Welt-Alzheimertag: Demenzkranke zu einem möglichst langen selbstbestimmten Leben verhelfen
Berlin, 20.09.2012
Für einen Ausbau von Pflege- und Betreuungsangeboten für Demenzkranke hat sich Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich des Welt-Alzheimertages (21.09.) ausgesprochen. „Es muss unser Ziel sein, Demenzkranken zu einem möglichst langen selbstbestimmten Leben in der Gesellschaft zu verhelfen. Neben den stationären Einrichtungen sollten daher ambulante Pflege, teilstationäre Angebote und betreute Wohngruppen stärker gefördert und wohnortnah ausgebaut werden." Als wichtigen Schritt bezeichnete Montgomery die vom Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium neugegründeten „Allianz für Menschen mit Demenz“, an der auch die Bundesärztekammer beteiligt ist. Ziel der Allianz ist die Weiterentwicklung von Hilfen und Unterstützung für Betroffene sowie die Förderung von Verständnis und Sensibilität für Demenzerkrankungen, um so gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegenzuwirken. Gleichzeitig sollen Hilfenetzwerke im Lebensumfeld Betroffener entstehen, die als "Lokale Allianzen" mehr soziale Teilhabe und Hilfestellung ermöglichen.
Etwa 60 Prozent aller Demenzformen beruhen auf einer Alzheimer Erkrankung. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung wird etwa jeder vierte Deutsche im Laufe seines Lebens Symptome einer Demenz entwickeln. Aktuell sind in Deutschland ca. 1,2 Millionen Menschen wegen einer Demenz auf Hilfe angewiesen.
Neben medikamentöser Therapie kommt der Beratung und Führung der Patienten und ihrer Familien eine zentrale Bedeutung zu. Montgomery kritisierte, dass Demenzkranke und ihre Angehörigen häufig in soziale Isolation gerieten. "Demenzen sind in unserer Gesellschaft weiterhin mit einem Stigma behaftet. Wir müssen die Herausforderungen, vor denen wir in einer Gesellschaft des langen Lebens stehen, jetzt angehen. Dazu gehört auch, dass wir denjenigen höchste Anerkennung zollen, die bei der Pflege Alter und Dementer Schwerstarbeit leisten.“