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Engpässe bei Grippeimpfung

Montgomery: „Panik ist völlig unangebracht“

Berlin, 28.10.2012

Vor Panik wegen Engpässen bei der Grippeschutzimpfung hat Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery gewarnt. Wenn es jetzt Engpässe gebe, könne es auch sinnvoll sein, im Dezember noch jene zu impfen, die bis dahin keine Grippe bekommen haben. „Panik ist völlig unangebracht“, sagte er der Passauer Neuen Presse (27.10.2012). Bei einem Mangel an Impfdosen schlägt Montgomery vor zu priorisieren, zunächst Menschen mit einem angegriffenen Immunsystem und dann Ältere und Kinder.

Hintergrund ist, dass das für die Zulassung für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Auslieferung der Impfpräparate Begripal und Fluad wegen weißer Partikel in einigen Ampullen teilweise gestoppt hatte. Hinzukommt, dass Hersteller Novartis bereits Anfang Oktober mitteilen musste, Begripal, für das er in bestimmten Bundesländern Exklusivverträge mit Krankenkassen geschlossen hatte, vorerst nicht liefern zu können. Betroffen waren Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg.

In diesen Regionen sei es nun besonders schwierig, betonte der Bundesärztekammerpräsident. In der ARD-Tagesschau (26.10.2012) sagte Montgomery: "Das Kernproblem sind Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Pharmafirmen. Diese Verträge sind schlecht, weil sie Exklusivität bedienen." Firmen ohne Vertrag hätten gar kein Interesse, Impfstoffe zu produzieren. "Der Wettbewerb ist auf den Kopf gestellt. Die Patienten leiden unter dieser Ökonomisiering in der Medizin."

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