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Glossar Qualitätssicherung

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Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ):

Das ÄZQ ist unter dem Namen „Zentralstelle der deutschen Ärzteschaft zur Qualitätssicherung in der Medizin“ – in der Kurzform Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ) - als gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung im März 1995 gegründet worden. Im Juli 1997 wurde sie in eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts umgewandelt. Die Gremien des ÄZQ sind paritätisch von den beiden Trägerorganisationen besetzt. Im Januar 2003 erfolgte die Umbenennung der ÄZQ in „Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin“.

Ziele der Arbeit des ÄZQ sind die Unterstützung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung bei ihren Aufgaben im Bereich der Qualitätssicherung der ärztlichen Berufsausübung.

Der Aufgabenschwerpunkte des ÄZQ betrafen zwischen 1995 und 2005 die Bereiche

  • Sondierung und methodischen Bearbeitung von Innovationen auf dem Gebiet der medizinischen Qualitätsförderung 
  • Initiierung und Weiterentwicklung der evidenzbasierten Medizin
  • Qualitätsmanagement in der Medizin
  • Patientensicherheit / Fehler in der Medizin
  • Beurteilung von Methoden und Instrumenten der Qualitätsförderung und Transparenz in der Medizin

Der aktuelle Schwerpunkt der Aufgaben liegt in der

  • Durchführung des deutschen Programms für Nationale Versorgungsleitlinien,
  • Verbreitung eines Informationsangebotes zum Qualitätsmanagement in Arztpraxen,
  • Betreiben einer Informationsplattform für Patienten,
  • Betreiben einer Informationsplattform zum Thema Patientensicherheit (Forum Patientensicherheit - www.forum-patientensicherheit.de)

Akkreditierung:

“Formelle Anerkennung der Kompetenz einer Organisation oder Person, bestimmte Leistungen erbringen zu dürfen, durch eine dazu legitimierte Institution, die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich zieht.“ (ursprünglich bzw. gemäß DIN EN ISO 17025:2000: ´...eines Prüflaboratoriums, bestimmte Prüfungen oder Prüfungsarten auszuführen´).

Algorithmus:

Eine Vorschrift zur Lösung einer Aufgabe in endlich vielen definierten Schritten. Realisierungen von Algorithmen in der Informatik sind z. B. Computerprogramme.

Anforderung:

“Erfordernis oder Erwartung, das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist. “Üblicherweise vorausgesetzt” bedeutet, dass es für die Organisation, ihre Kunden und andere interessierte Parteien übliche oder allgemeine Praxis ist, dass das entsprechende Erfordernis oder die entsprechende Erwartung vorausgesetzt ist. Ein Bestimmungswort darf verwendet werden, um eine spezifische Anforderungsart zu bezeichnen, z. B. Produktanforderung, Qualitätsmanagementanforderung, Kundenanforderung. Eine festgelegte Anforderung ist eine Anforderung, die beispielsweise in einem Dokument angegeben ist. Anforderungen können von verschiedenen interessierten Parteien aufgestellt werden.”

Anspruchsklasse:

„Kategorie oder Rang, die oder der den verschiedenen Qualitätsanforderungen an Produkte, Prozesse oder Systeme mit demselben funktionellen Gebrauch zugeordnet ist.
Beispiel: Klassen bei Flugscheinen oder Kategorien von Hotels in einem Hotelführer.
Bei der Festlegung einer Qualitätsanforderung sollte die Anspruchsklasse generell angegeben werden.“

Audit:

“Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Auditnachweisen und zu deren objektiver Auswertung, um zu ermitteln, inwieweit Auditkriterien erfüllt sind.“ Dem aus dem Englischen stammende Begriff entspricht im Deutschen am ehesten „Revision“ oder „Überprüfung“. Im Kontext mit Qualitätsmanagement ist das Audit ein durch eine externe („unabhängige“) Stelle erfolgendes Begutachtungsverfahren von Organisationen bzgl. der Einführung und Aufrechterhaltung eines Qualitätsmanagementsystems à Zertifizierung.

Behandlungspfade:

Ein Integrierter Behandlungspfad (IBP) ist ein Steuerungsinstrument, das den optimalen Weg eines speziellen Patiententyps mit seinen entscheidenden diagnostischen und therapeutischen Leistungen und seiner zeitlichen Abfolge festlegt. Interdisziplinäre und interprofessionelle Aspekte finden ebenso Berücksichtigung wie Elemente zur Umsetzung, Steuerung und ökonomischen Bewertung.

Beinahefehler:

Fehlerhafte Ereignisse, die sich nicht zu einem unerwünschten Ereignis entwickeln (near misses)

Benchmarking:

“Benchmarking ist der Prozess, Produkte, Dienstleistungen und Praktiken gegen den stärksten Mitbewerber oder die Firmen, die als Industrieführer angesehen werden, zu messen.“ Benchmarking ist damit ein Konzept zum Vergleich bestimmter Kennzahlen mit dem Besten der jeweiligen Klasse (benchmarks = Höhenmarken) und damit zum Streben nach Exzellenz. Ansatzpunkte für Benchmarking können Prozesse, Systeme, Produkte und Dienstleistungen bezüglich Kosten, Qualität, Zeit, Kunden-, Mitarbeiterzufriedenheit etc. sein.

Betreiberverordnung:

Verordnung auf der Basis des Medizinproduktegesetzes, die Einzelheiten der Anwendung von Medizinprodukten regelt.

Bewertung:

“Tätigkeit zur Ermittlung der Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit der Betrachtungseinheit, festgelegte Ziele zu erreichen.“ Beispiele: Managementbewertung, Entwicklungsbewertung, Bewertung von Kundenanforderungen und Bewertung von Fehlern.“ Eine Bewertung setzt Aufzeichnungen und die Analyse von Daten wie z. B. Audit- und Benchmarking-Ergebnisse, technische und wirtschaftliche Risikoanalysen, Qualitätsanalysen, Rückmeldungen von Kunden, Abschätzung von Verbesserungspotential voraus. Bei der Bewertung kann die Effizienz einbezogen werden.

Biometrie:

Lehre von der Theorie und Anwendung mathematisch-statistischer Methoden im biologischen Bereich. Sie umfasst die statistischen Aspekte der Planung, Durchführung und Auswertung von Versuchen und Beobachtungsstudien.

Black-Box-Methode:

Analysetechnik. Betrachtung eines Systems als schwarzen Kasten (in dem man also nichts erkennen kann) unter Vernachlässigung seiner inneren Struktur und Abläufe. Das Systemverhalten (Funktion) kann dann anhand der wirkungsspezifischen Input-Output-Relationen analysiert werden.

Brainstorming:

Ideenfindungstechnik. Eine hinsichtlich ihrer problemrelevanten Kenntnisse und Erfahrungen heterogene Gruppe von ca. 5 bis 10 Personen sucht gemeinsam unter der Leitung eines Moderators nach Ideen zur Lösung eines vorgegebenen Problems. Sämtliche Ideen werden dokumentiert, zum Abschluss der Brainstormingsitzung systematisiert und von der Gruppe bewertet (bewertete Vorschlagsliste). Wichtige Regeln für die Durchführung eines Brainstormings sind: keine Kritik oder Beurteilung der Ideen während der Sitzung, Entwicklung möglichst vieler Ideen (Quantität vor Qualität), außergewöhnliche Ideen und die gedankliche Weiterentwicklung bereits genannter Ideen sind erwünscht.

Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS):

Die BQS hat am 01.01.2001 ihre Tätigkeit aufgenommen. Gesellschafter der BQS gGmbH sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Bundesärztekammer und der Verband der privaten Krankenversicherung. Aufgabe ist es, die Leitung und Koordination der inhaltlichen Entwicklung und organisatorische Umsetzung der externen vergleichenden Qualitätssicherung nach § 137 SGB V zu übernehmen.

CAQ:

Computer Aided Quality assurance. Einsatz computergestützter Informationssysteme (z.B. Expertensysteme) im Produktionsprozess, die die Qualitätssicherung unterstützen sollen. Siehe auch Watch dog-function.

Case Management:

Leitlinien-gestützte, sektorübergreifende und durch Fachkräfte unterstützte Versorgungsform, die sich auf individuelle Patienten oder kleine Patientengruppen bezieht, und eine Verbesserung der Versorgung zum Ziel hat.

CBO:

Centraal Begleigingsorgaan voor de interkolligiale Toetsing. Organisation den Niederlanden für die Qualitätssicherung im Krankenhaus. 1979 gegründet von der Nationalen Organisation der Fachärzte und der Vereinigung der Krankenhausdirektoren infolge eines Berichtes über den Sachstand der Qualitätssicherung in den niederländischen Krankenhäusern. Da in den Niederlanden die fachärztliche Versorgung fast ausschließlich in Krankenhäusern angesiedelt ist, ist die CBO damit gleichzeitig für die Qualitätssicherung im fachärztlichen Bereich zuständig.

CEN:

Comité Européen de Normalisation. Europäische Normierungsbehörde ähnlich DIN und ISO.

Change Management:

ist das professionelle Gestalten, Planen und Durchführen von Veränderungsprozessen mit dem Ziel der optimalen Abstimmung der Komponenten und der optimalen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Der Erfolg eines Wandels hängt von vielen, verschiedenen Faktoren ab, vor allem aber auch von den Mitarbeitern. Die Herausforderung liegt dabei in einem schnellen, reibungslosen, akzeptierten und erfolgreichen Veränderungsprozess.

Checkliste:

Systematisierte Liste der für einen Vorgang bedeutsamen Einzelaspekte, z. B. als Prüfliste vor dem Start eines Flugzeuges oder zur systematisierten Erhebung von Befunden bei der körperlichen Untersuchung. Ziel des Einsatzes von Checklisten ist es, insbesondere für sich wiederholende Problemstellungen (adaptive) Vorgehensmodelle anzubieten, die eine vollständige und ggf. vergleichbare Ausführung von Tätigkeiten garantieren.

Controlling:

Ein Prozess, der auf dem betrieblichen Regelkreis von Zielsetzung, Aktion, Abweichungsanalyse und Reaktion aufbaut. Controlling soll die betrieblichen Adaptions- und Koordinationsaufgaben wirkungsvoll unterstützen, damit die Unternehmensziele erreicht werden können.

Abweichungsanalysen, Ursachenforschung sowie die Gestaltung aufeinander abgestimmter Planungs- und computergestützter Berichtssysteme für die betriebliche Führung sind weitere Bestandteile des Controllings. Dazu bedarf es insbesondere einer vertikalen (Detaillierung bzw. Verdichtung von Daten auf den einzelnen betrieblichen Ebenen), horizontalen (gesamtzielorientierte Aggregation der Daten auf der obersten Führungsebene) und zeitlichen Koordination der entsprechenden Informationsprozesse.

Controlling ist nicht synonym mit „Kontrolle“. Es geht als umfassende Hilfe zur Betriebsführung weit darüber hinaus. Da der Controlling-Instanz (intern, extern) keine Entscheidungskompetenz obliegt, ist „Controlling“ jedoch nicht mit dem Begriff „Steuerung“ gleichzusetzen. Siehe auch Medizin-Controlling.

CQI:

Continuous Quality Improvement. Fortwährende Verbesserung der Qualität.

Data Warehouse:

Neuer Begriff für betriebliche Auswertungssysteme, die es erlauben sollen, in einfacher Form Auswertungen für Führungsaufgaben auf allen Ebenen eines Betriebes zu erhalten. Data Warehouse Ansätze stehen in der allgemeinen Tradition von Datenbanken und Management-Informationssystemen. Sie erstellen ihre Daten direkt oder aus anderen DV-Systemen entsprechend den vorgegebenen Auswertungszielen. Die Gefahr besteht, dass bei dieser Abbildung Kontextinformationen von Daten verloren gehen und Serendipitys entstehen können.

Datenqualität:

Die Eigenschaft eines Datums in Bezug auf die Gütekriterien ObjektivitätValidität und Reliabilität.

Delphi-Technik (Delphi-Verfahren, Delphi-Konferenz):

Die Delphi-Technik, die bereits 1948 entwickelt wurde, ist eine interaktive Umfrageme-thode. Charakteristisch sind das kontrollierte Feedback und die Befragung einander unbekannter, anonymisierter Teilnehmer. Ablauf: (1) Einholung anonymisierter Meinungen von Experten mit Hilfe eines Fragebogens oder eines Interviews. (2) Durchführung mehrerer Befragungsrunden, wobei nach jeder Runde die eingetroffenen Antworten zusammengefasst und den Befragten erneut zur Begutachtung zugeschickt werden. So kommt es zur systematischen Modifikation und Kritik der zusammengefassten anonymen Antworten. (3) Erreichung einer Gruppenantwort durch eine Zusammenfassung (häufig statistisch) der individuellen Meinungen in einer Abschlussrunde. Das Delphi-Verfahren sollte abgeschlossen werden, wenn eine Konvergenz der Meinungen erkennbar wird oder wenn das Interesse der Teilnehmer spürbar abnimmt

DIN:

Deutsches Institut für Normung e. V. Das DIN ist auf der Basis eines Vertrages mit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich für die Normungsarbeit in Deutschland. Das DIN koordiniert ferner die Normungsaktivitäten auf internationaler Ebene und ist diesbezüglich „nationale Spiegelorganisation“ zu ISO und CEN.

DIN EN ISO 9000:2000 ff:

Diese internationale, erstmals Ende der 80er Jahre entwickelte Normenreihe gibt Empfehlungen und Standards zum Qualitätsmanagement (Organisation, Aufbau, Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung, Dokumentation, Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen): DIN EN ISO 9000:2000 definiert Grundlagen und Begriffe, DIN EN ISO 9001:2000 (= Teilmenge von DIN EN ISO 9004:2000) legt Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme fest und ist Grundlage einer entsprechenden Zertifizierung, DIN EN ISO 9004:2000 stellt einen Leitfaden zur Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen und einer durchgängigen Leistungsverbesserung in der Organisation dar. Vorgaben zur Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung gehören nicht zum Inhalt der Normen: die Qualität des Produkts bzw. der Dienstleistung sowie die zur Zielerreichung erforderlichen Unternehmensprozesse legt das zu zertifizierende Unternehmen fest. Akkreditierte Zertifizierungsstellen überprüfen im Rahmen einer Zertifizierung durch besonders geschulte Auditoren, ob die in DIN EN ISO 9001:2000 festgelegten Standards nachgewiesen werden können bzw. ob in den folgenden Überwachungs- bzw. Rezertifizierungsaudits die ständige Verbesserung nachgewiesen werden kann.

Disease Management:

Eine sektorübergreifende Versorgungsform, die sich an Patientenpopulationen mit speziellen Risiko-Konstellationen und nachgewiesenen Qualitätsdefiziten der Versorgung richtet, und durch den Einsatz Evidenz-basierter Leitlinien sowie durch die Eigeninitiative von Patienten eine Verbesserung des Outcomes erreicht (relative Wirksamkeit).

Dokumentation:

Niederschrift oder technische Protokollierung von medizinischen Handlungen und Ereignissen. Man unterscheidet oft freitextliche Dokumentation von kodierter Dokumentation (z. B. mit der Internationalen Klassifikation der Diagnosen ICD). Die Dokumentation ist Grundlage jeglicher Aussagen zur Qualität.

DRGs:

Diagnosis Related Groups, Fallpauschalen mit Risikoadjustierung. Kostenhomogene fallgruppenbezogene Zuordnung und Abrechnung der in Anspruch genommenen Leistungen in Behandlung, Pflege, Verwaltung etc. im Rahmen der stationären Krankenhausversorgung Grundlage der Entgelte sind die Daten der Kosten- und Leistungsrechnung und der medizinischen Dokumentation. Die auf Deutschland angepasste, ursprünglich in Australien entwickelte Unterform der DRGs wird ab 2004 als Abrechnungssystem im deutschen Krankenhaussektor eingeführt. Wie alle pauschalisierenden Systeme erfordern DRGs flankierende Maßnahmen zur Absicherung der Qualität der Leistungserbringer und Patientenflüsse.

EbM:

Evidence-based Medicine. Systematischer Gebrauch der gegenwärtig besten wissenschaftlichen Erkenntnis für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung des individuellen Patienten.

Effektivität:

Wirksamkeit: „Ausmaß, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht und geplante Ergebnisse erreicht werden.“ Eine Maßnahme ist effektiv, wenn sie geeignet ist, das formulierte Ziel zu erreichen.

Effizienz: 

“Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den eingesetzten Ressourcen.“ Eine Maßnahme ist effizient, wenn eine vorgegebene Wirkung (Effektivität) mit geringst möglichem Ressourceneinsatz erreicht oder alternativ ihre Wirksamkeit bei vorgegebenen Ressourcen maximiert wird. Das bekannteste Instrument zur Effizienzbestimmung ist die Kosten-Wirksamkeits-Analyse (engl. cost-benefit analysis).

EFQM:

Europaen Foundation for Quality Management. 1988 gegründete Stiftung führender europäischer Unternehmen zur Förderung des Qualitätsmanagements (nach dem US-amerikanischen Vorbild Malcom-Baldrige sowie in Konkurrenz dazu), u. a. durch den European Quality Award (EQA). Das EFQM-Modell für Excellence ist Grundlage eines strukturierten Assessment-Verfahrens zur (Selbst-)Analyse von Stärken und Verbesserungspotentialen in einer Organisation und deren Bewertung in einem gewichteten Kriterienmodell.

Empfehlungen:

“Vorschlag einer Möglichkeit des Handelns oder Unterlassens.“ Empfehlungen sind Ratschläge von Institutionen oder Experten für die Gesundheitsversorgung auf der Basis einer bestehenden Rechtsgrundlage oder der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine bereits in Fachkreisen konsentierte Empfehlung stellt häufig die Vorstufe einer Leit- bzw. Richtlinie dar. Obwohl Empfehlungen einen wesentlich geringeren normativen Charakter haben als Leit- oder Richtlinien, kann das Nichteinhalten unter Umständen – je nach Breite des erzielten Konsenses bzw. der Angesehenheit einzelner Experten – auch forensische Konsequenzen haben.

Epidemiologie:

Lehre von der Verbreitung und den Ursachen bzw. Risiken von Krankheiten in der Bevölkerung. Methodisches Werkzeug sind spezielle statistische Verfahren und Methoden. Früher war die Epidemiologie die Lehre von den Seuchen.

Ergebnisqualität (outcome quality):

Veränderungen des Gesundheitszustandes eines Patienten bzw. einer Bevölkerungsgruppe als Ergebnis bestimmbarer therapeutischer oder diagnostischer Maßnahmen bzw. Interventionen in die Versorgungsabläufe.

Evaluation:

Bewertung der Wirkungen von Maßnahmen oder Verfahren (z. B. Auswirkungen auf die Patientenversorgung, auf das Wohlbefinden von Patient und Arzt, auf das ärztliche Selbstverständnis etc.) hinsichtlich vorher festgelegter Kriterien. Auch alle Verfahren zum Qualitätsmanagement müssen evaluiert werden, um ihre Leistung und Kosten im Kontext des Gesundheitssystems bewerten zu können.

Expertensysteme:

Computerprogramme, die Ratschläge und Wissen wie ein menschlicher Experte bereitstellen sollen. Die Forschung nach solchen Methoden läuft unter verschiedenen Überschriften seit den 50er Jahren. Bisher haben nur wenige Programme weitere Anerkennung gefunden – so z.B. in der automatischen EKG-Analyse oder der Abklärung eines akuten Abdomens. watch dog-function.

Externe Qualitätssicherung: 

In Deutschland in der Regel Verfahren der systematischen, standardisierten Datenerhebung und –auswertung, bezogen auf ganze Fachgebiete oder Diagnosegruppen.
Beispiele: Perinatologie, Neonatologie, Chirurgie, Herzchirurgie, Nierenersatztherapie.
Ähnliche Verfahren werden praktiziert für die Laboratoriumsmedizin und die Radiologie. Seit 2001 ist die externe Qualitätssicherung nach § 137 bei der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung zusammenfasst.

Fachinformationsdienste:

Auskunftssysteme auf elektronischer oder Papierbasis, die Fakten- oder Literaturinformationen zu einer bestimmten Fragestellung bereitstellen können. Neben kommerziellen Anbietern gibt es nationale Einrichtungen, so das Deutsche Institut für medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) oder in den USA die National Library of Medicine (NLM), die Dienste bereitstellen.

Fähigkeit:

„Eignung einer Organisation, eines Systems oder eines Prozesses zum Realisieren eines Produkts, das die Anforderungen an dieses Produkt erfüllen wird.“

Fallpauschalen/Sonderentgelte:

Deutsche Version der Diagnosis Related Groups bzw. Patient Management Groups. Bei Fallpauschalen werden sämtliche Behandlungsleistungen pro Fall mit festgelegten Sätzen vergütet während mit Sonderentgelten spezielle Leistungen vergütet werden. Da dieses pauschalierte Entgeltsystem die Gefahr sinkender Qualität der Versorgung in sich birgt, benötigt es als Korrektiv vermehrte externe Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Feedback:

Die Rückmeldung über das eigene Handeln und seine Ergebnisse als Prozess in einem Regelkreis. Es hat deutlichen Einfluss auf das Verhalten und ist eines der elementaren und effizienten Mittel zur Verhaltensänderung.

Fehler:

Unerwünschter Unterschied zwischen beobachteten, gemessenen oder berechneten Zuständen oder Vorgängen einerseits und wahren, festgelegten oder theoretisch korrekten Zuständen oder Vorgängen andererseits. Das Institute of Medicine (IOM) definiert Fehler als „Versagen eines Plans oder Nutzung eines falschen Plans zum Erreichen eines Zieles“. Man unterscheidet Fehler nach ihrer Ursache oder nach dem Ereignis ihres Eintretens, aber auch nach dem Fehlerverhalten (vgl. DIN 44.300). Fehlerforschung war in den 50er Jahren eine der Wurzeln der späteren Qualitätssicherung.

Fehlerrate:

Häufigkeit von Fehlern bezogen auf gleiche Vorgänge bzw. Abläufe oder in Datenbeständen.

Gesundheitsberichterstattung:

Sammelbegriff für verschiedenste Verfahren, den Gesundheitszustand einer Zielpopulation zu beschreiben. In der Regel werden statistische Verfahren aus der Epidemiologie verwandt.

Haloeffekt:

Systematischer Beurteilungsfehler (Wells 1907). Er beschreibt die Gefahr, bei der Beurteilung von Einzelaspekten einer Fragestellung nicht objektiv, sondern entsprechend einem bereits vorhandenen Bild vom Ganzen zu urteilen. Dies führt zu einer Nivellierung der Einzelaussagen bzw. einer irrelativen Vergrößerung der Eigenschaftsinterkorrelation.

Health-Accounting:

Freiwillige Qualitätskontrolle im Krankenhaus unter Mitwirkung der Patienten (USA, 70er Jahre). In strukturierter Gruppenarbeit werden Probleme herausgearbeitet. Insbesondere falsch positive und falsch negative Fälle der Diagnostik werden analysiert. Therapiekontrolle durch Vergleich des prä- und posttherapeutischen Zustandes.

Health Technology Assessment (HTA):

Evaluation eines medizinischen Verfahrens hinsichtlich des Nachweises seiner Sicherheit, absoluten Wirksamkeit, Kosten, Kosteneffektivität, Akzeptanz und juristischen sowie ethischen Implikationen, sowohl in absoluter Betrachtung als auch in Vergleich zu anderen in Konkurrenz stehenden Verfahren (n. S. Perry, JAMA 1981)

Indikation:

Grund zur Durchführung einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme im Kontext des jeweiligen Krankheitsgeschehens. Die korrekte Indikation und deren nachvollziehbare Dokumentation in der Patientenakte sind Ziel und Grundlage jeglicher Qualitätssicherung in der Medizin.

Indikator:

siehe Qualitätsindikator

Integrierte Versorgung:

Form der sektorübergreifenden Versorgung nach §§140a ff SGB V, die als Bestandteil der Gesundheitsreform 2000 die Kooperation von ambulantem und stationärem Sektor unter risikoadjustierter Ausgliederung von Teilbudgets, direkten Verträgen mit den Kostenträgern und der Möglichkeit von Prämienermäßigungen der eingeschriebenen Patienten beabsichtigte (s. Disease Management, Case Management).

Integriertes Managementsystem:

Managementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich der Qualität, des Umweltschutzes, des Arbeitsschutzes und weiterer Komponenten.

Interne Qualitätssicherung: 

siehe Qualitätssicherung

ISO:

Internationale Standardisierungsorganisation. Deutsches Mitglied ist DIN. Die Länder der Europäischen Union müssen ISO-Normen übernehmen, wenn das Europäische Normierungskomitee (CEN) ebenfalls ISO-Normen übernimmt.

JCAHO:

Joint Commission on Accreditation of Hospitals; Gemeinsame Kommission für die Akkreditierung von Organisationen des Gesundheitswesens in den USA (www.jcaho.org). Eine private Vereinigung ohne Gewinnzweck, die Regeln für den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen erlässt, Umfragen durchführt und Akkreditierungen vornimmt.

Klassifikationen:

Schlüsselsysteme für Diagnosen und Therapien. In Deutschland wird zurzeit gesetzlich die International Classification of Diagnoses (ICD) und der von der International Classification of Procedures in Medicine (ICPM) abgeleitete Operationsschlüssel nach § 301 SGB V (OPS-301) eingesetzt. Klassifikationen sind Ordnungssysteme. „Klassifizierung“ ist die Erstellung eines Ordnungssystems und „Klassierung“ die Einordnung eines Falles in ein Ordnungssystem.

Klinische Studien:

Systematisches Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten, Heilmitteln oder Interventionen. Klinische Studien (speziell Phase IV-Studien) sind unentbehrlich für die Qualität der Weiterentwicklung therapeutischer Maßnahmen. Sie gehören i.d.R. nicht zur internen Qualitätssicherung. Klinische Studien können Leitlinien begründen. Erst mehrere klinische Studien, die vergleichend ausgewählt worden sind (à Netzanalyse) begründen einen neuen Erkenntnisschritt in der medizinischen Wissenschaft. Klinische Studien erfordern ein Höchstmaß an Datenqualität und eine Hypothese, die geprüft wird. Beides ist in der Regel in Datensammlungen im Bereich der Qualitätssicherung nicht gegeben. Qualitätssicherungsstudien können darum in der klinischen Forschung in der Regel nur als Hypothesenquelle verwandt werden.

Konformität:

„Erfüllung einer Forderungen.“
Kommentar: Konformität bezeichnet einen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass Qualitätsmerkmale die Anforderungen erfüllen. Dies wird durch Prüfungen und Verifizierungen nachgewiesen. Im Rahmen einer Zertifizierung eines Qualitätsmanagementsystems wird z. B. geprüft, ob alle Anforderungen gemäß DIN EN ISO 9001:2000, KTQ® bzw. QEP® erfüllt sind; ansonsten darf keine Konformität mit dieser Norm bzw. den Prüfkatalogen bestätigt werden. Bezüglich der „Produktkonformität“, d. h. die Erfüllung aller Anforderungen an ein Produkt bzw. eine Dienstleistung, ist es Aufgabe der obersten Leitung, dies entsprechend sicherzustellen und aufrechtzuerhalten. Dazu gehören u. a. die Schulung der Mitarbeiter sowie die Aufstellung von Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungsplänen. Ebenso ist die Arbeitsumgebung zum Erreichen der Produktkonformität festzulegen (im Krankenhaus wie in der Arztpraxis z. B. Sicherstellung adäquater Bedingungen für das ambulante Operieren, Einhaltung der Strahlenschutzverordnung beim Röntgen). Zur Sicherstellung der Konformität dienen die ständigen Mess- und Überwachungsmaßnahmen (Qualitätslenkung). Die „Produktfreigabe“ (z. B. Entlassung des Patienten, Freigabe eines Behandlungsverfahrens) erfolgt demgemäß erst nach Prüfung auf Konformität.

Konsensuskonferenz:

Methode zur Konsensfindung. Ablauf von Konsensuskonferenzen: (1) Bildung einer Vorbereitungsgruppe. (2) Themenauswahl und Zerlegung der Fragestellung in möglichst sich nicht überschneidende Unterthemen durch die Vorbereitungsgruppe. (3) Bildung eines Panels (9-15 Experten, Anwender und Laien) und Verteilung der Unterthemen auf Panelmitglieder durch die Vorbereitungsgruppe. (4) Zusammenstellung des Stands des Wissens und der Erfahrungen durch die Vorbereitungsgruppe. (5) Breit gestreute Einladung zur Konsensuskonferenz mit ausführlichen Unterlagen über den Stand des Wissens und der Erfahrungen durch Panelmitglieder. (7) Offene Diskussion, eventuell in Arbeitsgruppen. (8) Versuch einer Konsensusfindung (inklusive „weiße“ Felder, zu erwartender Effizienz und Evaluationsstrategie) im Plenum. (9) Offizielle Bekanntmachung in einer Art konzertierter Aktion. à vgl. auch Delphi

Kriterium:

Kennzeichen, unterscheidendes Merkmal.

KTQ®:

Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (www.ktq.de). Ein 1997 zunächst von der Bundesärztekammer und dem Verband der Angestellten Krankenkassen (VdAK) initiiertes, später unter Mitwirkung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Deutschen Pflegerat, proCUMCert GmbH und allen GKV-Kassen entwickeltes Zertifizierungsverfahren für Krankenhäuser, Arztpraxen und Reha-Einrichtungen, das sich an das erprobte Verfahren der Joint Commission on the Accreditation of Healthcare Organizations (à JCAHO) in den USA anlehnt und seit 2002 Routinereife erlangt hat.

Kunde:

„Organisation oder Person, die ein Produkt empfängt.
Beispiel: Verbraucher, Klient, Endanwender, Einzelhändler, Nutznießer, Käufer. Ein Kunde kann der Organisation angehören oder ein Außenstehender sein.“
DIN EN ISO 9000:2005

Leitlinien:

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. Sie sind Orientierungshilfen im Sinne von ”Handlungs- und Entscheidungskorridoren”, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss.

Lieferant:

„Organisation oder Person, die ein Produkt bereitstellt.
Beispiel: Hersteller, Vertriebseinrichtung, Einzelhändler, Verkäufer eines Produkts oder Erbringer einer Dienstleistung oder Bereitsteller von Informationen. Ein Lieferant kann der Organisation angehören oder ein Außenstehender sein. In einer Vertragssituation wird ein Lieferant manchmal als „Auftragnehmer“ bezeichnet.“

Logikfehler:

Systematischer Beurteilungsfehler (Newcomb 1931). Eine ursprünglich bei der Beurteilung von Persönlichkeitsstereotypen festgestellte Gefahr, den Ausprägungsgrad verschiedener Eigenschaften deshalb ähnlich oder gegensätzlich zu beurteilen, weil der Beurteiler vermutet, dass die Messparameter zusammenhängen. Anstelle echter Beobachtung reflektiert das Urteil aus dem Wissen gefolgerte Beziehungen zwischen Parametern.

Managed Care:

Managed Care (MC) kann übergeordnet als „Geführte Versorgung“ übersetzt werden [und wurde in den USA als „optimiertes“ Versorgungskonzept entwickelt. Eine exakte Definition des Begriffes gibt es jedoch nicht. In MC-Modellen wird versucht den einzelnen Patienten über Zuweisungs- und Behandlungsleitlinien [Leitlinien] jeweils der kostengünstigsten Behandlungsform auf einem definierten Behandlungsniveau zuzuführen. Unterschiedlichste private oder staatliche Organisationen können hierzu verschiedene MC-Techniken zur Erreichung ihrer Ziele anwenden.

Medical Controlling:

Auf medizinische Leistungen fokussierter Teil des Controlling. Im weiteren Sinne Teil des Qualitätsmanagements in der Medizin mit beschränkterem betrieblichen Fokus.

Medizinproduktegesetz (MPG):

Deutsche Rechtsnorm, die drei EU-Richtlinien, die den Bereich der Medizinprodukte betreffen, in nationales Recht verbindlich umsetzt. Mit dem MPG sind die EU-Richtlinien für aktive implantierbare Geräte, für Medikalprodukte und In-vitro-Diagnostika in nationales Recht verbindlich überführt.

Medizinische Informatik:

Wissenschaft von der Informationsverarbeitung und der Gestaltung informationsverarbeitender Systeme in der Medizin und im Gesundheitswesen. Ärzte können die Bereichsbezeichnung Medizinische Informatik erwerben und damit die DV-technischen Grundlagen des Qualitätsmanagements in besonderer Weise nachweisen.

Merkmal:

“Kennzeichnende Eigenschaft.
Ein Merkmal kann inhärent oder zugeordnet sein.
Ein Merkmal kann qualitativer oder quantitativer Natur sein.
Es gibt verschiedene Klassen von Merkmalen,
z. B. physikalische, z. B. mechanische, elektrische, chemische oder biologische Merkmale;
sensorische, z. B. bezüglich Geruch, Berührung, Geschmack, Sehvermögen, Gehör; verhaltensbezogene, z. B. Anständigkeit, Ehrlichkeit, Wahrheitsliebe;
zeitbezogene, z. B. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Verfügbarkeit;
ergonomische, z. B. physiologische oder auf Sicherheit für den Menschen bezogene Merkmale; funktionale, z. B. Spitzengeschwindigkeit eines Flugzeuges.”

Mildefehler:

Systematischer Beurteilungsfehler. Fehler, der im Hinblick auf eine Person ohne Rücksicht auf zu beurteilende Einzelvariablen auftritt. Entsprechend einem Urteil über die Person werden einzelne Variablen günstig oder ungünstig befundet. Diesem, die seitlichen Enden der Verteilung betreffenden Fehler entspricht für das Zentrum der Verteilung der Fehler der Zentraltendenz, der darin besteht, dass Befunder extreme Urteile vermeiden. Ursache letzteren Urteilsverhaltens ist in der Regel Unsicherheit oder Unkenntnis.

Mindestmengen:

Indikator, der die Anzahl der in einem Zeitraum erbrachten Leistungen beschreibt, und in § 137 SGB V für die Zulassung zur Erbringung von Leistungen vorgeschrieben ist (siehe Volume-Outcome Beziehung).

Moderator:

Person, die die Leitung und ggf. Vorbereitung einer Veranstaltung mit mehreren Teilnehmern (z.B. Qualitätszirkel) übernimmt. Das im ursprünglichen Wortsinn enthaltene „moderieren“ (= mäßigen) gilt dabei als ebenso wichtig wie die Anregung einer sachlichen Auseinandersetzung.

Monitor:

Person oder technische Einheit zur Prozessüberwachung. Als Person versteht man darunter einen Beobachter, der einen Soll-Ist-Vergleich durchführt. S.a. Self-monitoring. Ein Studienmonitor ist z. B. verantwortlich für Qualität und Verfügbarkeit der Daten entsprechend Studienplan.

Nationale Versorgungsleitlinien:

Nationale Versorgungsleitlinien sind ärztliche Entscheidungshilfen für die strukturierte medizinische Versorgung (Disease Management, integrierte Versorgung) auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz. Das deutsche Programm für nationale Versorgungsleitlinien (NVL-Programm) ist eine gemeinsame Initiative der Bundesärztekammer, der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zugunsten von Qualität und Transparenz in der Medizin. Es ist organisatorisch beim ÄZQ angesiedelt.

Nominaler Gruppenprozess:

Von Delbecq et al. (1975) entwickelter Gruppenentscheidungsprozess. Das Ergebnis ist eine Liste von Ideen und Stellungnahmen, die nach ihrer Wichtigkeit geordnet sind. Ablauf: (1) Jeder Teilnehmer verfasst zunächst für sich allein, ohne Diskussion schriftliche Antworten zu den vorgegeben Problemen und Fragen. (2) Die Antworten werden gesammelt und allen Mitgliedern gezeigt, ohne jedoch den Autor zu nennen. (3) Die einzelnen Mitglieder nehmen in einer gemeinsamen Runde nacheinander Stellung zu den gesammelten Antworten. (4) Die Schritte (1)-(3) können mehrmals wiederholt werden. (5) Nach mehreren Runden einigen sich die Teilnehmer durch Wahl oder Rangbildung schließlich auf einen bestimmter Satz von Antworten.

Norm:

Vielfältig verwandter Begriff mit unterschiedlichen Inhalten. Der Inhalt richtet sich auch nach dem Kontext des Begriffes. Im rechtlichen Bereich meint er etwas anderes als zum Beispiel bei der Erarbeitung von Regeln für die Industrie und Dienstleistungen. Nach der Definition des DIN ist eine Norm ein Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Stelle angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien und Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei ein optimaler Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang angestrebt wird. Normen sollen auf den gesicherten Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrungen basieren und auf die Förderung optimaler Vorteile für die Gesellschaft abzielen.

Nutzen:

Wertbegriff, der entsprechend dem jeweiligen Messmodell objektiv (Kosten-Nutzen-Analyse: Geldeinheiten) oder subjektiv (Nutzwertanalyse: subjektive Nutzwerte) definiert ist.

Obduktion:

Eröffnung einer Leiche, um die Todesursache festzustellen. Die makroskopische Untersuchung können mikroskopische und Laboruntersuchungen ergänzen. Die Obduktion dient im besonderen Maß der Qualitätssicherung in der Medizin, einerseits durch den Obduzenten einschließlich der klinisch-pathologischen Konferenz, andererseits als Selbstkontrolle der klinisch tätigen Ärzte bezüglich der Treffsicherheit ihrer Diagnostik und Therapie und in gewisser Weise bezüglich der ursprünglichen Prognose. Die Obduktion stellt darüber hinaus ein wichtiges Element zur Beantwortung epidemiologischer Fragestellungen dar und ist eine wesentliche Hilfe bei der Aufklärung unklarer Todesfälle.

Objektivität:

Zuverlässigkeit einer Beobachtung unabhängig von dem Untersucher. Es wird eine intrapersonelle von einer interpersonellen Objektivität unterschieden. Letztere wird auch als Konkordanz bezeichnet.

Patientensicherheit:

Patientensicherheit ist das Produkt aller Maßnahmen in Klinik und Praxis, die darauf gerichtet sind, Patienten vor vermeidbaren Schäden in Zusammenhang mit der Heilbehandlung zu bewahren.

PAS:

Professional Activity Study. Freiwillige Studie, an der sich etwa 2.000 Krankenhäuser in den USA und Kanada Anfang der 80er Jahre beteiligten. In den einzelnen Kliniken wurden mittels Fragebogen Daten erhoben, die dann zentral ausgewertet wurden. Klinikstatistiken wurden zusammen mit akademischen Standards und regionalen Ergebnissen an die Kliniken zurückversandt.

Peer Review:

“Peer Review ist definiert als eine kontinuierliche, systematische und kritische Reflexion durch mehrere Angehörige einer Berufsgruppe über die eigene Leistungsfähigkeit und die der Kollegen – unter Verwendung eines strukturierten Prozesses und mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung.“ Unter dem Begriff „Clinical Audit“ oder „Medical Audit“ wird im angelsächsischen Sprachgebrauch ein Konzept verstanden, das ein Peer review speziell für medizinische Behandlungsprozesse darstellt und demzufolge ausschließlich fachlich gleichgestellten ärztlichen Kollegen zur gegenseitigen Beratung vorbehalten ist („peers“) Dieser Vorgang beginnt zum Beispiel mit der systematischen Aufzeichnung ärztlichen Tuns und anschließender Beurteilung der erbrachten ärztlichen Leistungen durch qualifizierte Gutachter.

PEP:

(Performance and Evaluation Procedure). Freiwillige, von der Ärzteschaft in den USA getragene Studie aus den 80er Jahren, an der 4.500 Kliniken beteiligt waren. Es wurden Krankenhausstrukturparameter erhoben und ausgewertet und spezielle Problembereiche mittels standardisierter Fragebogen durchleuchtet.

Pflegeprozess:

Ein methodischer Ansatz zur Planung und Steuerung pflegerischer Maßnahmen. Der Pflegeprozess gliedert sich in sechs Verfahrensschritte: 1. Informationssammlung (Pflegeanamnese), 2. Feststellen von Bedürfnissen und Möglichkeiten des Patienten, 3. Festlegung des Pflegezieles, 4. Planung der Pflegemaßnahmen, 5. Pflegerische Tätigkeit und 6. Beurteilung ihrer Wirkung auf den Patienten.

Pflegestandard:

siehe Standard

Plausibilitätskontrolle:

Die Überprüfung von Ergebnissen im Kontext mit anderen verfügbaren Angaben aus parallel oder schon früher erstellten Befunden (Befundmusterkontrolle, Trendkontrolle) sowie anhand von Grenzwerttabellen oder nach empirischen Regeln (Extremwertkontrolle, Regelprüfung). Die jeweiligen Entscheidungsgrenzen können nach sachlogischen Gesichtspunkten vorgegeben oder mit Hilfe explorativer Datenanalysen statistisch ermittelt werden.

Präzision:

Bezeichnung für das Ausmaß der Übereinstimmung der Ergebnisse wiederholter Messungen unter vorgegebenen Versuchsbedingungen. Die quantitative Angabe wird als Abweichung bezeichnet.

Präzisionskontrolle:

Systematische statistische Kontrolle – etwa eines Messverfahrens – über den Grad der Abweichung bei gleichen Proben.

PRO:

Professional Review Organizations (Fachliche Überprüfungsgremien). Für bestimmte geographische Gebiete zuständige Organisationen, die sich im Rahmen des PRO- Programms vertraglich zur Evaluierung der medizinischen Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit, Qualität und Kostenwirksamkeit der Versorgung der Leistungsempfänger des Medicare-Programms in den USA (Bundesprogramm für die ärztliche Versorgung von Personen über 65 Jahren) verpflichtet haben. Peer Review Improvement Act, PL 97-248, 1992

Problemorientiertes Krankenblatt:

Von Medizinern entworfenes Verfahren der medizinischen Dokumentation, bei dem problemorientiert alle diagnostischen und therapeutischen Alternativen schriftlich dokumentiert werden. So wird der Prozess der Behandlung nachvollziehbar und einem Qualitätsmanagement zugänglich. Dies ist bei dem in Deutschland üblichen Dokumentationsverfahren, die nur Ergebnisse aber nicht die Fragestellungen festhalten, nicht möglich.

Produkt:

“Ergebnis eines Prozesses.
Es gibt vier übergeordnete Produktkategorien:
Dienstleistungen (z. B. Transport), Software (z. B. Rechnerprogramm, Wörterbuch), Hardware (z. B. mechanisches Motorteil), verfahrenstechnische Produkte (z. B. Schmiermittel). Viele Produkte bestehen aus Elementen, die zu verschiedenen übergeordneten Produktkategorien gehören. Ob das Produkt als Dienstleistung, Software, Hardware oder verfahrenstechnisches Produkt bezeichnet wird, hängt vom vorherrschenden Element ab. Zum Beispiel besteht das Angebotsprodukt „Auto” aus Hardware (z. B. den Reifen), verfahrenstechnischen Produkten (z. B. Kraftstoff, Kühlflüssigkeit), Software (z. B. Motorsteuerungssoftware, Betriebsanleitung) und Dienstleistung (z. B. den vom Händler gegebenen Erläuterungen zum Betrieb).
Eine Dienstleistung ist das Ergebnis mindestens einer Tätigkeit, die notwendigerweise an der Schnittstelle zwischen dem Lieferanten und dem Kunden ausgeführt wird und üblicherweise immateriell ist.“

Profil:

Graphische Darstellung einer überschaubaren Anzahl von Merkmalen oder Messwerten, deren Werte in der Regel vertikal übereinander angeordnet werden. Dadurch entsteht der Eindruck eines Profils – insbesondere, wenn die Messwerte noch durch Linien miteinander verbunden werden. Der graphisch häufig eindrucksvollen Darstellung (Profile sind deshalb sehr beliebt) steht das Problem gegenüber, dass das Profil selbst einen nicht definierten Aussagewert hat.

Projekt:

Ein nach methodischen Regeln im Rahmen einer Projektorganisation ablaufender Problemlösungsprozess. Wichtig ist, dass Projekte einen definierten Anfang und ein festgelegtes Ende haben.

Projektgeschäftsstelle:

Servicebüro, das eine oder mehrere externe Qualitätssicherungsmaßnahmen oder –projekte auf Landes- oder Bundesebene koordiniert und/oder durchführt. Hierzu gehören nicht nur der tägliche Dokumentations- und Auswertungsbetrieb, sondern auch Planung, wirtschaftlicher Betrieb und Evaluation der Maßnahmen sowie die Unterstützung korrespondierender interner Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Prozess:

“Satz von in Wechselbeziehung oder Wechselwirkung stehenden Tätigkeiten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt. Eingaben für einen Prozess sind üblicherweise Ergebnisse anderer Prozesse. Prozesse in einer Organisation werden üblicherweise geplant und unter beherrschten Bedingungen durchgeführt, um Mehrwert zu schaffen. Ein Prozess, bei dem die Konformität des dabei erzeugten Produkts nicht ohne weiteres oder in wirtschaftlicher Weise verifiziert werden kann, wird häufig als "spezieller Prozess" bezeichnet.”

Prozessqualität:

Ein Aspekt der Qualität der medizinischen Versorgung, der alle medizinischen Aktivitäten unter Einbeziehung der interpersonellen und interaktionalen Aspekte umfasst. Hierzu gehören Art und Weise der Diagnostik und Therapie, z. B. der Medikamentenverordnung, aber auch der Gesprächsführung, der Anamneseerhebung, Rechtzeitigkeit, Angemessenheit usw. Beeinflusst wird der Behandlungsprozess u. a. durch die Persönlichkeit und Einstellung von Arzt und Patient und der Wechselwirkung zwischen beiden, aber auch durch gesellschaftliche und ethische Gesichtspunkte.

PSRO:

Professional Standards Review Organisation. Auf gesetzlicher Grundlage beruhende Erhebung, der Anfang der 80er Jahre bereits etwa 80% der US-Kliniken angeschlossen waren. Es werden Einweisungsnotwendigkeit und Liegezeiten kontrolliert. Spezielle Problembereiche werden ebenfalls identifiziert und mit standardisierten Techniken untersucht. Weitere Hilfen sind Klinik-, Arzt- und Patientenprofile. Das Gesamtsystem ist regional organisiert; zu jedem lokalen PSRO gehört eine begrenzte Anzahl von Versorgungseinheiten.

Qualität:

„Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt.
Die Benennung “Qualität” kann zusammen mit Adjektiven wie schlecht, gut oder ausgezeichnet verwendet werden. Inhärent” bedeutet im Gegensatz zu “zugeordnet” “einer Einheit innewohnend”, insbesondere als ständiges Merkmal.”
Ein inhärentes Merkmal ist definiert als Qualitätsmerkmal, ein Merkmal als eine kennzeichnende Eigenschaft. Eine Anforderung ist definiert als ein Erfordernis oder eine Erwartung, das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist.

Qualitäts(an)forderung (Requirements for quality):

Formulierung der Erfordernisse oder deren Umsetzung in eine Serie von quantitativ oder qualitativ festgelegten Forderungen an die Merkmale einer Einheit zur Ermöglichung ihrer Realisierung und Prüfung. Es ist entscheidend, dass die Qualitätsforderung die festgelegten und vorausgesetzten Erfordernisse des Kunden voll widerspiegelt. Der Begriff „Forderung“ erfasst sowohl marktbegründete als auch vertragliche als auch interne Forderungen einer Organisation. Sie können in den unterschiedlichen Planungsstufen entwickelt, detailliert und aktualisiert werden. Quantitativ festgelegte Forderungen an die Merkmale enthalten z. B. Nennwerte, Bemessungswerte, Grenzabweichungen und Toleranzen. Die Qualitätsforderung sollte in funktionalen Bedingungen ausgedrückt und dokumentiert werden.

Qualitätsbericht:

Gesetzlich ab 2005 (für 2004) gemäß § 137 SGB V vorgeschriebene Veröffentlichung mit Angaben zum Spektrum und Anzahl der Leistungen sowie dem Stand der Qualitätssicherung aller zugelassenen Krankenhäusern, der u. a. im Internet veröffentlicht werden soll und die Basis für Empfehlungen von Zuweisern sowie Kostenträgern bildet. (Möglichkeit für Patienten, sich zu informieren)

Qualitätsdarlegung:

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Erzeugen von Transparenz über Qualität gerichtet ist. Qualitätsdarlegung dient der Darstellung qualitätsrelevanter Informationen nach innen (betriebliches Qualitätsberichtswesen, Selbstbewertung, Managementreview) und nach außen (Qualitätsberichte, Zertifizierung, Qualitätspreise). Unter der Qualitätsdarlegung nach außen sind Aktivitäten zu verstehen, die bei Kunden und Partnern im Gesundheitswesen Vertrauen schaffen, dass eine Organisation alle festgelegten, üblicherweise vorausgesetzten und verpflichtenden Erfordernisse und Erwartungen erfüllt.

Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB):

Beauftragter der obersten Leitung mit der festgelegten Befugnis und Verantwortung dafür, dass ein Qualitätsmanagementsystem festgelegt, verwirklicht und aufrechterhalten wird, alle QM-Maßnahmen konsequent umgesetzt werden und deren Wirksamkeit kontinuierlich überprüft und dargestellt wird.

Qualitätsindikator:

Quantitatives Maß, welches zum Monitoring und zur Bewertung der Qualität wichtiger Leitungs-, Management-, klinischer und unterstützender Funktionen genutzt werden kann, die sich auf das Behandlungsergebnis beim Patienten auswirken. Ein Indikator ist kein direktes Maß der Qualität. Es ist mehr ein Werkzeug, das zur Leistungsbewertung benutzt werden kann, das Aufmerksamkeit auf potentielle Problembereiche lenken kann, die einer intensiven Überprüfung innerhalb einer Organisation bedürfen könnten.“ Qualitätsindikatoren bilden die Qualität einer Einheit durch Zahlen bzw. Zahlenverhältnisse indirekt ab. Man kann sie auch als qualitätsbezogene Kennzahlen („Qualitätskennzahlen“) bezeichnen. Die Ausprägung eines Indikators kann mit guter bzw. schlechter Qualität in Verbindung gebracht werden. Hierzu verwendet man definierte Ausprägungen des Indikators, den sog. Referenzwert oder Referenzbereich. Qualitätsindikatoren sind struktur-, prozess- und/oder ergebnisbezogen. Darüber hinaus müssen Qualitätsindikatoren – je nach Anwendung – den Anforderungen der Validität, Reliabilität, Sensitivität und Spezifität genügen.

Qualitätskontrolle:

Obsolet: Dieser Begriff wird im Deutschen nicht definiert. Von seiner Benutzung wird abgeraten. (Maßnahmen zur fortlaufenden Überwachung der Qualität von in Masse produzierten Gütern und erbrachten Dienstleistungen, z. B. die im Eichgesetz sowie in Richtlinien der Bundesärztekammer und ihren Ausführungsbestimmungen geregelte „Qualitätskontrolle“ im medizinischen Laboratorium (Richtigkeitskontrolle, Präzisionskontrolle, Ringversuche) werden der Qualitätssicherung zugerechnet.) vgl. Qualitätslenkung.  

Qualitätslenkung:

Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erfüllung von Qualitätsanforderungen gerichtet ist. Qualitätslenkung umfasst Arbeitstechniken und Tätigkeiten, deren Zweck sowohl die Überwachung eines Prozesses als auch die Beseitigung von Ursachen nicht zufriedenstellender Ergebnisse in allen Phasen der Leistungserbringung ist. Der englische Begriff „to control“ bedeutet „steuern“, „betätigen“, „regeln“, „regulieren“. Davon leitet sich der streng im betriebswirtschaftlichen Sinne zu interpretierende Begriff „Controlling“ bzw. „quality control“ ab.

Qualitätsmanagement:

Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität, die üblicherweise das Festlegen der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele, die Qualitätsplanung, die Qualitätslenkung, die  Qualitätssicherung und die Qualitätsverbesserung umfassen. Qualitätsmanagement umfasst demgemäß alle Aspekte im Rahmen der Unternehmensführung, die im Zusammenhang stehen mit der von der obersten Leitungsebene formulierten, grundlegenden Einstellung sowie den Absichten, Zielsetzungen und Maßnahmen in Bezug auf die Erreichung und Verbesserung von Qualität. Dabei sind vielfältige Einflussmöglichkeiten zu berücksichtigen, insbesondere Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Gesetzgebung, der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und der Umwelt. Hinzu kommen die Wünsche und Anforderungen der Kunden. Die Unternehmensleitung trägt eine nicht delegierbare Verantwortung für das Qualitätsmanagement und muss darüber hinaus auch aktiv für die konsequente Umsetzung auf allen Hierarchieebenen sorgen.

Qualitätsmanagement: -Handbuch (quality manual)

Dokument, in dem das Qualitätsmanagementsystem einer Organisation festgelegt ist. QM-Handbücher können hinsichtlich Detaillierung und Format an die Größe und Komplexität einer einzelnen Organisation angepasst sein. Ein QM-Handbuch kann sich auf die Gesamtheit der Tätigkeiten einer Organisation oder nur auf einen Teil davon beziehen. Titel und Zweckbestimmung des Handbuches spiegeln den Anwendungsbereich wider.

Qualitätsmerkmal:

Inhärentes Merkmal eines Produkts, Prozesses oder Systems, das sich auf eine Anforderung bezieht.
Inhärent bedeutet „einer Einheit innewohnend“, insbesondere als ständiges Merkmal.
Ein einem Produkt, einem Prozess oder einem System zugeordnetes Merkmal (z. B. der Preis eines Produkts, der Eigentümer eines Produkts) stellt kein Qualitätsmerkmal dieses Produkts, Prozesses oder Systems dar.“ DIN EN ISO 9000:2005

Qualitätsplanung:

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Festlegen der Qualitätsziele und der notwendigen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen zur Erfüllung der Qualitätsziele gerichtet ist.

Qualitätspolitik:

Übergeordnete Absichten und Ausrichtung einer Organisation zur Qualität, wie sie von der obersten Leitung formell ausgedrückt wurden. Generell steht die Qualitätspolitik mit der übergeordneten Politik der Organisation im Einklang und bildet den Rahmen für die Festlegung von Qualitätszielen.

Qualitätssicherung:

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Erzeugen von Vertrauen darauf gerichtet ist, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden. In der aktuellen Terminologie wird Qualitätssicherung – gemäß der wörtlichen Übersetzung – als „Qualitätszusicherung“ verstanden. Hierunter sind Aktivitäten zu verstehen, die bei Kunden und Partnern im Gesundheitswesen Vertrauen schaffen, dass eine Organisation alle festgelegten, üblicherweise vorausgesetzten und verpflichtenden Erfordernisse und Erwartungen erfüllt. In der Gesundheitsversorgung in Deutschland spielte der Begriff Qualitätssicherung bisher eine zentrale Rolle für verschiedenste Aktivitäten. Es wurde traditionell zwischen interner und externer Qualitätssicherung unterschieden. „Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen“ umfassten durchaus auch Aspekte der Qualitätsverbesserung und des Qualitätsmanagements. Unter „externer Qualitätssicherung“ wurden insbesondere Qualitätssicherungsmaßnahmen mit externen Vergleichen verstanden. Einige der bekanntesten Maßnahmen – z. B. Perinatologie, Neonatologie, Allgemeine Chirurgie – beruhen auf diesem Verfahren. Im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung [§ 137 SGB V (seit 1989)] zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung spielt das Prinzip der vergleichenden Prüfung ebenfalls eine zentrale Rolle. Für die Gesamtheit aller qualitätswirksamen Tätigkeiten und Zielsetzungen in einer Organisation soll nach allgemeinen Übereinkünften in den nationalen und internationalen Normungsgremien soll dafür der Begriff „Qualitätsmanagement„ zur Anwendung gelangen.

QM-Bewertung  bzw. Bewertung des Qualitätsmanagementsystems:

Regelmäßige, systematische Beurteilung der Eignung, Angemessenheit, Wirksamkeit und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems in Übereinstimmung mit der Qualitätspolitik und den Qualitätszielen durch die oberste Leitung. Diese Bewertung schließt die Ermittlung des Handlungsbedarfs, auch im Hinblick auf Möglichkeiten für Verbesserungen und Änderungsbedarf für das Qualitätsmanagementsystem sowie der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele (Anpassung an sich ändernde Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien) ein.

Qualitätsmanagement-System (QM-System):

Managementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität, d.h. die zur Verwirklichung des Qualitätsmanagements erforderliche Organisationsstruktur, Verfahren, Prozesse und Mittel. Bei der Gestaltung ihrer QM-Systeme sind die Organisationen grundsätzlich frei.

Qualitätsverbesserung:

Teil des Qualitätsmanagement, der auf die Erhöhung der Fähigkeit zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen gerichtet ist. Dies umfasst alle in einer Organisation ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz von Tätigkeiten und Prozessen, um zusätzlichen Nutzen sowohl für die Organisation als auch für ihre Kunden zu erzielen. Qualitätsverbesserung und Qualitätsplanung sollten zusammenwirken. Erkenntnisse aus der Qualitätsverbesserung können sich auf die Qualitätsplanung auswirken. Beispiel: Das Steuerungsgremium der Krankenhausabteilung diskutiert regelmäßig die für den Arbeitsbereich der Abteilung relevanten, neu erschienenen Veröffentlichungen und beschließt ggf. Verbesserungsmaßnahmen für die Arbeit der Abteilung, die sich z. B. in Änderungen der Therapieschemata niederschlagen. (vgl. Ständige Verbesserung)

Qualitätsziel:

„Etwas bezüglich Qualität Angestrebtes oder zu Erreichendes.
Qualitätsziele beruhen im Allgemeinen auf der Qualitätspolitik der Organisation.

Qualitätszirkel:

“Ein Qualitätszirkel ist eine kleine institutionalisierte Gruppe von 5 – 12 Mitarbeitern, die regelmäßig zusammentreffen, um in ihrem Arbeitsbereich auftretende Probleme freiwillig und selbstständig zu bearbeiten“. Diese Definition entspricht den einrichtungsinternen Qualitätszirkeln in Organisationen des Gesundheitswesens, die sich im Allgemeinen berufsgruppen- oder abteilungsübergreifend zusammensetzen. Traditionell hat die Qualitätszirkelarbeit besonders im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung eine andere Akzentuierung („peer review group“) und einen anderen Stellenwert, wie er sich in der folgenden Definition ausdrückt: "Ärztliche Qualitätszirkel sind auf freiwilliger Initiative gründende Foren für einen kontinuierlichen interkollegialen Erfahrungsaustausch, der problembezogen, systematisch und zielgerichtet ist und der in gleichberechtigter Diskussion der Teilnehmer eine gegenseitige Supervision zum Ziel hat."

QEP®:

Das Konzept „Qualität und Entwicklung in Praxen“ ist ein von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder erarbeitetes modulares Konzept zur Implementierung von Qualitätsmanagement in Arztpraxen. Es ermöglicht niedergelassenen Ärzten auf der Basis eines Manuals und nach entsprechender Schulung oder Hinweis ein umfassendes Qualitätsmanagement einzuführen und bis zu einer externen Bewertung zu entwickeln.

Referenz (-wert, -bereich):

Der Referenzbereich ist das Intervall, innerhalb dessen die Ausprägung eines Qualitätsindikators als „unauffällig“ definiert wird. Ein Referenzwert ist ein Referenzbereich, dessen Unter- und Obergrenze zusammenfallen. Referenzbereiche bzw. -werte müssen im Rahmen der Qualitätsforderung festgelegt werden. Diese Festlegung kann entweder empirisch (statistisch) oder normativ (Expertenkonsens) erfolgen.

Reliabilität:

Zuverlässigkeit. Gütekriterium, das die Messgenauigkeit eines Verfahrens angibt. Im Hinblick auf menschliche Messungen wird auch von Objektivität bzw. Interbeobachterübereinstimmung gesprochen. Der eng verwandte Begriff der „reproducibility“ wird im engeren Sinne für die Wiederholungsstabilität eines technischen Messvorganges verwandt. Psycho- und Soziometrie bestehen zu einem überwiegenden Teil aus Reliabilitäts- und Validitätstesten. Diese werden dann exakter nach dem jeweils verwandten Bestimmungsverfahren bezeichnet (z. B. Split-half-Reliabilität).

Revision:

Prüfung definierter Ergebnisse (z. B. Jahresabschluss), Prozesse (z. B. automatisierte Datenverarbeitung) oder Systeme (z.B. Anwendungssysteme) durch unabhängige Personen innerhalb (interne Revision) oder außerhalb (externe Revision) eines Unternehmens.

Richtigkeitskontrolle:

Verfahren zur Qualitätskontrolle zur Feststellung der Validität von Messungen, z.B. im medizinischen Laboratorium. Es werden Untersuchungen von definierten Referenzmaterialien durchgeführt und diese Resultate mit den zuvor mit einer Referenzmethode ermittelten Sollwerten verglichen.

Richtlinie:

Richtlinien sind von einer rechtlich legitimierten Institution konsentierte, schriftlich fixierte und veröffentlichte Regelungen des Handelns oder Unterlassens, die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen.

Ringversuch:

Externe Qualitätskontrollmethode. Die Qualität von Analysenmethoden wird anhand von zugesandten Kontrollmaterialien überprüft. Die Überwachung von Ringversuchen im Laborbereich der ambulanten Versorgung obliegt z. B. den Kassenärztlichen Vereinigungen. Die erfolgreiche Teilnahme an den vorgeschriebenen Ringversuchen ist Voraussetzung für die Abrechnungsfähigkeit der Laborleistungen bei den Krankenkassen.

Risikomanagement/Risk Management:

Unter Risikomanagement versteht man den planvollen Umgang mit Risiken. Dies umfasst die Analyse (Identifikation, Messung und Gewichtung) potentieller Risiken und die Festlegung einer Risikostrategie mit dem Ziel, die Risiken zu beherrschen.

Selbst-/Fremdbewertung:

“Die Selbstbewertung einer Organisation ist eine umfassende und systematische Bewertung der Tätigkeiten und Ergebnisse der Organisation, die auf das Qualitätsmanagementsystem oder ein Exzellenzmodell bezogen werden.” Die Fremdbewertung einer Organisation ist die Validierung der Selbstbewertung durch eine dritte Partei.

Self-monitoring:

Die Selbstkontrolle durch kontinuierliches Beobachten des eigenen Handelns.

Serendipity:

Begriff aus einem arabischen Märchen. Mit ihm werden Schlussergebnisse aus Datenanalysen bezeichnet, die zufällig entstehen und nicht in Bezug auf ihre Validität interpretierbar sind. Serendipities sind die größte Gefahr bei unsystematischen Datenanalysen.

Ständige Verbesserung:

Wiederkehrende Tätigkeiten zum Erhöhen der Fähigkeit, Anforderungen zu erfüllen. Das Konzept der ständigen Verbesserung (bislang im angloamerikanischen Sprachgebrauch als „Continuous quality improvement, CQI“ bzw. im Deutschen als kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP bekannt, früher auch als „Qualitätskreis“ oder „Qualitätsspirale“ beschrieben) geht zurück auf W.E. Deming und den von ihm – basierend auf Vorarbeiten seines Lehrers Shewhart - entwickelten Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA), der zugleich Anwendungs- und Erklärungsmodell ist.

Standard:

Eine normative Vorgabe qualitativer und/oder quantitativer Art bezüglich der Erfüllung vorausgesetzter oder festgelegter Qualitätsforderungen.Der englische Begriff „standard“ ist im Deutschen mit „Norm“ zu übersetzen. Allgemein werden Begriffe wie Maßstab, Norm, Richtschnur, Leistungs- und Qualitätsniveau hierunter verstanden. Die Wertigkeit und damit die Verbindlichkeit eines Standards entsprechen dem einer Richtlinie.

Aus juristischer Sicht ist Standard das, „was auf dem betreffenden Fachgebiet den gesicherten Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht und in der medizinischen Praxis zur Behandlung der jeweiligen gesundheitlichen Störung anerkannt ist“.

Struktur-/Prozess-/Ergebnisqualität:

Grad, in dem (je) ein Satz inhärenter Merkmale der Struktur, der Prozesse bzw. des (Behandlungs-) Ergebnisses Anforderungen erfüllt. Die international gebräuchliche Einteilung in Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als „Ebenen der Qualitätsbeobachtung und -beurteilung im Gesundheitswesen“ geht auf Donabedian zurück. Er unterscheidet Struktur, Prozess und Ergebnis wie folgt:

"Structure describes the physical, organizational, and other characteristics of the system that provides care and of its environment.

Process is what is done in caring for patients.

Outcome is what is achieved, an improvement usually in health but also in attitudes, knowledge, and behaviour conducive to future health.''

Damit umfasst

Strukturqualität die Rahmenbedingungen, das Umfeld für die medizinische Versorgung, personelle und materielle Ressourcen, organisatorische und finanzielle Gegebenheiten einschl. der Zugangsmöglichkeiten für die Patienten,

Prozessqualität alle medizinischen/pflegerischen/therapeutischen Tätigkeiten, die zwischen Anbietern und Verbrauchern von Gesundheitsleistungen ablaufen,

Ergebnisqualität die dem medizinischen/pflegerischen/therapeutischen Handeln zuschreibbaren Veränderungen des Gesundheitszustandes der Patienten einschl. der von diesem Veränderungen ausgehenden Wirkungen.

(Ein Aspekt der Qualität der medizinischen Versorgung, der bestimmt wird durch die Rahmenbedingungen im Einzelfall und durch die politischen und ökonomischen Faktoren, unter denen Gesundheitsversorgung stattfindet (z. B. technische Ausstattung der Praxis, Zugangsmöglichkeiten für Patienten, Fähigkeiten des Praxispersonals, Genauigkeit der Datendokumentation, Ausbildungsstand des Arztes).

Studienplan:

Genaue Festlegung der Annahmen, Hypothesen, statistischen Modellen, der Datenerhebung etc. einer Studie. Ist heute genormt und absolute Voraussetzung für die Anerkennung von Studien.

Subjektivität:

Bewertung aus persönlicher Sicht.

Supervision:

Überwachung eines Prozesses. Im therapeutischen Bereich häufig eingesetzt, um interpersonelle Qualitäten des Arztverhaltens zu beobachten, zu hinterfragen und zu korrigieren.

Total Quality Management :

siehe Umfassendes Qualitätsmanagement

Tracer-Methode:

Tracer- oder Qualitätsmerkmale sind in der Regel spezifische Gesundheitsprobleme oder Diagnosen, die eine Beurteilung der Stärken und Schwächen der jeweilig durchgeführten Versorgungsmaßnahme erlauben. Für einige medizinische Bereiche, in denen sich Tracer gut herleiten lassen, wurde eine Methode zur tracerbasierten Qualitätssicherung entwickelt. Mit Tracer-Methoden werden auch Qualitätsverfahren in der medizinischen Qualitätssicherung bezeichnet, bei denen von den Ergebnissen exemplarisch ausgewählter Krankheitsbilder auf andere erbrachte Leistungen geschlossen wird (pars pro toto-Ansatz). Tracer-Methoden werden oft in den operativen Disziplinen eingesetzt. Tracer müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. So müssen sie beispielsweise leicht diagnostizierbar und gut definierbar sein, hinlänglich bekannt sein und in einer hinreichenden Frequenz auftreten.

Trendkontrolle:

Plausibilitätsprüfung in Laboratorien, um Probenverwechslungen oder andere grobe Messfehler zu erkennen. Unter Vorgabe einer Irrtumswahrscheinlichkeit, die von den jeweiligen Parametern einer biologischen Kenngröße abhängt, wird automatisch auf alle unplausiblen (auffälligen) Abweichungen von den Vorwerten desselben Patienten aufmerksam gemacht.

Umfassendes Qualitätsmanagement:

Auf die Mitwirkung aller ihrer Mitglieder gestützte Managementmethode einer Organisation, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenstellung der Kunden auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf Nutzen für die Mitglieder der Organisation und für die Gesellschaft zielt (aus DIN EN ISO 8402: 08.95). Das umfassende Qualitätsmanagement wird im Deutschen das Total Quality Management (TQM) bezeichnet. Der Begriff „Total Quality Management“ ist in der aktuellen Fassung der DIN EN ISO 9000:2000 zu Begriffen im Qualitätsmanagement nicht mehr gesondert definiert. Nach heutigem Verständnis des Qualitätsmanagementansatzes ist diese Führungsmethode bereits so umfassend ausgelegt, dass die frühere Differenzierung zwischen Qualitätsmanagement und umfassendem Qualitätsmanagement nur noch minimal ist. Die Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement zu umfassendem Qualitätsmanagement als ganzheitlicher, unternehmensweiter Managementansatz beinhaltet die besondere Hervorhebung einer konsequenten Mitarbeiterorientierung, Umwelt, Gesellschaft, Partnerschaften (vgl. EFQM).

Validität:

Gültigkeit. Grad der Genauigkeit, mit dem ein Testverfahren das misst, was es messen soll. Die Validität ist das wichtigste, jedoch auch das am schwierigsten zu bestimmende Gütekriterium (siehe auch Reliabilität). Nach der Bestimmungsmethode werden verschiedene Gültigkeiten voneinander unterschieden (z.B. Konstruktvalidität, Augenscheinvalidität etc.).

Versorgungsforschung:

Systematische Erforschung der Krankenversorgung auf der Ebene der relativen Wirksamkeit (effectiveness) in Ergänzung zur absoluten Wirksamkeit (efficacy) unter Verwendung der Perspektiven der Epidemiologie, der Institutionen (Qualitätsmanagement, Medizinische Soziologie), der Gesundheitssystemforschung (Public Health), der Gesundheitsökonomie und der klinischen Fächer.

Volume-Outcome Beziehung:

Beziehung zwischen Anzahl der einem definierten Zeitraum erbrachten Leistungen und der Ergebnisqualität (s. Mindestmengen). Für einige Eingriffe und Prozeduren wissenschaftlich hinreichend belegt.

Watch dog-function:

Verfahren aus der rechnergestützten Entscheidungsfindung. Nach festgelegten Regeln prüft ein Computerprogramm verschiedene Daten oder Entscheidungsschritte gegeneinander ab. Ein Beispiel wäre bei einem Arztrechner der Vergleich von Medikationen mit Vorbefunden und potentiellen Wechselwirkungen.

Wirksamkeit:

„Ausmaß, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht und geplante Ergebnisse erreicht werden.“

Wirtschaftlichkeit (des Qualitätsmanagements):

Vergleich der Aufwendungen und Leistungen von Maßnahmen im Qualitätsmanagement. Die Analyse dieses Aspekts ist Teil der Evaluation, die jede Maßnahme durchlaufen sollte.

Zertifizierung:

Verfahren, in dem ein (unparteiischer) Dritter schriftlich bestätigt, dass ein Erzeugnis, ein Verfahren, eine Dienstleistung oder eine Organisation in ihrer Gesamtheit festgelegte Anforderungen erfüllt.


Das Glossar ist dem Curriculum Ärztliches Qualitätsmanagement entnommen, weitere Quellenangaben siehe dort.

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