Alkoholmissbrauch nicht verharmlosen

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 10,1 Litern reinem Alkohol gehört Deutschland weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum; europaweit belegt Deutschland den fünften Platz. Durch Alkoholmissbrauch oder damit in Verbindung stehende Verkehrsunfälle sterben hierzulande jährlich über 42.000 Menschen.

Der Übergang vom Gelegenheitstrinken zum gewohnheitsmäßigen Trinken bis hin zur Sucht ist oft schleichend. Ein riskanter Konsum liegt bei Männern bereits vor, wenn sie täglich 30 Gramm reinen Alkohol trinken (0,75 Liter Bier oder etwa 0,4 Liter Wein). Bei Frauen liegt diese Grenze bei täglich 20 Gramm (0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein). Die weit reichenden gesundheitlichen Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs werden vielfach noch immer unterschätzt. Denn wer zu viel Alkohol trinkt, riskiert nicht nur, an der bekannten Leberzirrhose oder der häufig zum Tode führenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu erkranken. Übermäßiger Alkoholkonsum führt auch zu Herzmuskelerkrankungen, hohem Blutdruck, Potenzstörungen oder ernsten neurologischen und psychischen Krankheiten. Der Magen-Darm-Trakt ist ebenso betroffen wie die Haut und der Bewegungsapparat. Wer oft übermäßig viel Alkohol trinkt, hat zudem ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Betroffen sind dabei vor allem der Mund- und Rachenbereich, der Kehlkopf, die Speiseröhre und die Bauchspeicheldrüse. Alkoholkonsum erhöht zudem das Risiko von Unfällen im Straßenverkehr.

Vor allem schwangeren Frauen empfehlen Ärzte, ganz auf Alkohol zu verzichten, da regelmäßiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft nicht selten zu kindlichen Fehlbildungen führt. Neugeborene mit dem so genannten fetalen Alkoholsyndrom leiden häufig an Fehlbildungen der Organe sowie an Defiziten in der geistigen Entwicklung, die sich unter anderem in Sprach- und Verhaltensstörungen, Konzentrationsschwächen und nervöser Unruhe äußern.