig bescheuert, wenn wir hinsichtlich dieser Vorgaben von der Politik, gegen die sich auch das Berufsrecht nicht wehren kann, keine Strategie entwickelten. Die Gegenstrategie besteht in Nr. 11. Gelingt es uns Ärzten nicht, eine Gegenstrategie zu entwickeln, werden Konzerne wie Rewe oder Metro, die bereits angetreten sind, dieses System übernehmen. Das heißt, der finanzielle Outcome aus dem System wird nicht mehr zwischen Krankenkassen und Patienten auf der einen Seite und den Leistungserbringern auf der anderen Seite verteilt, sondern es wird nur noch eine Maxime geben: den Gewinn des Aktionärs auf Kosten der Ärzte.

Ich bitte Sie, hier eine ärztliche Gegenstrategie zu ermöglichen, die verhindert, dass wir für die Aktionäre arbeiten.

Vielen Dank.

(Beifall)

Prof. Dr. Hoppe, Präsident:

Vielen Dank. Das wird bei uns unter dem Begriff der McDonaldisierung des Arztberufes diskutiert. Das ist eine Alternative zu dem, was Herr Metke gerade gesagt hat.

Als nächster Redner bitte Herr Helmig.


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