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Sie befinden sich hier: Home > Presse > Pressemitteilungen > 2012 > September > Berufsqualifikationen Berufsqualifikationen: Kritik an RichtlinienreformBerlin, 21.09.2012 Kritik an den Plänen der EU-Kommission für eine Anpassung der Richtlinie 2005/36/EG zur Anerkennung von Berufsqualifikationen hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, geäußert. Im Interesse der Mobilität von Ärztinnen und Ärzten sei eine Anpassung der Richtlinie „im Kern“ zwar zu begrüßen. „Mit einigen Punkten haben wir aber große Bauchschmerzen“, sagte er im Deutschen Ärzteblatt. Kritisch sieht Montgomery unter anderem das geplante Verfahren zum neuen europäischen Berufsausweis. Der Ausweis soll die Anerkennung vereinfachen. Da der EU-Kommission die bisherige Anerkennungspraxis offenbar nicht schnell genug geht, soll die Berufsqualifikation künftig automatisch als anerkannt gelten, wenn innerhalb bestimmter Fristen keine Entscheidung gefallen ist. Montgomery lehnt dies ab: „Hier dürfen nicht die Fristen im Vordergrund stehen, sondern es muss um eine qualitativ gute Prüfung gehen.“ Im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt bezieht Montgomery zu weiteren Neuregelungen Stellung: Deutsches Ärzteblatt: Die Mindestdauer des Medizinstudiums soll auf fünf Jahre verkürzt werden. Ein guter Vorschlag? Montgomery: Wir halten eine Ausbildung von sechs Jahren für besser. Allerdings wissen wir auch: Das ist ein europäischer Kompromiss. In Irland sind bereits vierjährige Curricula angedacht. Mit der geplanten Formulierung „mindestens fünf Jahre und 5 500 Stunden“ ist das jetzige deutsche Medizinstudium weiter möglich. Wenn wir in sechs Jahren eine höhere Qualität liefern als die anderen in fünf, wird sich unser Modell auch in Zukunft halten. DÄ: Bei der Pflegeausbildung steigen die Anforderungen. Zwölf Jahre Schulbildung sollen grundsätzlich Voraussetzung sein. Ist das sinnvoll? Montgomery: Nein. Das würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Wir müssen uns außerdem die Frage stellen, ob wir wirklich eine Vollakademisierung der Pflege brauchen. Ich denke, wir benötigen auch Menschen, die Pflege nicht mit einem wissenschaftlichen, sondern mit einem praktisch-kurativen Ansatz betreiben. Deshalb muss ein Zugang zur Pflegeausbildung mit einer zehnjährigen Schulbildung regelhaft möglich sein. DÄ: Die EU-Kommission will über „delegierte Rechtsakte“ vor allem Einfluss auf das Studium nehmen können. Finden Sie das akzeptabel? Montgomery: Das lehnen wir komplett ab. Solche Entscheidungen gehen an Parlament und Ministerrat vorbei. Das entspricht nicht unserem demokratischen Grundverständnis. Die Vorschläge der EU-Kommission werden derzeit in den Ausschüssen des Europäischen Parlaments beraten. Änderungsanträge können noch bis Mitte Oktober eingebracht werden. © Bundesärztekammer · letzte Änderung 24.09.2012 |
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