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Sie befinden sich hier: Home > Ärzte > Qualitätssicherung > Curricula > Curriculum Peer Review Curriculum Ärztliches Peer Review2. Auflage 2013 Curriculum Ärztliches Peer Review [PDF]
VorwortNach der Zusatz-Weiterbildung „Ärztliches Qualitätsmanagement“, den Curricula „Ärztliche Führung“ und „Evidenzbasierte Medizin“ sowie dem Fortbildungskonzept „Patientensicherheit“ stellt die Bundesärztekammer mit dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ einen weiteren Baustein zur Qualitätsentwicklung in der Patientenversorgung bereit. Das Peer-Review-Verfahren als unbürokratisches, flexibles und auf den kollegialen Austausch fokussiertes Instrument zur Förderung von Qualität und Sicherheit in der Patientenversorgung findet im deutschen Gesundheitswesen zunehmend Anwendung und Akzeptanz, insbesondere seitens der Ärzteschaft. Das ist besonders vor dem Hintergrund zu sehen, dass der bürokratische Aufwand für die Einhaltung der Qualitätssicherungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses sehr hoch ist, dessen konkreter Nutzen jedoch für die tägliche Arbeit im Krankenhaus oder in der eigenen Praxis kaum mehr nachvollzogen werden kann. Peer-Review-Verfahren in der Medizin hingegen sind freiwillig und wurden von Ärzten für Ärzte entwickelt. Die initialen Impulse für die Einführung von freiwilligen Peer Reviews im Krankenhaus gingen von der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) sowie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Notfall und Intensivmedizin und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (DGAI/DIVI/BDA) aus. Das Peer-Review-Verfahren ist quasi die Rückkehr zur „Ur-Methode“ ärztlicher Qualitätssicherung: Zum offenen Informationsaustausch mit Fachkollegen aus anderen Einrichtungen auf gleicher Augenhöhe und zum voneinander Lernen auf systematischer Basis. Mit dem von der Bundesärztekammer verabschiedeten Curriculum wurde ein Fortbildungskonzept geschaffen, mit dem sich interessierte Ärztinnen und Ärzte für Qualitätsförderungsverfahren, die auf kollegialem Dialog und interdisziplinärem Austausch basieren (z. B. Qualitätszirkel, Morbiditäts- und Mortalitäts- oder Tumorkonferenzen), qualifizieren können. Im Mittelpunkt jedes Peer-Review-Verfahrens steht der direkte Austausch von Expertenwissen – zum Beispiel von Chefarzt zu Chefarzt – über konkrete Qualitätsprobleme der klinischen Versorgungspraxis. Hierin liegt das große Potenzial für die Qualitätsentwicklung in der Patientenversorgung, aber auch die Schwierigkeit der Umsetzung. Nicht jeder Arzt beherrscht die Kunst des kollegialen Dialogs und der konstruktiven Kritik. Deshalb hebt das Fortbildungskonzept nicht nur auf die Vermittlung von theoretischem Wissen über Peer-Review-Verfahren in der Medizin ab, sondern sieht intensives Training im Umgang mit Konflikten, Kritik und Widerstand sowie lösungsorientierte Gesprächsführung vor. Um die derzeitigen Lücken zwischen externer Qualitätssicherung und internem Qualitätsmanagement, das heißt der Erhebung und Auswertung von Qualitätsdaten, dem Feedback der Ergebnisse und der Ableitung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen bei Qualitätsdefiziten zu schließen, müssen die Insider der Patientenversorgung, die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen, wieder zu Treibern der Qualitätsentwicklung werden. Das von Ärzten für Ärzte freiwillig entwickelte Verfahren bietet die Chance, Qualitätssicherung bei gleichzeitigem Wissenstransfer wieder stärker an die tägliche ärztliche Praxis zu koppeln. Mit der Initiative zur Förderung von Peer Reviews in der Medizin setzt die Ärzteschaft hierbei einen deutlich anderen Akzent. Die Förderung der Kompetenzen der Ärztinnen und Ärzte auch im Hinblick auf die Übernahme gemeinsamer Verantwortung ist ein Schlüssel für eine bessere Patientenversorgung. Das Curriculum „Ärztliches Peer Review“ vermittelt die dazu nötigen Grundlagen. © Bundesärztekammer · letzte Änderung 08.03.2013 |
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