News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Pressemitteilung der... 22.10.2013

Weltärztebund: Homosexualität ist keine Krankheit

Fortaleza/Berlin, 22.10.2013 „Homosexualität ist keine Erkrankung und bedarf deshalb keinerlei Heilung. Direkte und indirekte Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sind allerdings häufige Ursachen für negative psychische und physische Erkrankungen.“ So fasste der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, eine entsprechende Stellungnahme der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes im brasilianischen Fortaleza zusammen. Darin lehnten die Delegierten des Weltärztebundes sogenannte Reparations- beziehungsweise Konversionstherapien strikt ab. Diese seien nicht nur unwirksam, sie könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken. „Eine große Mehrheit unserer internationalen Kolleginnen und Kollegen stimmten zu, dass diese Erklärung längst überfällig war“, betonte Montgomery. Das Papier wurde von der Bundesärztekammer in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erarbeitet und gemeinsam mit der französischen Ärztekammer und der British Medical Association beim Weltärztebund eingereicht. In einer weiteren von der Bundesärztekammer erarbeiteten Stellungnahme unterstützt der Weltärztebund die Resolution 65/206 der Generalversammlung der Vereinten Nationen für ein Moratorium zur Nutzung der Todesstrafe. Montgomery erklärte: „Der Weltärztebund hat sich schon vor Jahren mit einer Erklärung gegen eine Beteiligung von Ärzten bei der Vollstreckung von Todesstrafen ausgesprochen. Mit dieser neuen Resolution demonstriert die internationale Ärzteschaft abermals, im Einklang mit dem Genfer Gelöbnis, ihren uneingeschränkten Respekt für das menschliche Leben.“ Zudem hat die Generalversammlung des Weltärztebundes auf Initiative der Bundesärztekammer und der Ärztekammern Frankreichs und Spaniens eine Resolution zur Normierung der ärztlichen Berufsausübung beschlossen. Hintergrund sind Entwicklungen in der Europäischen Union, Standards in der Gesundheitsversorgung auch durch nichtmedizinische Normungsinstitute formulieren zu lassen. Diese verfügten weder über die berufsethische und medizinische Expertise, noch über das notwendige Mandat. Der Weltärztebund appellierte an Regierungen und andere politische Institutionen, die Normierung ärztlicher Leistungen durch nicht-medizinische Organisationen im Interesse der Patientensicherheit abzulehnen. Montgomery begrüßte das klare Signal des Weltärztebundes. „Die Sicherstellung der Patientensicherheit und einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung darf unter keinen Umständen in die Hände nicht-medizinischer Interessen gelegt werden“, warnte er. Die entsprechenden Stellungnahmen sind auf der Internetseite des Weltärztebundes im englischen Original abrufbar (www.wma.net).
Pressemitteilung der... 21.10.2013

Studienteilnehmer besser vor Gefahren schützen

Fortaleza/Berlin - 21.10.2013 „Wir wollen Teilnehmer von medizinischen Studien besser vor möglichen Gefahren schützen und ihnen im Schadensfall leichter zu ihrem Recht verhelfen.“ Das sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, nach Verabschiedung der revidierten Version der Deklaration von Helsinki durch die 64. Generalversammlung des Weltärztebundes am 19. Oktober im brasilianischen Fortaleza. „Die Deklaration definiert einen besseren Schutz, insbesondere für vulnerable Gruppen, fordert präzisere und spezifischere Anforderungen für Maßnahmen nach Abschluss einer Studie und zieht erstmalig den Aspekt von Kompensationen für Geschädigte mit ein“, berichtete Montgomery. Neu sei auch die Forderung, dass jede medizinische Studie registriert werden sollte und nicht nur klinische Studien. Die Bundesärztekammer hatte den Vorsitz der internationalen Arbeitsgruppe, die mit der Überarbeitung betraut worden war. Während des über zweijährigen Revisionsprozesses hatten die internationalen Experten und Interessensgruppen die Möglichkeit, im Rahmen von weltweiten Expertenkonferenzen und in einer zweimonatigen öffentlichen Konsultation ihre Änderungsvorschläge bei der Arbeitsgruppe einzureichen. Die Beteiligung war dabei so groß wie bei keiner Revision zuvor. Die Deklaration von Helsinki ist eines der wichtigsten Dokumente des Weltärztebundes. Sie beschreibt ethische Prinzipien der medizinischen Forschung am Menschen. 2014 wird ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Die revidierte Version der Deklaration ist im englischen Original auf der Internetseite des Weltärztebundes abrufbar (www.wma.net).
Presse 18.10.2013

Deutschland hat Mitverantwortung an Gesundheitsversorgung der Weltbevölkerung

Berlin, 18.10.2013 "Deutschland hat Mitverantwortung dafür, dass eine akzeptable Gesundheitsversorgung der Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen möglich wird." Das sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, im Vorfeld des 5. World Health Summit  in Berlin. Die Bundesärztekammer sehe sich in internationaler Verantwortung und teile das Anliegen des World Health Summit, erklärte Montgomery in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt (Heft 42, 2013). Auf dem internationalen Gesundheitskongress, der vom 20. bis 22. Oktober in Berlin tagt, diskutieren rund 1.000 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft  die drängendsten Aufgaben der globalen Gesundheitsversorgung und erarbeiten Empfehlungen und  Lösungsansätze. „Die Bundesärztekammer sieht sich in internationaler Verantwortung und teilt das Anliegen des World Health Summit“, sagte der BÄK-Präsident. Konkret beteilige sich die BÄK über den Weltärztebund und viele Partnerorganisationen der WHO – wie zum Beispiel dem Europäischen Forum der Ärztekammern – am Aufbau funktionierender Gesundheitssicherungssysteme in Ländern, die sich im Aufbruch befinden. Schon seit vielen Jahrzehnten betreibe die deutsche Ärzteschaft internationalen  Wissenschaftsaustausch. „Der geht immer in zwei Richtungen: zu uns und von uns weg. Beides funktioniert“, unterstrich Montgomery. Dazu gäbe es nationenübergreifende Kooperationen, die Zusammenarbeit in der EU und in der WHO. "Wir sind da gut aufgestellt – und es gehört dennoch zum guten Ton, eine noch weitergehendere Intensivierung dieses Prozesses einzufordern. Dazu bietet der World Health Summit eine ideale Basis“, sagte der Ärztepräsident. Montgomery zeigte sich optimistisch, dass Initiativen des Gesundheitsgipfels auch in der peripheren Versorgung ankommen werden. Dafür müssten die Visionen des World Health Summit mit dem Machbaren verbunden werden. So sollten Themen wie Gesundheitsprävention stärker aufgegriffen werden, regte der BÄK-Präsident an. Das Interview im Deutschen Ärzteblatt im Wortlaut
Presse 17.10.2013

Fünf Kurzinformationen für Patienten aktualisiert

Berlin, 17.10.2013 Die Kurzinformationen für Patienten (KiP) werden regelmäßig aktualisiert. Eine Überarbeitung wird erforderlich, wenn eine neue Version der zugrundeliegenden Patientenleitlinie veröffentlicht wurde oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. Folgende KiP wurden deshalb im Oktober 2013 auf den neuesten Stand gebracht: Was passiert bei Asthma? [PDF] Was hat Diabetes mit Ihren Augen zu tun? [PDF] Was hat Diabetes mit Ihren Füsse zu tun? [PDF] Einfach nur traurig - oder depressiv? [PDF] Depression - Ratgeber für Angehörige [PDF] Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt die KiP im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK). Diese stehen allen niedergelassenen Ärzten zum Ausdrucken kostenlos zur Verfügung, um sie bei Bedarf Patienten persönlich auszuhändigen. Auf zwei Seiten informieren die Kurzinformationen über Krankheitszeichen, Diagnostik und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Patienten und Angehörige finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit einer Erkrankung. Alle Patienteninformationen
Presse 16.10.2013

Weltanästhesie-Tag: Wie die erste Narkose die Medizin revolutionierte

Berlin, 16.10.2013 Der Anlass für den Weltanästhesie-Tag am 16. Oktober 2013 liegt  167 Jahren zurück: Genau an jenem Oktobertag führte William Morton am Massachusetts General Hospital in Boston die erste öffentliche Äthernarkose durch. Aus der ersten Narkose ist in über eineinhalb Jahrhunderten ein großes medizinisches Fachgebiet geworden: die Anästhesiologie. Sie vereint unter ihrem Dach die vier Säulen "Anästhesie", "Intensivmedizin", "Notfallmedizin" und "Schmerztherapie". 2013 widmet sich der Weltanästhesie-Tag in Deutschland der "Intensivmedizin" mit Schwerpunkt "End-of-Life Care". Die Arztbibliothek des Ärztliches Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat diesen Tag zum Anlass für das „Thema des Monats“ gemacht mit Hintergrundinformationen und Links. http://www.patienten-information.de/thema-des-monats/thema-weltanaesthesietag-2013
Pressemitteilung von... 14.10.2013

Experten fordern bessere Informationen und Wirksamkeitsnachweise bei Präventionsprogrammen

Berlin, 14.10.2013 Auf dem Symposium „Prävention: Wirksamkeit und Stellenwert“ der Initiative zur Versorgungsforschung des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer diskutierten Experten aus dem Gesundheitswesen am vergangenen Freitag über biologische, psychische und soziale Einflussfaktoren, die vor allem bei der Prävention von chronischen Erkrankungen von Bedeutung sind. „Die Zahl chronisch erkrankter Patienten steigt und darauf müssen wir mit neuen Konzepten in der Prävention eingehen. Wir müssen verstärkt über mögliche Risikofaktoren informieren und wir müssen die Möglichkeit erhalten, eingehender zu beraten“, so Dr. Martina Wenker, Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer. Allein auf die Angebote zur Krebsfrüherkennung abzuheben, sei zu wenig. „Prävention in einer Gesellschaft des langen Lebens erfordert Nachhaltigkeit“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Vorsitzender des Ausschusses „Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation“ der Bundesärztekammer. „Wir verfolgen das Ziel, dass die präventiven Möglichkeiten von den Menschen akzeptiert und tatsächlich genutzt werden.“ Und es sei wichtig, dass man anhand von Qualitätskriterien und Wirksamkeitsnachweisen effektive und nicht-effektive Programme unterscheiden kann, mahnte Prof. Dr. Fred Zepp, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mitglied des Vorstandes des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer. Auch wenn es gerade bei Kindern schwierig sei, die direkte Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zu messen, dürfe man bei den Bemühungen um Evaluation nicht nachlassen. Gerade bei der Auswertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Entwicklung, Umsetzung und Erfolgskontrolle medizinischer Präventionsprogramme komme der Versorgungsforschung eine wesentliche Bedeutung zu. In weiteren Vorträgen des unter der wissenschaftlichen Koordination von Henke, Zepp sowie Prof. Dr. Dr. Peter C. Scriba, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats, durchgeführten Symposiums der Initiative zur Versorgungsforschung nahmen die Experten eine Bestandsaufnahme von Präventionsprogrammen aus unterschiedlichen Gebieten wie Schwangerschaftsvorsorge oder HIV-Vorbeugung vor und diskutierten Zukunftsstrategien zur Verbesserung von Vorsorgemaßnahmen. So referierte Dr. Karl-Josef Eßer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, über mögliche neue Kooperations-Strukturen. Bei jungen Patienten gebe es eine Vielzahl neuer Krankheitsbilder wie Übergewicht, funktionale Entwicklungsstörungen oder Mediensucht, die durch präventive Maßnahmen beeinflusst werden könnten. Hier müsse eine bessere Begleitung für hilfebedürftige Familien geschaffen werden. Nicht zuletzt um die Ärzte zu entlasten, müssten strukturenübergreifende Lösungen gefunden werden. Dies beinhalte eine stärkere Einbeziehung von Jungendamtsmitarbeitern, Familienhebammen und -krankenschwestern sowie Mitarbeitern freier Träger, so Eßer.
Presse 08.10.2013

BÄK appelliert an EU-Abgeordnete: Tabakproduktrichtlinie zustimmen

Berlin, 08.10.2013 Die Bundesärztekammer hat die Abgeordneten des Europaparlaments in einem Brief eindringlich aufgefordert, der Tabakproduktrichtlinie zum Schutz vor den tödlichen Konsequenzen durch das Rauchen zuzustimmen. „Die Bundesärztekammer begrüßt die Bemühungen um eine Änderung der Tabakproduktrichtlinie für einen verbesserten Gesundheits- und Verbraucherschutz durch das Verhindern oder wenigsten Vermindern des Rauchens“, schreibt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery vor der Abstimmung in Straßburg über die Tabakproduktrichtlinie am heutigen Dienstag. In der Richtlinie werden unter anderem große Schockbilder auf Zigaretten-Packungen, Verbot von Menthol- und Slimzigaretten und Einstufung von e-Zigaretten als Arzneimittel vorgeschlagen. Vor allem Jugendliche sollen damit vom Rauchen abgehalten werden. In der EU sterben etwa 700.000 Menschen jährlich durch diverse schwere Krankheiten, die durch das Rauchen verursacht werden. Nicht-Raucher leben durchschnittlich 14 Jahre länger als Raucher. Aber selbst wer noch mit 50 Jahren das Rauchen einstelle, könne sein Leben um sechs Jahre verlängern. „Keine andere medizinische Behandlung zeigt ähnliche Wirkungen“, schreibt Montgomery.
Statement von Prof. Dr. Frank... 08.10.2013

BÄK-Präsident Montgomery: Thank you for not smoking

Berlin, 08.10.2013 „Heute haben wir einen wichtigen Schritt zu einem rauchfreien Europa getan. Wir Ärzte begrüßen die Entscheidung des EU-Parlaments außerordentlich, vor den Gefahren des Rauchens intensiver zu warnen, junge Menschen noch stärker als bisher davon abzuhalten sowie bestimmte Zusatzstoffe in Tabakwaren gänzlich zu verbieten. Die Zustimmung zu einer Neuregelung der Tabakrichtlinie stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen das Rauchen und die hierdurch hervorgerufenen Krankheiten dar. Pro Jahr fallen ihnen mehrere hunderttausend Menschen europaweit zum Opfer. Durch die neue Richtlinie wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung des Gesundheits- und Verbraucherschutzes in Europa geleistet. Die Ärzteschaft bedankt sich hierfür bei den Entscheidungsträgern und sagt: Thank you for not smoking.“
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 07.10.2013

Neue Ausgabe des Bulletins zur Arzneimittelsicherheit

Berlin, 07.10.2013 Zum dritten Mal in diesem Jahr ist das Bulletin zur Arzneimittelsicherheit erschienen.Die Themen der aktuellen Ausgabe sind: Sicherheit und Qualität der Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung mit Methylphenidat  Sicherheit von Masernimpfstoffen Kein Risikosignal für das Auftreten eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) nach HPV-Impfung in Deutschland Nebenwirkungsmeldungen durch Verbraucher – Auswertung der Testphase des Internetportals Meldung von Verdachtsfällen von Verbrauchern mittels Smartphone beziehungsweise Tablet-PC Meldungen aus BfArM und PEI Hinweise auf Rote-Hand-Briefe und Sicherheitsinformationen Das vierteljährlich erscheinende Bulletin zur Arzneimittelsicherheit wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeinsam herausgegeben. Beide Bundesinstitute informieren in dem Bulletin über aktuelle Aspekte der Risikobewertung von Arzneimitteln. Die aktuelle Ausgabe 3/2013 sowie alle bisherigen Ausgaben finden Sie unter: http://www.bfarm.de/DE/BfArM/Publikationen/Bulletin/bulletin-node.html
Gemeinsame Pressemitteilung von... 04.10.2013

Nationale Versorgungsleitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes“ veröffentlicht

Berlin, 04.10.2013 Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat dem Programm für Nationale Versorgungsleitlinien (NVL) eine weitere Leitlinie hinzugefügt. Die NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ ergänzt die vorliegenden Module zu Fuß-, Netzhaut-, Nieren- und Nervenkomplikationen sowie zur Schulung bei Diabetes. Die NVL beschreibt neben Empfehlungen zur Diagnostik und nichtmedikamentösen Behandlung insbesondere die Pharmakotherapie des Typ-2-Diabetes. „Sauberes, evidenzbasiertes Wissen ist die beste Entscheidungsgrundlage im Einzelfall“, sagte Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer. Die jüngste NVL verdeutliche einmal mehr, wie eine systematische Zusammenarbeit aller relevanten Fachgruppen sowie eine konsequente Einbeziehung von Patienten zu einem praxisorientierten Ergebnis führen kann. Besonders hob Jonitz die Möglichkeit einer offenen Beteiligung durch die Kommentierungsmöglichkeit bei der Erstellung der Leitlinie hervor. „Das  trägt dazu bei, dass gute ärztliche Inhalte und praktische Erfahrung die Grundlage für die klinische Versorgung bilden.“ „Den Nutzen haben Patienten wie Ärzte gleichermaßen“, betonte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Leitlinien sind keine Schablonen. Sie bilden aber eine fachlich fundierte Grundlage, um den Patienten individuell zu behandeln.“ Bewusst wurden in der NVL auch divergierende Auffassungen der Autoren dargestellt – in dem Verständnis, dass vorliegende Evidenz durchaus unterschiedliche Interpretationen zulässt und die Komplexität einer Erkrankung keine einfachen Antworten auf gesundheitspolitische Versorgungsfragen bietet. Das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Mit der Durchführung wurde das ÄZQ beauftragt. Die Nationale Versorgungsleitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes“ kann im Internet unter www.versorgungsleitlinien.de abgerufen werden.