Bundesärztekammer

Sprungmarken

Schriftgrößenauswahl

AAA

EnglishFrançais

Zielgruppenauswahl



 

Evaluation des Leitfadens “Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit”

Das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald führte im Auftrag der Bundesärztekammer von 01.10.2008 bis 30.06.2010 eine Studie durch, mit der der von der Bundesärztekammer erstellte Leitfaden „Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“ hinsichtlich seiner Akzeptanz und Nutzung im ärztlichen Praxisalltag evaluiert wurde. Zudem wurde die von den Ärzten selbsteingeschätzte Veränderung des Verschreibungsverhaltens psychotroper Medikamente nach Beschäftigung mit dem Leitfaden erhoben. Seit seiner Publikation im April 2007 steht der Leitfaden den Landesärztekammern als Lernmaterial für das Modul Medikamente in den Kursen zum Erwerb der Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ zur Verfügung. Im Rahmen einer ersten Teilstudie wurde die Akzeptanz und Einschätzung des Leitfadens von Teilnehmern an den Weiterbildungskursen untersucht. Da der Leitfaden primär für den Einsatz in der hausärztlichen Versorgung entwickelt wurde, erfolgte in einem zweiten Studienteil die prospektive Evaluation der Leitfadennutzung an einer bundesweit repräsentativen Hausärztestichprobe.

In den Kursen zur Suchtmedizinischen Grundversorgung gaben 58,7 % der 542 Kursteilnehmer ihr Einverständnis zur Studienteilnahme. Davon konnten 267 Personen, das sind 84,0 %, für die Befragung erreicht werden. Von den Studienteilnehmern haben sich 78,3 % mit dem Leitfaden beschäftigt, davon schätzen 67,0 % die Relevanz der Inhalte des Leitfadens für den Arbeitsalltag als hoch ein. Ärzte die sich mit dem Leitfaden beschäftigt haben und im Rahmen ihrer Tätigkeit Medikamente verschreiben, geben zu einem Anteil von 31,5 % an, ihr Verschreibungsverhalten hinsichtlich psychotroper Medikamente verändert zu haben. Von der Hausärztestichprobe aus der Teilstudie 2 wurden 59,5 % der Ärzte in der Interventionsgruppe (Zusendung des Leitfadens, nach 12 Wochen telefonische Befragung) und 59,0 % in der Kontrollgruppe (einmalige telefonische Befragung) für die Evaluation erreicht. Von den 495 Befragten der Interventionsgruppe gaben 448 an, den Leitfaden erhalten zu haben. Von diesen hat sich ein Anteil von 65,7 % mit dem Leitfaden beschäftigt. 30,5 % der Ärzte aus der Interventionsgruppe schätzen den Anteil neuer Information als hoch ein und 69,2 % würden den Leitfaden an Kollegen weiterempfehlen. Die einzelnen Abschnitte des Leitfadens bewerten zwischen 59,0 % und 72,3 % dieser Ärzte als nützlich für den Arbeitsalltag. Ärzte der Interventionsgruppe schätzen im Vergleich zur Kontrollgruppe die Relevanz der Thematik problematischer Gebrauch psychotroper Medikamente höher ein, fühlen sich besser zu diesem Thema informiert und sicherer beim Erkennen eines problematischen Gebrauchs sowie beim Behandeln einer Medikamentenabhängigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass der Leitfaden bei den teilnehmenden Ärzten auf großes Interesse stößt und als relevant für den Arbeitsalltag eingeschätzt wird.. Außerdem zeigt sich in Teilstudie 1 ein positiver Einfluss der Rezeption des Leitfadens hinsichtlich des Verschreibungsverhaltens. Der Befund, wonach ungefähr ein Drittel der Informationen aus dem Leitfaden als neu bewertet wurde, deutet darauf hin, dass durch den Leitfaden Inhalte über den Kurs hinaus bzw. in Ergänzung zu diesem vermittelt werden. Zusammenfassend kann für Teilstudie 1 eingeschätzt werden, dass durch einen systematischen Einsatz des Leitfadens im Rahmen der Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ ein großer Teil der Kursteilnehmer für eine Beschäftigung mit dem Leitfaden interessiert werden könnte. Die Ergebnisse sollten dazu ermutigen, den Leitfaden der Bundesärztekammer in weitere Fort- und Weiterbildungsangebote einzubeziehen. Die systematische Distribution des Leitfadens unter Hausärzten (Teilstudie 2) erhöht die Aufmerksamkeit für die Thematik problematischer Gebrauch und Abhängigkeit von psychotropen Medikamenten und die Sicherheit bei der Erkennung und Behandlung. Somit stellt der Leitfaden eine praktikable und inhaltlich sinnvolle Möglichkeit dar, um in der hausärztlichen Versorgung tätige Mediziner für die Thematik zu sensibilisieren.

Weitere Informationen:

Poster – Evaluation des Leitfadens „Medikamente . schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“: Akzeptanz und Nutzung bei Teilnehmern der Kurse zum Erwerb der Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ [PDF]  

Bookmarkservice

zum Anfang der Seite

Kontext-Informationen der Seite


Wiederholung der Hauptnavigation

Medizin & Ethik

Ambulante Versorgung

Berufsordnung

Ausbildung

Fortbildung

Gebührenordnung

Internationales

Prävention

Qualitätssicherung

Weiterbildung

e-Arztausweis/Telematik

Stationäre Versorgung

Rehabilitation

Notfallmedizin

Suchtmedizin

Service