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Beschlussprotokoll des 112. Deutschen Ärztetages


Evaluation der Weiterbildung

Punkt V der Tagesordnung – Evaluation der Weiterbildung

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache V - 01) unter Berücksichti-gung des Antrags von Frau Dr. Gitter (Drucksache V - 01a) beschließt der 112. Deutsche Ärztetag mit großer Mehrheit:

Weiterbildungsbefugte und Weiterzubildende werden aufgefordert, sich an der Befragung der Ärztekammern zur Zufriedenheit mit der Weiterbildung (Projekt „Evaluation der Weiterbildung“) zu beteiligen. Mit diesem Projekt wollen Bundes-ärztekammer und Landesärztekammern die Qualität der Weiterbildung sichern und verbessern.

Über die im Mai 2009 gestartete Online-Befragung wird Weiterbildungsbefugten und Weiterzubildenden die Möglichkeit gegeben, sich u. a. zu äußern zu allgemeinen Rahmenbedingungen wie Arbeitssituation, Arbeitszeiten, Budgets sowie zu speziel-len Aspekten der Weiterbildung wie Vermittlung von Fachkompetenzen, Lernkultur, Führungskultur, Kultur der Fehlervermeidung, Entscheidungskultur, Betriebskultur, Anwendung evidenzbasierter Medizin.

Insbesondere die weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzte werden gebeten, sich an der Erhebung zu beteiligen und somit den Weiterzubildenden die Möglichkeit zur Teilnahme an der Befragung zu eröffnen. Denn erst nach Einwahl durch den Befugten wird den Weiterzubildenden der Zugang zum Online-Portal (www.evaluation-weiterbildung.de) ermöglicht.

In den vergangenen Jahren wurde die Weiterbildungssituation in Deutschland häufig dafür verantwortlich gemacht, dass junge Ärztinnen und Ärzte aus der Patientenver-sorgung aussteigen und in andere Berufsfelder wechseln oder ins Ausland abwan-dern. Verlässliche Daten über den Grad der Unzufriedenheit und die Gründe, dem kurativen System schon in jungen Jahren den Rücken zu kehren, liegen derzeit allerdings nicht vor. Die tatsächlichen Ursachen für die Unzufriedenheit des ärzt-lichen Nachwuchses, dauerhaft im Gesundheitssystem tätig zu werden, können in den Weiterbildungsstrukturen selbst oder aber primär in den politisch verursachten Rahmenbedingungen der Weiterbildung begründet sein.

Die Umfrage dient dazu, die aktuelle Situation in den Abteilungen vor Ort sowie Positives und/oder Negatives darzustellen, um z. B. Handlungskonzepte für struk-turierte Weiterbildungsabläufe zu entwickeln. Die Befragung soll im Sinne einer Feedback-Schleife in einem zweijährigen Abstand wiederholt werden.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Anreize entwickelt werden, um den ärzt-lichen Nachwuchs zu motivieren, in Deutschland zu bleiben. Der Abwanderung junger Ärztinnen und Ärzte in andere Berufsfelder oder ins Ausland soll entgegen-gewirkt werden.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.evaluation-weiterbildung.de verfügbar.

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