Pressemitteilung der... 31.05.2013

116. Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung I

Hannover, 31.05.2013 Der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover hat die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich Regelungen gegen einen weiteren Anstieg der zuletzt dramatisch angewachsenen Haftpflichtversicherungsprämien für Ärzte zu treffen. Konkret sprach sich der Ärztetag für eine Absenkung der Versicherungssteuer für ärztliche Haftpflichtversicherungen von derzeit 19 Prozent auf 11 Prozent aus. Im Rahmen der Daseinsvorsorge habe der Gesetzgeber verschiedene Versicherungen durch eine ermäßigte Versicherungssteuer in Höhe von elf Prozent gefördert. Zudem seien die gesetzlichen Regelungen zur Anpassung der Vergütungen, Erlösbudgets und Gesamtvergütungen für ärztliche Leistungen so zu ergänzen, dass bei Notwendigkeit auch eine unterjährige Berücksichtigung der Entwicklung der Prämien für ärztliche Haftpflichtversicherungen möglich wird. Haftungsrisiken im Rahmen der Ausbildung von Notfallsanitätern regeln Das Ärzteparlament hat gefordert, im Rahmen der Ausbildung von Notfallsanitätern auftretende Haftungsrisiken und Risiken im Bereich der Aufklärung nach dem Patientenrechtegesetz gesetzlich zu regeln, damit keine Haftungsrisiken bei den ausbildenden Krankenhäusern/Ärzten verbleiben. Der Notfallsanitäter solle im Rahmen seiner Ausbildung bei einigen hochinvasiven Tätigkeiten den Kompetenzlevel "beherrschen" erreichen, um diese Tätigkeiten in vital bedrohlichen Situationen ohne Verfügbarkeit eines Arztes auch durchführen zu können. Zum Erreichen dieses Kompetenzlevels sei in einigen Fällen die Durchführung am Patienten unter Aufsicht und klinischen Bedingungen notwendig. Allerdings handele es sich um nicht delegationsfähige Leistungen, und eine Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde - wie beim ärztlichen Berufsanfänger - liege nicht vor. Dies werfe ohne die geforderten weitergehenden gesetzlichen Regelungen erhebliche (haftungs-)rechtliche Probleme für die ausbildenden Ärzte auf. Ärztetag: Regressgefahr für Ärzte verringern Die Delegierten des Ärztetages würdigten die Intention des Gesetzgebers, die Regressgefahr für niedergelassene Ärzte zu verringern, forderten aber weitere Maßnahmen. Die Angst vor einem möglichen Regress sei eines der Haupthindernisse für eine Niederlassung. Um die nach wie vor bestehende massive Unsicherheit in der Vertragsärzteschaft zu beheben, sei die Ausweitung des Grundsatzes „Beratung vor Regress“ auf andere Formen der Wirtschaftlichkeitsprüfung für eigene Leistungen sowie medizinisch begründete Fälle einer wiederholten Regelverletzung unabdingbar. Umgestaltung des EBM In einer weiteren Entschließung plädierte das Parlament der Ärzte dafür, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zu einer „wirklichen Gebührenordnung“ für den vertragsärztlichen Bereich umzugestalten. Essentielle Merkmale seien Einzelleistungsvergütungen, feste Preise in Euro und die Zugrundelegung anerkannter betriebswirtschaftlich kalkulierter Praxiskosten unter Anpassung an die tatsächliche Kostenentwicklung. Personalentwicklungskosten zusätzlich vergüten Der Ärztetag forderte den Gesetzgeber dazu auf, dass Personalentwicklungskosten in Klinik und Praxis zusätzlich vergütet werden. Medizinischer Fortschritt, demografische Entwicklung, erschwerte Arbeitsbedingungen aber auch organisatorische Veränderungen wie verstärkte Teamarbeit, Delegation und Telemedizin machten verstärkte Bemühungen um die Qualifikation der im Gesundheitswesen Tätigen unumgänglich. Prävention nicht als Marketinginstrumente der Kassen missbrauchen Die Delegierten haben Gesetzgeber und Krankenkassen dazu aufgefordert, bestehende Präventionsstrategien auf ihren effektiven Nutzen hin zu evaluieren. Es müsse sichergestellt werden, dass Präventionsprogramme einer nachhaltigen Gesundheitsvorsorge dienen und nicht als Marketinginstrumente der Krankenkassen missbraucht werden. „Eine auf Nachhaltigkeit angelegte Präventionsstrategie ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitspolitik“, so das Ärzteparlament.  Ärztetag für bundeseinheitliche Kriterien bei Sprachnachweis Der Ärztetag hat Bund und Länder aufgefordert, bundeseinheitliche Kriterien für den Nachweis der für die ärztliche Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache festzulegen. Sprachkenntnisse seien ein wesentliches Element der Qualitätssicherung und dienten im erheblichen Maße der Patientensicherheit. Ärzte für freie Wahl saisonaler Impfstoffe Die Delegierten haben gefordert,  dass niedergelassene Ärzte die jeweils effektivsten Impfstoffe einsetzen können, ohne durch Rabattverträge auf bestimmte Mittel festgelegt zu sein. Saisonale Impfstoffe müssten deshalb aus der gesetzlichen Vorgabe des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) für Ausschreibungen zum Abschluss von Rabattverträgen herausgenommen werden. Es habe sich gezeigt, dass sich durch die Exklusivverträge der Krankenkassen mit den Herstellern die Versorgung der Patienten mit Impfstoffen verschlechtert habe. Qualität und Zuverlässigkeit seien neben dem Preis unverzichtbare Kriterien, um die Versorgungsqualität zu erhalten. Substituierende Ärzte nicht kriminalisieren Der Deutsche Ärztetag forderte außerdem die Verbesserung der Bedingungen für Ärzte bei der Behandlung Opiatabhängiger. Die so genannte Substitutionsbehandlung, bei der Ärzte ihren Suchtpatienten Methadon verschreiben, dürfe zukünftig nicht mehr zu einer Kriminalisierung der behandelnden Ärzte führen. Der Ärztetag forderte die Bundesregierung auf, entsprechende Änderungen in die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung aufzunehmen. Insbesondere die Vergabe von Take-home-Medikamenten und die Bestimmungen zum Beikonsum von Opiaten während der Behandlung bedürften einer Überarbeitung. Die derzeitigen Regelungen spiegelten nicht den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder, hieß es in der Begründung des Ärztetages. Zudem bestehe bei der derzeitigen Gesetzeslage die Gefahr, dass Ärzte die Substitutionstätigkeit aufgeben, weil sie aufgrund von strafrechtlichen Konsequenzen um ihre Existenz fürchten müssten....
Pressemitteilung der... 31.05.2013

116. Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung II

Hannover, 31.05.2013 Der Ärztetag sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit von Hausärzten und Betriebsärzten bei der beruflichen Wiedereingliederung zu stärken. Um Verbesserungen auf diesem Gebiet zu erreichen, sollen gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement angeboten werden. Der Ärztetag begrüßte zudem die Resolution der Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses des Ausschusses für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und unterstützt das geplante Aktionsbündnis zur Förderung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses. Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen ausbauen Die Delegierten haben für eine verstärkte und häufigere Durchführung von Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen sowohl im ambulanten Sektor als auch in Krankenhäusern plädiert. Die Konferenzen seien ein wichtiges Instrument in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung sowie des Qualitätsmanagements, heißt es in einer Entschließung. Es sei möglich, ohne Schuldzuweisungen und Sanktionen interdisziplinär aus Fehlern oder Komplikationen zu lernen. Durch regelmäßige offene Diskussionen über klinische Abläufe während der Konferenzen würde die Sicherheits- und Lernkultur in Gesundheitseinrichtungen nachhaltig gefördert. Ein weiterer positiver Effekt sei das Erlernen von Soft Skills wie analytischem Denken, zielgerichteter Kommunikation und Präsentation, die für den ärztlichen Alltag unabdingbar seien. Als systematische Grundlage für diese Instrumente entwickelt die Bundesärztekammer derzeit einen methodischen Leitfaden zu Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen. Keine Benachteiligung von Menschen nach Psychotherapie Menschen, die sich einer Psychotherapie unterzogen haben, dürfen nicht benachteiligt werden, haben die Delegierten in Hannover gefordert. Die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen steige ebenso wie die Zahl der Arbeitsunfähigkeits- und Krankentage sowie Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen. Derzeit würden Menschen, die sich einer Psychotherapie unterzogen haben, etwa beim Abschluss von Versicherungen, Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung sowie bei der Verbeamtung benachteiligt. Eltern würden mittlerweile aus Angst vor späteren Benachteiligungen notwendige Psychotherapien für ihre Kinder ablehnen, warnte das Ärzteparlament. Darüber hinaus forderte der Deutsche Ärztetag einstimmig, dass Suchterkrankungen in Diagnostik und Therapie anderen psychiatrischen Erkrankungen gleichgestellt werden. Jede psychiatrische Erkrankung kann in psychiatrischen Institutsambulanzen behandelt und abgerechnet werden. „Es kann nicht sein, dass Suchterkrankungen davon ausgenommen sind und hier eine Behandlung nur möglich ist, wenn eine weitere psychiatrische Erkrankung vorliegt“, kritisierte der Ärztetag.  Nach gängiger Praxis können die Krankenkassen die Behandlungsvergütung von Suchterkrankungen bis zu zwei Jahre nach Behandlung streichen, sofern keine zweite psychiatrische Erkrankung  festgestellt werden kann. „Dies stellt eine Diskriminierung von Suchtkranken gegenüber anderen psychisch Erkrankten dar“, so der Ärztetag. Zudem forderte das Ärzteparlament die Landesregierungen auf, zeit- und praxisnahe gesetzliche Regelungen zur Behandlung nicht einwilligungsfähiger psychisch Kranker zu schaffen. Dadurch, dass in einigen Bundesländern die Psychisch-Kranke-Gesetze aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr gelten, sei bei Ärzten und Patienten Unsicherheit hinsichtlich des verantwortungsvollen ethischen Umgangs mit Zwangsbehandlungen entstanden. Zuschuss an Uni-Kliniken an tarifliche Entgeltsteigerungen anpassen In einem weiteren Beschluss forderten die Delegierten, den Zuschuss der Bundesländer für Forschung und Lehre an den Universitätskliniken künftig in vollem Umfang automatisch um die jeweiligen tariflichen Entgeltsteigerungen anzupassen. Es sei nicht zumutbar, dass die Universitätskliniken für ihr Personal tarifierte Entgeltsteigerungen durch Einsparungen wie Personalkürzungen selbst auffangen müssten. Zudem hat der Ärztetag die Landesregierung und den Landtag von Sachsen-Anhalt aufgefordert, die universitätsmedizinischen Standorte Halle und Magdeburg zu erhalten und die Finanzierung der Lehre und Forschung an diesen Standorten zu sichern. Nur durch beide Standorte sei die medizinische Maximalversorgung in Sachsen-Anhalt zu gewährleisten, heißt es in der einstimmig gefassten Entschließung....
Pressemitteilung der... 30.05.2013

Ärztetag fordert GOÄ-Novelle ohne weitere Verzögerungen

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 29.05.2013

Ärztetag: Gesundheitlichen Auswirkungen von Armut entgegentreten

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 29.05.2013

Ärztetag: Menschen statt Margen in der Medizin

Hannover, 29.05.2013
Pressemitteilung der... 28.05.2013

116. Deutscher Ärztetag in Hannover eröffnet

Hannover, 28.05.2013
Presse 27.05.2013

Deutscher Ärztetag tagt in Hannover

Hannover, 27.05.2013 Für eine Woche wird Gesundheitspolitik in Hannover gemacht. 250 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland kommen vom 28. bis 31. Mai 2013 zum 116. Deutschen Ärztetag in die Niedersächsische Landeshauptstadt, um gesundheitspolitische Impulse zu setzen und wichtige berufspolitische Themen zu beraten. Eröffnet wird der Ärztetag morgen im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum unter anderem im Beisein von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. In den Plenumssitzungen werden die Delegierten die beim letztjährigen Deutschen Ärztetag begonnene Debatte über eine zukunftsfeste Ausgestaltung des Gesundheitssystems auf Grundlage eines von der Bundesärztekammer entwickelten Finanzierungskonzeptes fortführen. Das Ziel ist, Politik und Bürgern, jenseits jeglicher Parteiideologie mit den hinlänglich bekannten Reformmodellen, ein Konzept an die Hand zu geben, das sowohl den Grundsätzen der ärztlichen Freiberuflichkeit gerecht wird als auch die Versorgung auf Dauer sicherstellt. Der Ärztetag wird sich darüber hinaus vielen weiteren versorgungsrelevanten Themen widmen. So werden sich die Delegierten intensiv mit den Auswirkungen des seit Jahren zunehmenden Wettbewerbs im Gesundheitswesen beschäftigen und Antworten auf die Frage diskutieren, wie viel Markt die Medizin verträgt. Der Ärztetag wird zudem beraten, wie die ärztliche Weiter- und Fortbildung in Deutschland weiter optimiert werden kann. In einem weiteren Schwerpunktthema befassen sich die Delegierten mit den Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit. Hintergrundinformationen zu den Themen des 116. Deutschen Ärztetages entnehmen Sie bitte der Internetseite der Bundesärztekammer unter www.baek.de. Ebenfalls auf der BÄK-Internetseite können Sie während des Ärztetages Video-Beiträge zur Eröffnungsveranstaltung sowie zu ausgewählten Themen der Plenumssitzungen abrufen. Darüber hinaus können Sie der Bundesärztekammer auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell ) folgen und sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden halten lassen. Während des Ärztetags erreichen Sie die Pressestelle der deutschen Ärzteschaft in Hannover auch unter: Tel.: 0511-8113607 Fax: 0511-8113627 E-Mail: presse@baek.de
Presse 24.05.2013

Montgomery: Wir wollen über Zusammenhang von Armut und Gesundheit aufklären

Berlin, 24.05.2013 Mehr Wettbewerb um Qualität, statt reinen Preiswettbewerb, hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt gefordert. "Wir haben schon immer davor gewarnt, ständig neue Marktelemente im Gesundheitswesen zu etablieren. In diesem Zusammenhang halte ich den Begriff der reinen Ökonomie für unangebracht. Denn wenn es um die Verwendung von Solidarbeiträgen geht, brauchen wir zwar eine ökonomische Orientierung – aber eine, die die humane Funktion des Gesundheitswesens und die ethischen Grenzen respektiert." Das sagte der BÄK-Präsident mit Blick auf den 116. Deutschen Ärztetag in der nächsten Woche in Hannover, auf dem die Delegierten unter anderem darüber diskutieren, wie viel Markt die Medizin verträgt. Montgomery betonte, dass in Hannover auch über die Marktverlierer und in diesem Kontext über den Zusammenhang von Armut und Gesundheit gesprochen werde."Es ist ein Schandfleck für unsere Gesellschaft, dass die Lebenserwartung eines heute geborenen Jungen in der unteren Einkommensschicht um zehn Jahre geringer ist als in der oberen. Das ist auch ein bildungspolitisches und gesellschaftspolitisches Problem, das wir im Kontext mit dem geplanten Präventionsgesetz diskutieren wollen." Ein weiteres Schwerpunktthema des Ärztetages ist die künftige Finanzierung des Krankenversicherungssystems in Deutschland. Montgomery erläuterte, dass die Bundesärztekammer vom letzten Deutschen Ärztetag beauftragt worden sei, ein Konzept zur Weiterentwicklung des dualen Krankenversicherungssystems zu erarbeiten. "Das Ergebnis, eine mit Unterstützung von Gesundheitsökonomen erarbeitete Reformskizze, legen wir jetzt vor." Kernelemente seien ein einkommensunabhängiger Beitrag der Versicherten, der nach den Berechnungen der Gesundheitsökonomen 135 bis 170 Euro monatlich erreichen dürfte, flankiert von einem Sozialausgleich für Einkommensschwache aus Steuermitteln sowie ein grundlohnabhängiger Arbeitgeberbeitrag. "Wir glauben, dass das reine Umlageverfahren nicht demografiefest zu gestalten ist. Deshalb schlagen wir ein Gesundheitssparkonto vor: Aus Steuermitteln soll für alle in Deutschland geborenen Kinder ein kapitalgedecktes Ansparprogramm aufgebaut werden.", sagte Montgomery. Wortlaut des Interviews
Pressemitteilung der... 24.05.2013

Bundesärztekammer unterstützt „Aktionswoche Alkohol“

Berlin, 24.05.2013 Fast zehn Liter reinen Alkohol trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit hinter Portugal, Spanien und Österreich den vierten Platz. Auf diese Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verweist Dr. Christoph von Ascheraden, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der am Samstag startenden Aktionswoche „Alkohol“ der DHS und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechtild Dyckmans. Unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ soll die Bevölkerung durch verschiedene regionale Aktionen über einen riskanten Konsum von Alkohol aufgeklärt werden. Inhaltlich unterstützt wird die Initiative auch von der Bundesärztekammer und von den Landesärztekammern. „Es geht nicht darum, Patienten maßvollen Alkoholkonsum zu verbieten. Wir müssen unsere Patienten aber aufklären, bevor ihr Trinkverhalten gesundheitsgefährdend wird“, sagt von Ascheraden, der auch Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der BÄK ist. „Wenn eine Frau täglich mehr als ein alkoholisches Getränk beziehungsweise ein Mann mehr als zwei alkoholische Getränke trinkt, ist die Gesundheit gefährdet“, warnt von Ascheraden.  Außerdem rät er, in regelmäßigen Abständen ganz auf Alkohol zu verzichten, um sicher zu gehen, dass man problemlos auch ohne kann. Die direkte Ansprache durch den Arzt könne bei bis zu 50 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Reduktion des Alkoholkonsums bewirken. Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung konsumieren 9,5 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Rund 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger gelten als alkoholabhängig und rund 73.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen des Alkoholkonsums. Das sind 20-mal mehr als im Straßenverkehr. Besorgniserregend ist auch der Konsum unter Jugendlichen: Im Jahr 2011 mussten mehr als 26 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung akut stationär behandelt werden. Weitere Informationen über die Aktionswoche Alkohol sowie über die geplanten regionalen Aktionen sind unter www.aktionswoche-alkohol.de abrufbar.

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