Pressemitteilung der... 31.05.2013

116. Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung II

Hannover, 31.05.2013 Der Ärztetag sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit von Hausärzten und Betriebsärzten bei der beruflichen Wiedereingliederung zu stärken. Um Verbesserungen auf diesem Gebiet zu erreichen, sollen gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement angeboten werden. Der Ärztetag begrüßte zudem die Resolution der Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses des Ausschusses für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und unterstützt das geplante Aktionsbündnis zur Förderung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses. Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen ausbauen Die Delegierten haben für eine verstärkte und häufigere Durchführung von Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen sowohl im ambulanten Sektor als auch in Krankenhäusern plädiert. Die Konferenzen seien ein wichtiges Instrument in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung sowie des Qualitätsmanagements, heißt es in einer Entschließung. Es sei möglich, ohne Schuldzuweisungen und Sanktionen interdisziplinär aus Fehlern oder Komplikationen zu lernen. Durch regelmäßige offene Diskussionen über klinische Abläufe während der Konferenzen würde die Sicherheits- und Lernkultur in Gesundheitseinrichtungen nachhaltig gefördert. Ein weiterer positiver Effekt sei das Erlernen von Soft Skills wie analytischem Denken, zielgerichteter Kommunikation und Präsentation, die für den ärztlichen Alltag unabdingbar seien. Als systematische Grundlage für diese Instrumente entwickelt die Bundesärztekammer derzeit einen methodischen Leitfaden zu Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen. Keine Benachteiligung von Menschen nach Psychotherapie Menschen, die sich einer Psychotherapie unterzogen haben, dürfen nicht benachteiligt werden, haben die Delegierten in Hannover gefordert. Die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen steige ebenso wie die Zahl der Arbeitsunfähigkeits- und Krankentage sowie Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen. Derzeit würden Menschen, die sich einer Psychotherapie unterzogen haben, etwa beim Abschluss von Versicherungen, Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung sowie bei der Verbeamtung benachteiligt. Eltern würden mittlerweile aus Angst vor späteren Benachteiligungen notwendige Psychotherapien für ihre Kinder ablehnen, warnte das Ärzteparlament. Darüber hinaus forderte der Deutsche Ärztetag einstimmig, dass Suchterkrankungen in Diagnostik und Therapie anderen psychiatrischen Erkrankungen gleichgestellt werden. Jede psychiatrische Erkrankung kann in psychiatrischen Institutsambulanzen behandelt und abgerechnet werden. „Es kann nicht sein, dass Suchterkrankungen davon ausgenommen sind und hier eine Behandlung nur möglich ist, wenn eine weitere psychiatrische Erkrankung vorliegt“, kritisierte der Ärztetag.  Nach gängiger Praxis können die Krankenkassen die Behandlungsvergütung von Suchterkrankungen bis zu zwei Jahre nach Behandlung streichen, sofern keine zweite psychiatrische Erkrankung  festgestellt werden kann. „Dies stellt eine Diskriminierung von Suchtkranken gegenüber anderen psychisch Erkrankten dar“, so der Ärztetag. Zudem forderte das Ärzteparlament die Landesregierungen auf, zeit- und praxisnahe gesetzliche Regelungen zur Behandlung nicht einwilligungsfähiger psychisch Kranker zu schaffen. Dadurch, dass in einigen Bundesländern die Psychisch-Kranke-Gesetze aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr gelten, sei bei Ärzten und Patienten Unsicherheit hinsichtlich des verantwortungsvollen ethischen Umgangs mit Zwangsbehandlungen entstanden. Zuschuss an Uni-Kliniken an tarifliche Entgeltsteigerungen anpassen In einem weiteren Beschluss forderten die Delegierten, den Zuschuss der Bundesländer für Forschung und Lehre an den Universitätskliniken künftig in vollem Umfang automatisch um die jeweiligen tariflichen Entgeltsteigerungen anzupassen. Es sei nicht zumutbar, dass die Universitätskliniken für ihr Personal tarifierte Entgeltsteigerungen durch Einsparungen wie Personalkürzungen selbst auffangen müssten. Zudem hat der Ärztetag die Landesregierung und den Landtag von Sachsen-Anhalt aufgefordert, die universitätsmedizinischen Standorte Halle und Magdeburg zu erhalten und die Finanzierung der Lehre und Forschung an diesen Standorten zu sichern. Nur durch beide Standorte sei die medizinische Maximalversorgung in Sachsen-Anhalt zu gewährleisten, heißt es in der einstimmig gefassten Entschließung....
Pressemitteilung der... 30.05.2013

Ärztetag fordert GOÄ-Novelle ohne weitere Verzögerungen

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 29.05.2013

Ärztetag: Gesundheitlichen Auswirkungen von Armut entgegentreten

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 29.05.2013

Ärztetag: Menschen statt Margen in der Medizin

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 28.05.2013

116. Deutscher Ärztetag in Hannover eröffnet

Hannover, 28.05.2013
Presse 27.05.2013

Deutscher Ärztetag tagt in Hannover

Hannover, 27.05.2013 Für eine Woche wird Gesundheitspolitik in Hannover gemacht. 250 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland kommen vom 28. bis 31. Mai 2013 zum 116. Deutschen Ärztetag in die Niedersächsische Landeshauptstadt, um gesundheitspolitische Impulse zu setzen und wichtige berufspolitische Themen zu beraten. Eröffnet wird der Ärztetag morgen im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum unter anderem im Beisein von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. In den Plenumssitzungen werden die Delegierten die beim letztjährigen Deutschen Ärztetag begonnene Debatte über eine zukunftsfeste Ausgestaltung des Gesundheitssystems auf Grundlage eines von der Bundesärztekammer entwickelten Finanzierungskonzeptes fortführen. Das Ziel ist, Politik und Bürgern, jenseits jeglicher Parteiideologie mit den hinlänglich bekannten Reformmodellen, ein Konzept an die Hand zu geben, das sowohl den Grundsätzen der ärztlichen Freiberuflichkeit gerecht wird als auch die Versorgung auf Dauer sicherstellt. Der Ärztetag wird sich darüber hinaus vielen weiteren versorgungsrelevanten Themen widmen. So werden sich die Delegierten intensiv mit den Auswirkungen des seit Jahren zunehmenden Wettbewerbs im Gesundheitswesen beschäftigen und Antworten auf die Frage diskutieren, wie viel Markt die Medizin verträgt. Der Ärztetag wird zudem beraten, wie die ärztliche Weiter- und Fortbildung in Deutschland weiter optimiert werden kann. In einem weiteren Schwerpunktthema befassen sich die Delegierten mit den Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit. Hintergrundinformationen zu den Themen des 116. Deutschen Ärztetages entnehmen Sie bitte der Internetseite der Bundesärztekammer unter www.baek.de. Ebenfalls auf der BÄK-Internetseite können Sie während des Ärztetages Video-Beiträge zur Eröffnungsveranstaltung sowie zu ausgewählten Themen der Plenumssitzungen abrufen. Darüber hinaus können Sie der Bundesärztekammer auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell ) folgen und sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden halten lassen. Während des Ärztetags erreichen Sie die Pressestelle der deutschen Ärzteschaft in Hannover auch unter: Tel.: 0511-8113607 Fax: 0511-8113627 E-Mail: presse@baek.de
Presse 24.05.2013

Montgomery: Wir wollen über Zusammenhang von Armut und Gesundheit aufklären

Berlin, 24.05.2013 Mehr Wettbewerb um Qualität, statt reinen Preiswettbewerb, hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt gefordert. "Wir haben schon immer davor gewarnt, ständig neue Marktelemente im Gesundheitswesen zu etablieren. In diesem Zusammenhang halte ich den Begriff der reinen Ökonomie für unangebracht. Denn wenn es um die Verwendung von Solidarbeiträgen geht, brauchen wir zwar eine ökonomische Orientierung – aber eine, die die humane Funktion des Gesundheitswesens und die ethischen Grenzen respektiert." Das sagte der BÄK-Präsident mit Blick auf den 116. Deutschen Ärztetag in der nächsten Woche in Hannover, auf dem die Delegierten unter anderem darüber diskutieren, wie viel Markt die Medizin verträgt. Montgomery betonte, dass in Hannover auch über die Marktverlierer und in diesem Kontext über den Zusammenhang von Armut und Gesundheit gesprochen werde."Es ist ein Schandfleck für unsere Gesellschaft, dass die Lebenserwartung eines heute geborenen Jungen in der unteren Einkommensschicht um zehn Jahre geringer ist als in der oberen. Das ist auch ein bildungspolitisches und gesellschaftspolitisches Problem, das wir im Kontext mit dem geplanten Präventionsgesetz diskutieren wollen." Ein weiteres Schwerpunktthema des Ärztetages ist die künftige Finanzierung des Krankenversicherungssystems in Deutschland. Montgomery erläuterte, dass die Bundesärztekammer vom letzten Deutschen Ärztetag beauftragt worden sei, ein Konzept zur Weiterentwicklung des dualen Krankenversicherungssystems zu erarbeiten. "Das Ergebnis, eine mit Unterstützung von Gesundheitsökonomen erarbeitete Reformskizze, legen wir jetzt vor." Kernelemente seien ein einkommensunabhängiger Beitrag der Versicherten, der nach den Berechnungen der Gesundheitsökonomen 135 bis 170 Euro monatlich erreichen dürfte, flankiert von einem Sozialausgleich für Einkommensschwache aus Steuermitteln sowie ein grundlohnabhängiger Arbeitgeberbeitrag. "Wir glauben, dass das reine Umlageverfahren nicht demografiefest zu gestalten ist. Deshalb schlagen wir ein Gesundheitssparkonto vor: Aus Steuermitteln soll für alle in Deutschland geborenen Kinder ein kapitalgedecktes Ansparprogramm aufgebaut werden.", sagte Montgomery. Wortlaut des Interviews
Pressemitteilung der... 24.05.2013

Bundesärztekammer unterstützt „Aktionswoche Alkohol“

Berlin, 24.05.2013 Fast zehn Liter reinen Alkohol trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit hinter Portugal, Spanien und Österreich den vierten Platz. Auf diese Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verweist Dr. Christoph von Ascheraden, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der am Samstag startenden Aktionswoche „Alkohol“ der DHS und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechtild Dyckmans. Unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ soll die Bevölkerung durch verschiedene regionale Aktionen über einen riskanten Konsum von Alkohol aufgeklärt werden. Inhaltlich unterstützt wird die Initiative auch von der Bundesärztekammer und von den Landesärztekammern. „Es geht nicht darum, Patienten maßvollen Alkoholkonsum zu verbieten. Wir müssen unsere Patienten aber aufklären, bevor ihr Trinkverhalten gesundheitsgefährdend wird“, sagt von Ascheraden, der auch Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der BÄK ist. „Wenn eine Frau täglich mehr als ein alkoholisches Getränk beziehungsweise ein Mann mehr als zwei alkoholische Getränke trinkt, ist die Gesundheit gefährdet“, warnt von Ascheraden.  Außerdem rät er, in regelmäßigen Abständen ganz auf Alkohol zu verzichten, um sicher zu gehen, dass man problemlos auch ohne kann. Die direkte Ansprache durch den Arzt könne bei bis zu 50 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Reduktion des Alkoholkonsums bewirken. Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung konsumieren 9,5 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Rund 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger gelten als alkoholabhängig und rund 73.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen des Alkoholkonsums. Das sind 20-mal mehr als im Straßenverkehr. Besorgniserregend ist auch der Konsum unter Jugendlichen: Im Jahr 2011 mussten mehr als 26 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung akut stationär behandelt werden. Weitere Informationen über die Aktionswoche Alkohol sowie über die geplanten regionalen Aktionen sind unter www.aktionswoche-alkohol.de abrufbar.
Presse 23.05.2013

Montgomery: Zu viel Wettbewerb im Gesundheitswesen ist unethisch

Berlin, 23.05.2013 Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ (23.05.2013) die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens kritisiert. „Wenn es um die Versorgung von Patienten geht, macht zu viel Wettbewerb bei Kassen und Krankenhäusern keinen Sinn. Er ist sogar unethisch“, sagte Montgomery. Zudem bekräftigte Montgomery seine Kritik an mengenorientierten Bonusvergütungen in Chefarztverträgen und verwies auf die mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft gefassten Empfehlungen nach Paragraf 136a SGB V. „An diese Empfehlungen sollten sich Ärzte und Kliniken halten, wenn sie Zielvereinbarungen mit ihren Chefärzten verhandeln“, sagte Montgomery. Man habe das entscheidende Wörtchen durchgesetzt: „Mit leitenden Ärzten ,dürfen´ keine ausschließlich auf Mengen gründenden Zahlungen vereinbart werden. Das war nicht leicht, und das geht klar gegen Boni." Der BÄK-Präsident forderte die Politik auf, die Krankenhausfinanzierung grundlegend zu ändern. "Da darf nicht mehr die schnelle Massenabfertigung belohnt werden, sondern es müsste eine Mischung aus festen Budgets und Fallpauschalen für Krankenhäuser geben, die regional ausgehandelt werden.“  Auch brauche man mehr Ärzte und Pflegepersonal, sonst könne das Niveau nicht gehalten werden. Zur Zukunft des deutschen Krankenversicherungssystems hob Montgomery den hohen Stellenwert der privaten Krankenversicherung (PKV) hervor. Die PKV sei schneller als andere bereit, auch innovative Therapien zu bezahlen. Damit würden sie den schwerfälligen gesetzlichen Krankenkassen Druck machen: „An dieser Stelle nützt der Wettbewerb. Die Versorgung für alle Patienten wäre ohne PKV schlechter“, betonte Montgomery. Plänen für eine Bürgerversicherung erteilte er hingegen eine Absage: Die Bürgerversicherung sei der  Turbolader für die Zweiklassenmedizin. "In einem Land mit freier Marktwirtschaft wird es immer bessere und hübschere medizinische Angebote geben. Die können sich dann aber wirklich nur noch die Reichen leisten", warnte der BÄK-Präsident.

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