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Medikamentenabhängigkeit

Auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien wird die Zahl der manifest von Medikamenten abhängigen Menschen in Deutschland auf ca. 1,4 ‑ 1,9 Millionen geschätzt. In etwa 80 % der Fälle handelt es sich dabei um eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen.

Darüber hinaus muss eine vergleichbar große Anzahl von Menschen als mittel- bis hochgradig gefährdet eingeschätzt werden, eine Medikamentenabhängigkeit zu entwickeln. Bei einer Repräsentativerhebung in der erwachsenen Bevölkerung [1] zeigten sich bei 4,3 % der Befragten Hinweise auf einen problematischen oder bereits abhängigen Medikamentengebrauch. Dabei lag der Prozentsatz der gefährdeten oder abhängigen Frauen deutlich über dem der Männer (5,5 % vs. 3,2 %). 16,8 % der erwachsenen Bevölkerung gaben in derselben Befragung an, mindestens einmal pro Woche ein psychotrop wirkendes Medikament einzunehmen. Besondere Bedeutung fällt hierbei den Benzodiazepinen und ihre Analoga zu (sogenannte „Z-Drugs“), bei deren Verschreibung besondere Vorsicht geboten ist.

Der problematische Gebrauch von Medikamenten steigt - statistisch gesehen - mit dem Alter kontinuierlich an, weshalb in der Gruppe der über 60-Jährigen mit einem noch höheren Anteil an Medikamentenabhängigen zu rechnen ist.

Für den niedergelassenen Arzt bedeutet dies, dass er – statistisch gesehen – mindestens einmal am Tag in seiner Praxis einem manifest medikamentenabhängigen Patienten und einem weiteren, der akut gefährdet ist, in eine Abhängigkeit zu geraten, begegnet. Er ist daher für die Betroffenen ein wichtiger Ansprechpartner und kann mit seiner Beratung und seinem Verschreibungsverhalten auf das Konsummuster Betroffener einwirken. Mit dem Leitfaden „Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“ [PDF] bietet die Bundesärztekammer dem niedergelassenen Arzt eine praktische Hilfestellung an - der Umgang mit von Medikamentenabhängigkeit gefährdeten Patienten soll damit erleichtert werden.

[1]  Epidemiologischer Suchtsurvey (Augustin et al., in: SUCHT 51, März 2005, S49 – S55), durchgeführt an 8 000 Personen im Alter von 18 – 59-Jahren.

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