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Montgomery lehnt Vorschlag scharf ab

Berlin, 02.06.2012

Die Ärzte haben sich in ungewöhnlicher Schärfe gegen Pläne des Bundesgesundheitsministeriums gewandt, wonach Krankenkassen Patienten Kliniken empfehlen sollen. In einem Gespräch mit der Neue Osnabrücker Zeitung (02.06.2012) sagte Ärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery: „Die Krankenkassen sind einfach nicht in der Lage, so etwas zu tun.“ Der Präsident der Bundesärztekammer appellierte daher an die Gesundheitspolitiker von Union und FDP, das Vorhaben umgehend fallen zu lassen. „Wir lehnen diesen Vorschlag komplett ab.“ 

„Die Krankenkassen sind der einzige Player im Gesundheitswesen, der an der Qualität überhaupt kein Interesse hat, sondern nur am Preis“, sagte Montgomery. Daher halte er die Kassen für völlig ungeeignet, Patienten bei der Auswahl eines Krankenhauses zu beraten. 

Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten Patienten im Falle einer Beratung durch die Kassen die ansonsten fällige Krankenhaus-Zuzahlung nicht mehr bezahlen. In der Begründung der Vorlage hieß es, die Regelung gebe den Kassen Anreize für den Patienten, geeignete Krankenhäuser zu wählen. 

Dazu sagte Montgomery, dies sei ein problematischer Ansatz, denn die Krankenkassen seien am wenigsten geeignet, eine Auswahl zu treffen. Mit der Leistungserbringung im Gesundheitswesen seien sie überhaupt nicht befasst. Daher seien sie auch „anfällig für Korruption“. Sollten die Pläne verwirklicht werden, würde „der Bock zum Gärtner gemacht“, kritisierte Montgomery.

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