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Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery erläutert im dpa-Interview die Hintergründe zum beschleunigten Vergabeverfahren

Berlin, 08.08.2012

Dpa: Warum gibt es ein beschleunigtes Vergabeverfahren?

Montgomery: «Wir haben dieses beschleunigte Vermittlungsverfahren bewusst eingeführt, um die Nutzung zur Verfügung gestellter Organe zu verbessern. Die Organe "verschlechtern" sich in ihrer Qualität, weil die Spender älter werden und zunehmend auch Übergewicht oder Vorerkrankungen haben. Deshalb ist es weitgehend normal, dass wir zunehmend mehr Ablehnungen für ein Organ bekommen, weil das Organ einfach nicht zu einem Empfänger passen will. Damit diese Organe nicht komplett verloren gehen, hat man diesen schnellen Vermittlungsweg gewählt.»

Dpa: Die Organe bleiben in der Region und werden nicht über das übliche Eurotransplantverfahren vergeben. Werden sie dennoch nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit vergeben?

Montgomery: «Das ist auf den ersten Blick schwerer nachzuvollziehen, aber es sind ja dieselben Menschen, die auch auf den Listen von Eurotransplant stehen. Wir beobachten, ob es regionale Besonderheiten bei diesem Verfahren gibt, konnten diese aber bislang nicht feststellen. Die Zahl der Organe in diesem besonderen Vermittlungsweg ist allerdings gestiegen. Es ist aber ein flächendeckendes Phänomen an allen Transplantationszentren. Es ist nichts, was auf einen kriminellen Einzelfall oder Energie einzelner Zentren schließen ließe.»

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