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Ergebnisse der Ärztestatistik zum 31. Dezember 2011

Kein Widerspruch - Ärztemangel trotz steigender Arztzahlen

Wurde das Problem des Ärztemangels lange Zeit von der Politik kleingeredet oder sogar geleugnet, wird heute kaum mehr bestritten, dass in vielen Kommunen der wohnortnahe Zugang zu ärztlichen Leistungen nicht mehr gegeben oder zumindest eingeschränkt ist. In vielen ländlichen Regionen fehlt es an niedergelassenen Haus- und Fachärzten aber auch in den Krankenhäusern sind bundesweit mehr als 5500 Arztstellen unbesetzt.

Aber wie passen steigende Arztzahlen, wie sie auch die aktuelle Ärztestatistik von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung ausweist, und zunehmender Ärztemangel zusammen?

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen bedingt der medizinische Fortschritt mehr Leistungen, weil früher nicht bekannte oder mögliche Eingriffe, Untersuchungen und Therapiemethoden mit zunehmendem Fortschritt durchführbar geworden sind. Dies erfordert mehr Personal. Zugleich ziehen auch die demografischen Veränderungen erhebliche  Auswirkungen nach sich. So ist der Anteil der über 59-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 1991 bis heute um ein Fünftel gestiegen. Infolgedessen hat die Behandlungsintensität erheblich zugenommen. Hinzu kommt, dass die demografische Entwicklung längst auch die Ärzteschaft selbst erfasst hat, wie die aktuelle Ärztestatistik zeigt. Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis nimmt stetig zu. Viele von ihnen werden zukünftig keinen Nachfolger mehr finden, wenn sich an den aktuellen Bedingungen der Berufsausübung nicht zeitnah etwas ändert.

Einen weiteren Grund für den Arztstundenmangel verdeutlicht die Ärztestatistik ebenfalls: Die Medizin wird weiblich. Das tut ihr gut, die Gesellschaft muss sich aber zugleich darauf einstellen, dass Frauen oftmals andere Lebensperspektiven haben als ihre männlichen Kollegen. Sie stellen sich intensiver familiären Aufgaben und das bedingt, dass sie weniger Arbeit pro Zeiteinheit zur Verfügung stellen können. Aber auch die jungen Ärzte suchen nach einer neuen Work-Life-Balance, weil sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen. Das alles bedeutet eine gewaltige Veränderung von zur Verfügung gestelltem Arbeitsvolumen. Hinzu kommen gesetzliche Veränderungen wie das neugefasste Arbeitszeitgesetz, das die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten in einen vernünftigen Rahmen stellt.

Wirksam begegnen lässt sich dieser Entwicklung nur, wenn die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten wieder attraktiver gestaltet wird, so dass mehr junge Berufsanfänger in der kurativen Medizin tätig werden.  Eine Gesellschaft des langen Lebens braucht Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis und nicht in anderen Berufsfeldern.

Alle Diagramme und Tabellen [PDF]   

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