Impfschutz 06.10.2015

BÄK ruft zur Grippeschutzimpfung auf

Die Bundesärztekammer hat dazu aufgerufen, der neuen Grippewelle vorzubeugen und sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. „Eine echte Virusgrippe ist keine harmlose Erkältungskrankheit. Vor einer schwer verlaufenden Erkrankung kann eine Grippeimpfung schützen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Vor allem sogenannte Risikogruppen - Schwangere, ältere und chronisch erkrankte Personen sowie medizinisches und pflegerisches Personal – sollten sich impfen lassen. Aber auch die Flüchtlinge und Helfer in den Notunterkünften seien besonders gefährdet, sich mit Grippe zu infizieren. „Die Menschen leben in den Erstaufnahmeeinrichtungen auf engstem Raum. Viele von ihnen sind nach langer Flucht geschwächt und oftmals fehlt der Impfschutz. Die Gefahr einer Ansteckung ist bei ihnen besonders hoch. Alle Flüchtlinge sollten deshalb sehr schnell geimpft werden können“, forderte Montgomery. „Leider lassen sich in Deutschland zu wenige Menschen gegen die Grippe impfen“, kritisierte der BÄK-Präsident. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag die Impfquote bei Personen über 60 Jahren im Winter 2013/2014 lediglich bei 49 Prozent und bei chronisch Kranken im Alter von 18 bis 59 Jahren bei nur 23 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert für diese Risikogruppen eine Impfquote von mindestens 75 Prozent. Angesichts der Impflücken in der Bevölkerung bekräftigte der Ärztepräsident seine Forderung nach einer Impfpflicht. „Wir brauchen eine bessere Impfstrategie, zu der ich auch eine gute Aufklärung zähle. Um bestimmte, gefährliche Krankheiten wie beispielsweise die Masern zu bekämpfen, trete ich für eine bundesweite Impfpflicht für alle ein“, sagte Montgomery. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass man mit Impfung nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Die Impfpflicht ist notwendig, damit die Gesellschaft insgesamt geschützt wird.“
Anhörung Sterbehilfe 23.09.2015

Montgomery: Suizidbeihilfe ist keine ärztliche Aufgabe

Berlin - Anlässlich der heutigen Expertenanhörung im Deutschen Bundestag über eine gesetzliche Regelung der Sterbehilfe in Deutschland erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery:„Es ist gut, dass sich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit großer Ernsthaftigkeit und sehr intensiv mit einer möglichen gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe beschäftigen. Die Initiativen der verschiedenen Parlamentariergruppen zeigen, dass es einen großen Konsens gibt, Sterbehilfevereinen das Handwerk zu legen. Ebenso unstrittig ist es, die Palliativmedizin, die Schmerztherapie und die Hospizarbeit in Deutschland weiter auszubauen. Besonders hervorzuheben ist der Gesetzentwurf der Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese. Der Entwurf sieht ein klares Verbot von Sterbehilfeorganisationen vor, verzichtet aber auf weitere gesetzliche Regelungen. Die sind auch gar nicht notwendig, denn die Berufsordnungen aller 17 Ärztekammern regeln einheitlich und bundesweit, dass es die Aufgabe von Ärzten ist, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Damit gilt schon jetzt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Sie sollen Hilfe beim Sterben leisten, aber nicht Hilfe zum Sterben.Diese Regelung ist Resultat eines intensiven Diskussionsprozesses innerhalb der Ärzteschaft, die sich lange vor der jetzt geführten politischen Diskussion mit der Rolle von Ärzten bei der Sterbebegleitung auseinandergesetzt hat. Die Bundesärztekammer legte 2010 eine Weiterentwicklung der Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung vor. Auf die Regelungen zur Patientenverfügung folgte nach gründlicher Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit Ethikern, Palliativmedizinern und Juristen 2011 eine Überarbeitung des § 16 der (Muster-)Berufsordnung. Der 114. Deutsche Ärztetag, das gewählte Parlament der Ärzte, hatte die Novelle mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Danach ist es Ärzten untersagt, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten. In Verbindung mit den bundesweit geltenden Vorgaben aus § 1(2) der ärztlichen Berufsordnung gilt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland die Verpflichtung, Sterbenden beizustehen. Suizidbeihilfe hingegen ist keine ärztliche Aufgabe.“
Tag der Patientensicherheit 16.09.2015

Jonitz: „Patientensicherheit erfordert ausreichend Personal“

Berlin - „Die Sicherheit der Patienten steht für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland seit jeher an erster Stelle. Das zeigen nicht zuletzt die vielfältigen Maßnahmen, die die Ärzteschaft in führender Rolle sowohl auf politisch-strategischer, als auch auf inhaltlich-praktischer Ebene seit dem Ärztetagsbeschluss 2005 zur Patientensicherheit auf den Weg gebracht hat.“ Das sagte Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer, anlässlich des ersten internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September. Der Tag wird vom Aktionsbündnis Patientensicherheit ausgerufen und widmet sich in diesem Jahr insbesondere der Förderung der Hygiene und der Vermeidung von Infektionen.„Wir haben erfolgreiche Strategien zur Fehlerprävention und  Qualitätssicherung entwickelt und kümmern uns um entsprechende Fortbildungsangebote zum Fehler- und Risikomanagement, um nur einige Aktivitäten zu nennen.“ Dazu gehören natürlich auch die Förderung von Hygiene, die Unterstützung von praxisorientierten Aktivitäten wie die „Aktion Saubere Hände“ und der Ausbau des Infektionsschutzes. Jonitz begrüßte in diesem Zusammenhang den kürzlich vorgelegten Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung zur Bekämpfung resistenter Erreger. Weitere Anstrengungen seien aber erforderlich. Bund und Länder sollten mit der geplanten Krankenhausreform endlich bessere Rahmenbedingungen für gute Qualität in der Patientenversorgung schaffen. „Menschen behandeln Menschen, also helfen Vorschriften und Regeln nicht, wenn das Personal und die Ressourcen fehlen“, so Jonitz. Mittlerweile werde sogar in infektiologischen Risikobereichen wie Intensivstationen die von den Fachgesellschaften empfohlene Personalbesetzung in der Regel deutlich unterschritten. Dabei zeigte sich, dass eine hohe Arbeitsdichte das größte Risiko für nosokomiale Infektionen darstelle.Statt mit Hilfe fragwürdiger Messinstrumente vermeintlich schlechte Qualität zu sanktionieren, sei eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten in den Krankenhäusern notwendig. „Und wir brauchen auch mehr Lehrstühle für Krankenhaus- und Umwelthygiene. Nur so können wir langfristig den Bedarf an qualifizierten Fachärzten für Hygiene und Umweltmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie decken“, erklärte Jonitz. Die Bundesärztekammer hatte bereits 2011 nach der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes eine strukturierte curriculare Fortbildung „Krankenhaushygiene“ aufgelegt. Diese Maßnahme war jedoch nur als Übergangslösung gedacht, um kurzfristig und flächendeckend genügend Ärztinnen und Ärzte in „Krankenhaushygiene“ zu qualifizieren. „Für eine dauerhafte Lösung müssen Bund und Länder jetzt nachlegen“, sagte Jonitz.Weitere Informationen zum Tag der Patientensicherheit im Netz unter www.tag-der-patientensicherheit.de
Patienteninformation 11.09.2015

„Doose-Syndrom – eine seltene Form der kindlichen Epilepsie“

Berlin - Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation zum „Doose-Syndrom“ über Krankheitszeichen und Behandlungsmöglichkeiten dieser seltenen Erkrankung. Eltern finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Krankheit. Das Doose-Syndrom ist eine seltene Form der Epilepsie im Kindesalter – ungefähr 1 von 10 000 Kindern ist betroffen. Kennzeichnend für das Doose-Syndrom ist, dass verschiedene Anfallsformen auftreten. Die Muskeln können komplett verkrampfen oder schlagartig erschlaffen. Die Erkrankung beginnt meist im Alter von 1 bis 5 Jahren. In der Regel sind die Kinder zu Beginn der Krankheit körperlich und geistig altersgerecht entwickelt. Der Krankheitsverlauf ist von Kind zu Kind verschieden. Bei vielen Kindern „verwächst“ sich die Krankheit nach mehreren Jahren. Bei anderen treten Anfälle trotz Behandlung weiterhin auf und die geistige Entwicklung des Kindes wird beeinträchtigt. Als Behandlungsmöglichkeiten kommen Medikamente, Hormone und ketogene Diät infrage. Da jedes Kind unterschiedlich auf die Behandlung reagiert, sollte diese persönlich auf das betroffene Kind zugeschnitten sein. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Kurzinformationen für Patienten. In einem Kooperationsprojekt erstellt das ÄZQ gemeinsam mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e. V. zehn Kurzinformationen für Patienten zu ausgewählten seltenen Erkrankungen, um die Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erhöhen. Die Informationen stehen allen niedergelassenen Ärzten zum Ausdrucken kostenlos zur Verfügung, um sie bei Bedarf Eltern und Patienten persönlich auszuhändigen. Doose-Syndrom - eine seltene Form der kindlichen Epilepsie [PDF] Weitere Patienteninformationen
Patienteninformation 06.08.2015

MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten

Berlin - Infektionen durch Bakterien lassen sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Einige Bakterien sind jedoch unempfindlich gegenüber vielen Antibiotika. Man spricht in diesem Fall von multiresistenten Erregern (MRE). Am bekanntesten ist der methicillinresistente Staphylococcus aureus – kurz: MRSA. Bei diesen Erregern wirken die meisten Antibiotika nicht. Die Medien haben in letzter Zeit häufig von den Gefahren berichtet, die von MRSA und anderen multiresistenten Erregern ausgehen. Viele Menschen sind dadurch beunruhigt. Sie fürchten, schwer zu erkranken. Grundsätzlich sind diese Bakterien jedoch nicht gefährlicher als andere. In der Kurzinformation „MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten“ erfahren Leser, wie multiresistente Erreger entstehen und wann diese Bakterien wirklich bedrohlich sind. Und sie finden Hinweise, wie sie sich selbst und andere schützen können. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten (KiP)“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK). Das ÄZQ erstellt dafür doppelseitige Dokumente im DIN-A4-Format, die als PDF-Download zum Ausdrucken bereit stehen. Die Kurzinformation „MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten“ sowie Informationen zu über 50 weiteren Themen können Sie abrufen unter: Kurzinformation für Patienten "MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten" Methodik und Quellen Kurzinformationen für Patienten auf Patienten-Information.de MRSA & Co. - Was Sie über diese Erreger wissen sollten [PDF] Weitere Patienteninformationen...
Patienteninformation 26.06.2015

„Reisen mit Diabetes – worauf Sie achten sollten“

Berlin - Diabetes mellitus – mit dieser Diagnose ändert sich viel im Leben von Patienten: Sie müssen lernen, ihre Erkrankung mit ihrem Alltag und ihrer Freizeit zu vereinbaren. Dazu brauchen sie besonderes Wissen und praktische Fertigkeiten. Auch wenn die Betroffenen verreisen möchten, sind einige Besonderheiten zu beachten. Auf zwei Seiten vermittelt die Kurzinformation „Reisen mit Diabetes – worauf Sie achten sollten“ praktische Tipps, wie sich Patienten gut auf ihren Urlaub vorbereiten können und was bei einer Flugreise oder auf langen Autofahrten zu berücksichtigen ist. Ebenso erfahren sie, wie ein Klimawechsel, ungewohnte körperliche Belastungen oder eine veränderte Ernährung ihre Erkrankung beeinflussen können. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor. Reisen mit Diabetes - Worauf Sie achten sollten [PDF] Weitere Patienteninformationen...
Behandlungsfehlerstatistik 15.06.2015

Crusius: „Offene Fehlerkultur fördern, statt Pfusch-Vorwürfe gegen Ärzte“

Berlin – „Wir tun alles dafür, dass es nicht zu einem Fehler in Diagnostik und Therapie kommt. Wir sorgen für einen transparenten Umgang mit Behandlungsfehlern. Und wir sind uns unserer Verantwortung darüber bewusst, dass den betroffenen  Patienten schnell und professionell geholfen werden muss – medizinisch, seelisch und mitunter auch rechtlich.“ Das sagte Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer, bei der Vorstellung der Behandlungsfehler-statistik für das Jahr 2014 in Berlin. Crusius plädierte für eine offene Fehlerkultur. Nur so könne aus Fehlern gelernt werden. Wenig hilfreich sei es, wenn Ärzte, denen ein Fehler unterlaufen ist, als Pfuscher diskreditiert werden. „Pfusch beinhaltet immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns. Das kann man doch nicht allen Ernstes Ärzten vorwerfen, denen ein Fehler passiert ist.“ Crusius betonte, dass die steigende Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen die Arbeitsintensität in Klinik und Praxen weiter erhöht. „Ärzte und Pflegekräfte arbeiten am Limit – und manchmal auch ein Stück darüber hinaus.“ Die enorme Arbeitsbelastung und der Druck, im Notfall schnell entscheiden zu müssen, seien nur einige Beispiele für die speziellen Risikokonstellationen im Gesundheitswesen. So ist die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle in Deutschland zwischen den Jahren 2004 und 2013 um 157 Millionen auf fast 700 Millionen angestiegen. Die Zahl der stationären Fälle erhöhte sich zwischen 2004 und 2012 um 1,8 Millionen auf 18,6 Millionen. Die Zahl der festgestellten Fehler liegt im Vergleich zu der Gesamtzahl der ambulanten und stationären Behandlungsfälle im Promillebereich. Wie Kerstin Kols, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, berichtete, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2014 bundesweit insgesamt 7.751 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen. Damit ist die Zahl der Sachentscheidungen im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gesunken.  Es lag in 2.252 Fällen ein Behandlungsfehler vor. Davon wurde in 1.854 Fällen ein Behandlungsfehler / Risikoaufklärungsmangel  als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterarmfrakturen. In 398 Fällen lag ein Behandlungsfehler / Risikoaufklärungsmangel  vor, der jedoch keinen kausalen Gesundheitsschaden zur Folge hatte. „Die Ärzteschaft engagiert sich seit Jahren für eine verstärkte Fehlerprävention“, sagte Prof. Dr. Walter Schaffartzik, Ärztlicher Leiter des Unfallkrankenhauses Berlin und Vorsitzender der  Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern. Die bei den Gütestellen der Ärztekammern registrierten Behandlungsfehlerdaten würden zu Fortbildungszwecken und damit zur Fehlerprävention mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems erfasst. Ärzte könnten zudem sogenannte Beinahefehler anonym über das System CIRSmedical melden. Wichtig für die Fehlerprophylaxe seien aber auch die vielfältigen Maßnahmen des Qualitätsmanagements, wie beispielsweise ärztliche Peer-Reviews. Kommt es dennoch zu einem Fehler, können sich Patienten an die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen wenden. Unterstützt werden sie bei der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern von Gottfried Wasmuth, der seit 2012 ehrenamtlicher Patientenvertreter der Schlichtungsstelle ist. Der ehemalige Diakon berichtete über die Erwartungen der Patienten an ein Schlichtungsverfahren und auch darüber, welche Erfahrungen sie mit der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern gemacht haben. Die seit 1975 bei den Ärztekammern eingerichteten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen  bieten eine Begutachtung durch unabhängige medizinische und juristische Experten und außergerichtliche Streitschlichtung bei Behandlungsfehlervorwürfen an. Der Patient kann durch ein zeitlich effizientes und für ihn gebührenfreies Verfahren überprüfen lassen, ob sein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist. In rund 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Wird nach Begutachtung durch diese Institutionen doch noch der Rechtsweg beschritten, werden die Entscheidungen der Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen überwiegend bestätigt. Weitere Informationen...
Patienteninformation 12.05.2015

Masern: Impfung bei Kindern und Nachholimpfung

Auf zwei Seiten vermitteln die Patienteninformationen „Masernimpfung bei Kindern – was Sie wissen sollten“ und „Nachholimpfung – bin ich vor Masern geschützt?“ wichtige Fakten und praktische Tipps zum Thema Masern und Impfschutz. Es gibt einen wirksamen Schutz vor Masern: eine Impfung, die in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet wird. Experten empfehlen Kindern zwei Impfungen im Alter von 11 bis 23 Lebensmonaten. Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankung. Aktuelle Masernausbrüche haben gezeigt, dass vor allem Jugendliche und junge Erwachsene nicht ausreichend geschützt sind. Daher empfehlen Experten Jugendlichen, versäumte Impfungen nachzuholen. Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, wird eine einmalige Masernimpfung empfohlen, wenn sie bisher nicht oder nur einmal geimpft wurden oder unsicher über einen ausreichenden Schutz sind. Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Steckt sich jemand an, so bricht die Krankheit fast immer aus. Typische Krankheitszeichen sind Fieber und Hautausschlag am ganzen Körper. Oft besteht ein schweres Krankheitsgefühl. Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht, nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden. Ernste Folgeerkrankungen wie etwa Lungen- oder Gehirnentzündung können besonders bei Säuglingen, aber auch bei Erwachsenen auftreten. Schätzungen zufolge versterben von 1000 Erkrankten etwa 1 bis 3 an Masern und deren Folgen. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten" entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Masernimpfung bei Kindern – was Sie wissen sollten“ [PDF] „Nachholimpfung – bin ich vor Masern geschützt? [PDF]
Patienteninformation 11.05.2015

Neue Kurzinformation: Nehme ich zu viele Medikamente ein?

Berlin - Wer wegen vieler Beschwerden oder Krankheiten dauerhaft behandelt wird, muss oft viele Arzneimittel nehmen. Nicht immer lässt sich die Einnahme vieler Arzneimittel vermeiden, aber manchmal sind einige Medikamente unnötig. In der Kurzinformation „Nehme ich zu viele Medikamente ein?“ erfahren Leser, wie es zu Multimedikation kommt und welche Risiken damit verbunden sind. Und sie finden Tipps, was sie selbst dazu beitragen können, dass sie nur die wirklich benötigten Medikamente nehmen. In der Fachsprache heißt die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente Multimedikation oder Polypharmazie. Problematisch dabei ist, dass mit steigender Anzahl der eingenommenen Arzneimittel nicht mehr vorhersehbar ist, was im Körper passiert. Die Medikamente wirken nicht nur für sich allein, sondern beeinflussen sich auch gegenseitig. Neben den erwünschten Wirkungen, wie Beschwerden oder Krankheiten lindern, können unerwünschte Wirkungen auftreten. Oft sind dies allgemeine Beschwerden, zum Beispiel Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheitszustände oder Benommenheit. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten (KiP)“ entwickelt das ÄZQ im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK). Das ÄZQ erstellt dafür doppelseitige Dokumente im DIN-A4-Format, die als PDF-Download zum Ausdrucken bereit stehen. Kurzinformation „Nehme ich zu viele Medikamente ein?“ [PDF] Weitere Patienteninformationen
Patienteninformation 07.04.2015

„Früherkennung von Darmkrebs“

Auf zwei Seiten vermittelt die aktuelle Kurzinformation für Patienten, welche Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs empfohlen werden, welchen Nutzen sie haben können und welche Beeinträchtigung sie möglicherweise mit sich bringen. Interessierte erfahren in dem Informationsblatt „Früherkennung von Darmkrebs – Soll ich daran teilnehmen?“ außerdem, was bei der Entscheidung zu bedenken ist, und finden wichtige Fakten sowie praktische Tipps. Einige Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs gehören zum Angebot der Gesetzlichen Krankenversicherung: der Test auf verborgenes Blut im Stuhl und die große Darmspiegelung. Beide Angebote richten sich an Menschen ohne Beschwerden. Sie können in manchen Fällen helfen, den Tod durch Darmkrebs oder das Entstehen von Darmkrebs zu verhindern. Andererseits können falsche Testergebnisse unnötig beunruhigen. Und die Untersuchungen verursachen in seltenen Fällen Komplikationen, die behandelt werden müssen. Zudem werden weitere Tests als Selbstzahlerleistung angeboten, deren Nutzen bislang nicht ausreichend erwiesen wurde. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten" entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor. „Früherkennung von Darmkrebs – soll ich daran teilnehmen?“ [PDF]