Gesundheitstipp der Bundesärztekammer

Nebenhöhlenentzündungen: Hausmittel allein helfen nicht immer

Er kommt drei Tage, er bleibt drei Tage, er geht drei Tage - der typische Verlauf eines Schnupfens. Sobald der Schnupfen abklingt und die Erkältung überstanden scheint, wiegen sich die Patienten in Sicherheit. Doch hier lauert die Gefahr: oftmals schließt sich an einen ganz gewöhnlichen Schnupfen eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) an. Und das ist keinesfalls ungefährlich, warnt die Bundesärztekammer.

Die akute Sinusitis entsteht meistens als Folge eines Schnupfens oder einer Rachenentzündung. Durch die Entzündung kommt es zu einer Schwellung der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhäute. Die Schwellung verschließt die Ausgänge der Nebenhöhlen und blockiert so den Abtransport von Schleim, der auch bei gesunden Menschen regelmäßig im Zellsystem der Nasennebenhöhlen produziert wird. Die Flimmerhärchen in den Nebenhöhlen und in der Nase transportieren den Schleim normalerweise über die sehr engen Ausgänge der Nebenhöhlen in die Nasengänge. Die Schwellung verengt die Ausgänge zusätzlich, so dass es zu einem Rückstau in den Nebenhöhlen kommt. Dieser Rückstau wiederum führt zu Schmerzen und einer Schädigung der Flimmerhärchen in den Nasennebenhöhlen. Damit vermindert sich der Abtransport des Schleims erneut.

Bei einer Sinusitis ist zumeist die Nasenatmung durch eine verstopfte Nase beeinträchtigt. Die Nase ist durch ein zunächst dünn-, später dickflüssiges eitrig gelbes Sekret verlegt, das sowohl nach vorn als auch nach hinten in den Rachen abfließt. Überdies zeichnet sich die akute Sinusitis durch ein schmerzhaftes Druckgefühl im Bereich von Augen, Schläfen, Wangen, Stirn und Nasenwurzel aus, das sich beim Bücken verschlimmert. Um die Mittagszeit wird in der Regel der Schmerzhöhepunkt erreicht. Auch Fieber und Schwellungen der Augenlider gehören zu den bekannten Krankheitssymptomen.

Eine Nebenhöhlenentzündung sollte möglichst schnell ärztlich behandelt werden, insbesondere wenn Komplikationen wie z.B. Augenschwellungen, Sehstörungen, anhaltende Kopfschmerzen, Fieber, Wangenschwellungen sowie Nacken- und Zahnschmerzen hinzukommen. Die Bundesärztekammer empfiehlt Patienten außerdem, möglichst viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Schleim zu verdünnen. Neben Wasser eignet sich vor allem warmer Tee. Sinnvoll ist auch die Inhalation von heißem Wasserdampf, der mit ätherischen Ölen oder Salz versetzt ist. Da es sich bei der Sinusitis um eine ernst zu nehmende Krankheit handelt, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser verschreibt üblicherweise abschwellende Nasentropfen sowie schleimlösende, entzündungshemmende und bei Bedarf fiebersenkende Medikamente. In besonders hartnäckigen Fällen ist die Einnahme eines Antibiotikums häufig unumgänglich. Klingt die Nebenhöhlenentzündung nur allmählich ab, sollten Patienten zunächst ein Stirnband oder eine Mütze tragen, wenn sie sich im Freien bewegen.

Um einer Sinusitis vorzubeugen, sollten Verschnupfte allzu herzhaftes Naseputzen vermeiden, da dadurch Krankheitserregern vom Nasen-Rachen-Raum in die Nasennebenhöhlen gepresst werden. Da Heizungsluft die Schleimhäute schnell austrocknet, ist häufiges Lüften gerade in der kalten Jahreszeit wichtig. Frische Luft lässt die Luftfeuchtigkeit im Raum ansteigen und verhindert so ein schnelles Austrocknen der Schleimhäute.