News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Presse 27.12.2013

„Terminmanagement muss in ärztlicher Hand bleiben“

Berlin, 27.12.2013 Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat der von der Bundesregierung geplanten Termingarantie einen eigenen Vorschlag entgegengesetzt. Das Termin-Management müsse in Händen der Ärzte bleiben, sagte er in einem Interview mit der Rheinischen Post (27.12.2013). Er schlug vor, dass gesetzlich Versicherte  künftig per "dringlicher Überweisung" besonders schnell zu einem Facharzt vermittelt werden sollen. Wer ohne Überweisung seines Hausarztes einen Facharzttermin wünsche, müsse unter Umständen etwas länger warten. "Wichtig ist, dass Termine beim Facharzt weiterhin aus medizinischen Gründen vergeben werden."Union und SPD planen, dass Kassenpatienten, die nicht binnen vier Wochen einen Facharzttermin erhalten, in einer Klinik versorgt werden sollen. Die Kosten  für die Behandlung sollen dem Budget der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung entnommen werden."Das halte ich für unsinnig", sagte Montgomery. Bislang sei es ja schon so, dass die Hausärzte in dringenden Fällen bei der Vermittlung eines Fachkollegen helfen würden. Die geplante Termingarantie würde letztlich dazu führen, dass die weniger schweren Fälle ins Krankenhaus gingen, sagte Montgomery. Darauf aber seien die Kliniken nicht eingestellt.Zudem appellierte Montgomery in dem Interview an die Politik, wichtige Zukunftsthemen in der Gesundheitspolitik zügig anzugehen. Die vielen kleinen Reformen, die im Koalitionsvertrag stehen, könnten in einem Jahr abgearbeitet werden. Dann müsse sich die Gesundheitspolitik daran machen, die Finanzierung des Systems privater und gesetzlicher Kassen zu reformieren. „Dabei soll das Zwei-Säulen-Modell aus gesetzlicher und privater Versicherung erhalten bleiben. Zudem muss das Gesundheitssystem insgesamt besser auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft vorbereitet werden.“Positiv beurteilt der Ärztepräsident das Vorhaben von Schwarz-Rot, Korruption im Gesundheitswesen strafrechtlich zu ahnden. "Wir begrüßen, dass eben nicht nur der Bestochene bestraft werden kann, sondern eben auch diejenigen, die andere bestechen. Wichtig ist auch, dass alle im Gesundheitswesen Tätigen zur Rechenschaft gezogen werden können. Dann wird endlich das Ärzte-Bashing aufhören, alle Mediziner seien bestechlich.“Das Interview kann unter http://www.rp-online.de/politik/deutschland/bestechlichkeit-unter-strafe-stellen-aid-1.3910328 abgerufen werden.
BÄKground 20.12.2013

Neue Ausgabe des Informationsdienstes der BÄK erschienen

Berlin, 20.12.2013 Mehr als 180 Seiten umfasst der Koalitionsvertrag von Union und SPD, auf zwölf Seiten kommt allein das gesundheitspolitische Kapitel. „Aber der Umfang täuscht, weil vieles sehr detailistisch dargestellt wurde“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einem Interview mit BÄKground. Der Informationsdienst der Bundesärztekammer erläutert, wohin die Koalitionäre in der Gesundheitspolitik wollen und wo die Schwachstellen der vorgestellten Agenda liegen.Nicht weit genug gehen die angekündigten Maßnahmen im Koalitionsvertrag auch den im Bündnis Gesundheit 2000 zusammengeschlossenen Gesundheitsberufen. In einer gemeinsamen Resolution fordern sie die künftige Bundesregierung auf, angesichts der steigenden Behandlungs- und Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung akute Probleme in der Gesundheitsversorgung und wichtige gesundheitspolitische Zukunftsthemen jetzt anzugehen.Dazu gehört aus Sicht der Bundesärztekammer auch die dringend notwendige Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Mitte November haben sich die BÄK und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) über die Rahmenvereinbarungen einer Novelle verständigt. Die Verhandlungsführer von PKV und BÄK, Dr. Birgit König und Dr. Bernhard Rochell sprechen in einem Interview über die gemeinsamen Ziele.An die Politik richtet sich auch der Apell von Dr. Christoph von Ascheraden, Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der Bundesärztekammer, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger zu überarbeiten. Diese seien so eng gezogen und mit strafrechtlichen Konsequenzen ausgestattet, dass viele Ärzte aus Furcht vor Strafe die Therapie nicht mehr durchführen oder erst gar nicht beginnen. BÄKground Dezember 2013 [PDF]
Gemeinsame Pressemitteilung 19.12.2013

Zahl der geförderten Allgemeinmediziner in Weiterbildung steigt

Berlin, 20.12.2013 Die Zahl der mit dem Förderprogramm zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin unterstützten Ärztinnen und Ärzte steigt. Im ambulanten Bereich sind im Jahr 2012 im Vergleich zum Start des Programms im Jahr 2010 18 Prozent mehr Ärzte gefördert worden (gestiegen auf 3.842 Ärzte) und im stationären Bereich über 14 Prozent (gestiegen auf 2.199 Ärzte). Dies ist ein Ergebnis des dritten Evaluationsberichts zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, der jetzt erschienen ist. Die Partner des Förderprogramms sind der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter Beteiligung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und der Bundesärztekammer (BÄK). Hintergrund ist die zum 1. Januar 2010 in Kraft getretene neustrukturierte Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in der ambulanten und stationären Versorgung. Ihr Ziel war unter anderem, nicht nur die finanziellen, sondern auch die organisatorischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Die Vertragspartner verständigten sich auf eine jährliche Evaluation, beginnend mit dem Jahr 2010, um gemeinsam eine größere Transparenz über die Wirkung des Förderprogramms zu schaffen. Der  Bericht stellt auch die Tätigkeiten der sogenannten Koordinierungsstellen auf Landesebene dar. Sie sollen unter anderem die Organisation der Weiterbildung fördern sowie als Informationsplattform und Vermittlungsstelle zwischen Krankenhäusern und Praxen dienen. So soll ein wirksamer Beitrag dazu geleistet werden, dass Ärztinnen und Ärzte, die eine Tätigkeit in der allgemeinmedizinischen Praxis anstreben, strukturiert geeignete Weiterbildungen durchlaufen.
Presse 19.12.2013

Montgomery gratuliert Bundesgesundheitsminister Gröhe zur Amtseinführung

Berlin, 19.12.2013 Zur Amtseinführung hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, dem Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe gratuliert. Die vor ihm liegenden Herausforderungen seien groß, so die Sicherung der Nachhaltigkeit des Finanzierungssystems  und die Stabilisierung der Krankenhausfinanzierung. Montgomery sagte dem Minister eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft zu.
Presse 17.12.2013

Prof. Birnbacher neuer Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer

Berlin, 17.12.2013 Die Zentrale Ethikkommission (ZEKO) bei der Bundesärztekammer hat in ihrer konstituierenden Sitzung für die 7. Amtsperiode (2013-2016) Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher als Vorsitzenden und Prof. Dr. Wolfram Henn als dessen Stellvertreter gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind  PD Dr. Tanja Krones, Prof. Dr. Claudia Wiesemann und Prof. Dr. Jochen Taupitz. Neu in die ZEKO wurden PD Dr. Alena Buyx, Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt und Prof. Dr. Georg Marckmann berufen. Für die erste Hälfte der Amtsperiode hat die ZEKO zwei Arbeitsschwerpunkte ausgewählt. Sie wird sich mit ''Entscheidungs(un)fähigkeit und den Grenzen der Entscheidungsassistenz'' befassen und sich dem Thema ''Mobilität und Umgang mit medizinischen Angeboten im Ausland'' widmen. Weitere Themen sollen zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Weiterführende Informationen können unter www.zentrale-ethikkommission.de abgerufen werden.
Presse 16.12.2013

Resolution Bündnis Gesundheit 2000: Wichtige gesundheitspolitische Themen jetzt angehen

Berlin, 16.12.2013 Die im Bündnis Gesundheit 2000 zusammengeschlossenen Gesundheitsberufe sprechen für die rund fünf Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen. In einer gemeinsamen Resolution fordern sie die künftige Bundesregierung auf, angesichts einer steigenden Behandlungs- und Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung akute Probleme in der Gesundheitsversorgung und wichtige gesundheitspolitische Zukunftsthemen jetzt anzugehen. Die demografische Entwicklung und steigende Kosten des medizinischen Fortschritts erfordern nach Überzeugung der Gesundheitsberufe eine Weiterentwicklung des dualen Krankenversicherungssystems. Zudem müssen ambulante und stationäre Einrichtungen in die Lage versetzt werden, den steigenden Kosten und den Anforderungen des Strukturwandels in der medizinischen Versorgung adäquat begegnen zu können. Außerdem warnen die Gesundheitsberufe: „Der Fachkräftemangel ist keine Prognose mehr, sondern längst Realität in deutschen Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Praxen.“ Diese Situation werde sich erst dann grundlegend ändern, wenn sich auch die beruflichen Rahmenbedingungen ändern. Dabei gehe es nicht nur um Geld: „Die Gesundheitsberufe müssen attraktiver werden, nur dann können wir wieder mehr junge Menschen für eine Arbeit mit dem Patienten begeistern.“ Resolution Bündnis Gesundheit 2000 [PDF] Zustimmung der Teilnehmer [PDF]
Presse 13.12.2013

Patienteninformation: „Krebs der Mundhöhle – Risikofaktoren und Anzeichen“

Berlin, 13.12.2013 Auf zwei Seiten klärt die Kurzinformation über Risikofaktoren und Anzeichen für Mundhöhlenkrebs auf. Interessierte finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps. Grundlage ist die Patientenleitlinie „Mundhöhlenkrebs“ des Leitlinienprogramms Onkologie. Mundhöhlenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von der Mundschleimhaut ausgeht. Jeder Bereich in der Mundhöhle kann betroffen sein. In Deutschland erkranken pro Jahr über 10 000 Menschen an Mundhöhlenkrebs. Veränderungen der Mundschleimhaut, zum Beispiel nicht heilende Wunden, können erste Hinweise darauf sein. Bestimmte Lebensgewohnheiten können zur Entstehung beitragen. Wer regelmäßig raucht und trinkt, hat ein 30-fach erhöhtes Risiko zu erkranken. Experten empfehlen deshalb, den Tabakkonsum aufzugeben und auf Alkoholkonsum weitgehend zu verzichten. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor. Krebs der Mundhöhle - Risikofaktoren und Anzeichen [PDF] Weitere Patienteninformationen
Presse 04.12.2013

Ausbau der Hospiz-und Palliativversorgung in Koalitionsvertrag aufgenommen

Berlin, 04.12.2013 Die Steuerungsgruppe der Charta Palliativmedizin begrüßt, dass der Ausbau der Hospiz-und Palliativversorgung in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde. Die Bundesärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband hatten sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Verhandlungsführer der Koalitionsarbeitsgruppen Gesundheit und Pflege sowie Familie, Frauen und Gleichstellung für die Stärkung der Rechte von Schwerstkranken und Sterbenden stark gemacht. Nun heißt es im Koalitionsvertrag: "Zu einer humanen Gesellschaft gehört das Sterben in Würde. Wir wollen die Hospize weiter unterstützen und die Versorgung mit Palliativmedizin ausbauen." Dieser Passus sei ein "wichtiges Signal für die vor uns liegende Arbeit in der kommenden Legislaturperiode", so die Steuerungsgruppe.Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes sowie der Bundesärztekammer haben mehr als 50 Verbände, Ministerien sowie die beiden großen Kirchen die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ 2010 verabschiedet. Mittlerweile haben rund 800 Institutionen und über 9.200 Personen die Charta unterschrieben. Die Charta thematisiert die Rechte, Bedürfnisse und Wünsche von Schwerstkranken und Sterbenden. In fünf Leitsätzen plädieren die Verbände und Organisationen für eine Verbesserung der medizinischen, ethischen und juristischen Rahmenbedingungen. Versorgungsstrukturen müssten stärker miteinander vernetzt, Aus-, Weiter- und Fortbildung ausgebaut und Forschungsvorhaben gefördert werden.
Presse 04.12.2013

BÄK unterstützt Online-Petition des Marburger Bundes

Berlin, 04.12.2013 Die Bundesärztekammer unterstützt die vom Marburger Bund initiierte Online-Petition „Rettet die Gewerkschaftsfreiheit – Kein Streikverbot per Gesetz“. Mit der Initiative sollen die künftigen Koalitionspartner aufgefordert werden, kein Gesetz auf den Weg zu bringen, das die Tarifeinheit („Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“) erzwingt und damit die freie gewerkschaftliche Betätigung faktisch außer Kraft setzt. Der Marburger Bund hat sich selbst zum Ziel gesteckt, in sechs Monaten 50.000 Unterschriften zu sammeln. Union und SPD kündigen in ihrem Koalitionsvertrag eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit nach dem betriebsbezogenen Mehrheitsprinzip an, die auf Forderungen der Unternehmerverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes zurückgeht.  Danach soll in einem Betrieb nur noch derjenige Tarifvertrag zur Anwendung kommen, an den die Mehrzahl der Gewerkschaftsmitglieder in diesem Betrieb gebunden ist. Die zahlenmäßig unterlegene Gewerkschaft würde durch eine solche Erzwingung der Tarifeinheit faktisch ihrer tarifpolitischen Eigenständigkeit beraubt. Darüber hinaus soll sich die Friedenspflicht für die Laufzeit des vorrangigen Tarifvertrages auch auf Tarifverträge der kleineren Gewerkschaft erstrecken. Damit würden vor allem Berufs- und Fachgewerkschaften faktisch einem generellen Streikverbot unterworfen. Das Vorhaben hat massive Kritik in der Ärzteschaft hervorgerufen. „Es ist widersinnig, rechtswidrig und freiheitsfeindlich, das Recht aller Berufe in Frage zu stellen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und eigenständig Tarifverträge zu schließen“, sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes. Auch viele Ärztekammern und die Bundesärztekammer (BÄK) forderten die Koalitionsparteien auf,  von jeglicher Einschränkung gewerkschaftlicher Grundrechte abzusehen und die tarifpolitische Selbstbestimmung der Ärzte und anderer Berufe zu respektieren. BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hält die Pläne für verfassungsrechtlich bedenklich und für die Patientenversorgung gefährlich. „Arztspezifische Tarifverträge verbessern die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärztinnen und Ärzte und tragen mit dazu bei, dass die Ärzte der kurativen Medizin in Deutschland erhalten bleiben“, sagte er. Weitere Informationen zur Online-Petition unter www.freie-gewerkschaften.de.
Presse 03.12.2013

Schönheitsoperationen bei Jugendlichen: BÄK unterstützt geplantes Verbot

Berlin, 03.12.2013 Die Bundesärztekammer (BÄK) hat ein mögliches Verbot von Schöhnheitsoperationen bei Minderjährigen ohne medizinische Grundlage begrüßt und darüber hinaus europaweite Regelungen gefordert. Man dürfe nicht hinnehmen, dass die Schönheitsindustrie das Menschenbild definiere. "Eine medizinisch nicht notwendige Brust-OP als Geschenk zum Abitur oder Geburtstag – das sind fürchterliche Entwicklungen. Besonders Kinder und Jugendliche werden von der ständigen Sorge um das Aussehen in ihrer Stimmung und in ihrem Selbstwertgefühl beeinflusst. Die Unzufriedenheit und Verunsicherung in Bezug auf den eigenen Körper geht manchmal so weit, dass junge Menschen Schönheitsoperationen als einzigen Ausweg aus dem Unglücklichsein und als wirksame Befreiung von Komplexen betrachten", so die BÄK. Verbote allein würden aber nicht ausreichen. Dem unerträglichen Hype um den Schönheitskult müsse man eine nachhaltige Wertediskussion entgegensetzen. "Wir müssen das Selbstwertgefühl gerade der Jugendlichen stärken. Die jungen Menschen müssen selber erkennen, dass Schönheitsoperationen ,uncool` sind."  Aus diesem Grund hat die Bundesärztekammer die Koalition gegen den Schönheitswahn gegründet. Die Initiative hat seit ihrer Gründung breite Zustimmung erfahren. Das Zusammenwirken von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, hat eine nachhaltige Resonanz in den Medien gefunden. Die Berichterstattung über die Gefahren von Schönheitsoperationen gerade bei jungen Menschen ist kritischer geworden. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) und die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) haben die Aktivitäten der Koalition gegen den Schönheitswahn ausdrücklich begrüßt.  Das Interesse an Schönheitsoperationen ist allerdings auch bei jungen Menschen nach wie vor groß, wie Umfragen immer wieder belegen. Deshalb ist es wichtig, dass die Koalition weiterhin Resonanz erfährt und dass das Thema auch Teil des Unterrichts an den Schulen wird. Eine mit Unterstützung des Deutschen Lehrerverbandes erstellte didaktische DVD „Wa(h)re Schönheit“ zum Thema Schönheitswahn ist ein Arbeitsergebnis der Koalition. Die Bundesärztekammer stellt darüber hinaus klar: Nur ausreichend qualifizierte Ärzte dürfen plastisch-ästhetische chirurgische Eingriffe vornehmen. Die Ärztekammern haben im Weiterbildungsrecht bereits seit langem die Grundlagen dafür geschaffen, dass nur ausreichend qualifizierte Ärzte sogenannte schönheitschirurgische Eingriffe vornehmen dürfen. Fachlich qualifizierte Ärzte entsprechend der geltenden ärztlichen (Muster-) Weiterbildungsordnung sind Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie (24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie, 48 Monate Weiterbildung in Plastischer und Ästhetischer Chirurgie). Außerdem haben Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation „Plastische Operationen“ zu erlangen (eine zweijährige Zusatz-Weiterbildung nach fünfjähriger Weiterbildung zum Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde bzw. Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie). Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe können nach 5-jähriger Weiterbildung und zusätzlich 3-jähriger Weiterbildung zum Schwerpunkt „Gynäkologische Onkologie“ rekonstruktive plastisch-ästhetische Operationen der Brust durchführen. Auch Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Hautärzte) und Fachärzte für Augenheilkunde (Augenärzte) können im Rahmen ihrer Gebietsgrenzen plastisch-ästhetisch und rekonstruktiv tätig sein. Mit der Erweiterung der Facharztbezeichnung „Plastische Chirurgie“ um den Zusatz „Ästhetische“ in der Weiterbildungsordnung im Jahr 2005 wurde nach außen deutlicher angezeigt, dass es eine bundesweit einheitliche Facharztqualifikation zur Ausübung plastisch-ästhetischer Operationen gibt. Ästhetische Eingriffe sind ausdrücklich Teil dieser Facharztqualifikation „Plastische und Ästhetische Chirurgie“. Patienten sollen besser zwischen hochqualifizierten Fachärzten und selbst ernannten „Schönheitschirurgen“ unterscheiden können....