News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Presse 22.01.2014

BÄK warnt: „Türkische Regierung setzt Ärzte unter Druck“

Berlin, 22.02.2014 „Jede Regierung hat die Pflicht, Angehörige von Gesundheitsberufen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und zu schützen. Dass in der Türkei bestimmte Aspekte der Notfallversorgung durch Ärzte kriminalisiert werden und Ärzte bei Zuwiderhandlung bestraft werden sollen, widerspricht zutiefst internationalen Menschenrechtsstandards und der ärztlichen Ethik.“ So kommentierte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, ein neues Gesundheitsgesetz in der Türkei, nachdem die ärztliche Notfallversorgung nur bis zum Eintreffen der offiziellen Notfallkräfte erfolgen darf. Artikel 46 des gerade von Staatspräsident Abdullah Gül unterzeichneten Gesetzes sieht bei Verstößen bis zu drei Jahren Haft  und schwere Geldstrafen vor. Die Menschenrechtsorganisation „Physicans for Human Rights“ sieht in dem Gesetz eine Reaktion auf die Versorgung von Regierungsgegnern durch Ärzte während der Gezi-Park-Ausschreitungen 2013 und einen gezielten Versuch, die Ärzteschaft bei der medizinischen Hilfe von politischen Demonstranten zu verunsichern. „Ärzte und andere Gesundheitsberufe werden so in einen Konflikt mit ihrer berufsethischen Verantwortung gebracht, Hilfebedürftigen und Verwundeten zu helfen“, warnte Montgomery. Die Bundesärztekammer steht weiter an der Seite der türkischen Ärzte und hat sich in mehreren Briefen sowie Pressemitteilungen gemeinsam mit dem Türkischen Ärzteverband, dem Weltärztebund, dem Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte, dem Britischen Ärzteverband und den „Physicians for Human Rights“ gegen die Gesetzesvorhaben der Regierung in Ankara gewandt. Zuletzt wurde Präsident Gül Anfang des Jahres 2014 von der internationalen Ärzteschaft aufgefordert, das neue Gesundheitsgesetz nicht zu unterzeichnen. Trotz der bereits erfolgten Unterzeichnung des Gesetzes appelliert Montgomery mit Nachdruck an die politische Vernunft der Verantwortlichen. Zu hoffen sei nun, dass das türkische Verfassungsgericht das Gesetz kippen wird.
Pressemitteilung der... 21.01.2014

Montgomery: „Wir lernen aus Fehlern“

Berlin, 21.01.2014 „Fehler passieren, auch in der Medizin. Wir kehren diese Fehler aber nicht unter den Tisch, sondern wir lernen aus ihnen und wir setzen uns dafür ein, dass den betroffenen Patienten schnellstmöglich geholfen wird. Man muss die Zahl der festgestellten schwerwiegenden Behandlungsfehler aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der rund 18 Millionen Behandlungsfälle in den Krankenhäusern und mehr als 540 Millionen allein im vertragsärztlichen Bereich sehen. Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel, und dennoch müssen wir sehen, dass sich die Zahl dieser Behandlungsfehler im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Behandlungsfälle im Promillebereich bewegt. Zu beachten ist auch, dass der Verdacht auf einen Behandlungsfehler noch kein Behandlungsfehler ist. Wirklich schlimm ist es, wenn der Behandlungsfehler mit Pfusch gleichgesetzt wird. Pfusch ist vorsätzlich, aber Ärzte schädigen Patienten nicht vorsätzlich. Wir wollen auch nicht vertuschen, ganz im Gegenteil. Wir setzen uns für Transparenz ein. Ob es der AOK allerdings wirklich um die Sache geht, darf bezweifelt werden. Vielmehr handelt es sich wohl um das durchsichtige politische Manöver, das Thema mit Negativschlagzeilen zu besetzen. Statt der üblichen Vorwurfspolitik hätten wir gerne von den AOK-Verantwortlichen gehört, was ihr Bundesverband ernsthaft unternimmt, um die Probleme zu mildern. Die deutsche Ärzteschaft ist das Problem frühzeitig und offensiv angegangen. Auf vielen Ärztetagen haben wir uns intensiv mit der Patientensicherheit auseinandergesetzt. Wir waren Initiatoren und sind Protagonisten dieses Themas. Es wäre deshalb sehr bedauerlich, wenn die AOK das Thema Patientensicherheit erneut missbraucht, um dem Thema „Pay for Performance“ eine kassenseitige Wendung zu geben. Im Übrigen sei auf die gute und seit Jahren akzeptierte Arbeit der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern hingewiesen. Wie aus der Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer hervorgeht, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern im Jahr 2012 insgesamt 7.578 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet. Dabei lag in 2.280 Fällen ein Behandlungsfehler vor. In den Krankenhäusern sank die Zahl der nachgewiesenen Fehler bei Kniegelenkarthrose (65 Fälle) und Unterarmfrakturen (55 Fälle) leicht ab.“
Presse 16.01.2014

Montgomery im heute journal: Die Transplantationsmedizin ist so sicher wie noch nie

Berlin, 16.01.2014 Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer Neuauflage der Debatte über eine Widerspruchslösung bei der Organspende gewarnt. In einem Live-Interview mit dem ZDF-heute-journal (15.01.2014) sagte der BÄK-Präsident: „Ich halte das in unserem Rechtssystem für nicht machbar.“ Diese Diskussion würde im Moment auch in die Irre führen, weil erst die Folgen des Transplantationsskandals aufgearbeitet werden müssten. Zuvor hatte die Deutsche Stiftung Organtransplantation einen neuen Tiefstand bei der Zahl der Organspender gemeldet. Waren es 2012 noch 1046 Spender, verzeichnete die Stiftung im vergangenen Jahr nur noch 876. Hauptgrund für den Rückgang ist nach Meinung Montgomerys die Verunsicherung der Menschen in Folge des Transplantationsskandals. Es sei zu verstehen, dass die Menschen jetzt Angst haben nicht richtig behandelt zu werden. Diese Sorge sei aber unbegründet, weil Politik und Selbstverwaltung zahlreiche Maßnahmen für mehr Kontrolle und Transparenz umgesetzt hätten.  „Wir müssen den Menschen klarmachen, dass die Transplantationsmedizin in Deutschland noch nie so sicher war wie heute.“ Video heute journal
Pressemitteilung von... 13.01.2014

AkdÄ will an Nutzenbewertung von Bestandsmarkt-Arzneimitteln festhalten

Berlin, 13.01.2014 Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, hat an die Bundesregierung appelliert, am sogenannten Bestandsmarktaufruf für Arzneimittel festzuhalten. „Die Nutzenbewertung für bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel ist für eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung unentbehrlich“, sagte Ludwig auf einer Tagung der Arzneimittelkommission im Rahmen des 38. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer in Berlin. Bislang kann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nicht nur neu entwickelte Arzneimittel auf deren Nutzen untersuchen lassen, sondern auch Wirkstoffe, die bereits vor dem 1. Januar 2011 zugelassen wurden. Nach dem Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung soll dies künftig nicht mehr möglich sein. Dies soll auch für die laufenden Verfahren des G-BA für 25 Wirkstoffe gelten. Ludwig verwies auf der Tagung auf die Bewertungsergebnisse der Gliptine (orale Antidiabetika) – dem bislang einzigen Bestandsmarktaufruf des G-BA. Hinweise auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber der Standardtherapie wurden nur bei zwei der Wirkstoffe festgestellt. „Bedenkt man, dass Gliptine etwa 10-fach teurer sind und ihre Verordnungszahlen rasant steigen, wird die potentielle Bedeutung des Verfahrens auch für die Kostenentwicklung deutlich“, sagte Ludwig. Das Verfahren bereits nach Aufruf der ersten Wirkstoffgruppe jetzt wieder zu beenden, konterkariere die Zielsetzung einer rationalen Arzneimittelversorgung und erschwere die unabhängige Information von Ärzte und Patienten. Prof. Dr. Ulrich Schwabe, ordentliches Mitglied der AkdÄ und Mit-Herausgeber des Arzneiverordnungsreports, betonte auf der Tagung, wie wichtig die Regelungen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) für die zukünftige Entwicklung der praktischen Arzneitherapie sind. Mit Blick auf die im AMNOG angelegt frühe Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln  berichtete Schwabe, dass im  vergangenen Jahr nur vier von 15 bewerteten Arzneimitteln ein beträchtlicher Zusatznutzen zugesprochen worden sei. „Damit haben 60 Prozent der bisher bewerteten neuen Arzneimittel keinen tatsächlichen therapeutischen Zusatznutzen gezeigt“, so Schwabe. In einem weiteren Schwerpunktthema beschäftigten sich die Experten auf der Tagung mit aktuellen Fragen der Antibiotikatherapie. Als Problem bezeichnete es Prof. Dr. Winfried Kern vom Universitätsklinikum Freiburg und Mitglied der AkdÄ, dass bakterielle Erreger mit mehrfacher Antibiotika-Resistenz zunähmen und zugleich die Entwicklung neuer Antibiotika stagniere. Gerade bei Atemwegsinfektionen sollten Antibiotika nicht routinemäßig verordnet werden. Die Regeln für die Antibiotika-Prophylaxe bei Operationen sollten besser beachtet und der Einsatz von Breitband-Antibiotika wie Cephalosporinen und Fluorchinolonen reduziert werden. Schließlich müssten nach Ansicht Kerns Aspekte der Dosierungsfragen vor allem bei kritischen Infektionen und Infektionen durch minderempfindliche und resistente Erreger stärker berücksichtigt werden. Besser abgestimmte und aktuelle Leitlinien, Informations- und Fortbildungsprogramme wären hier hilfreich. Mehr Zurückhaltung bei der Antibiotika-Verordnung könne helfen, die Entwicklung von multiresistenten Keimen zu vermeiden, bestätigte auch Prof. Dr. Ulrich Höffler, em. Direktor des Hygiene-Instituts am Klinikum Ludwigshafen und  Mitglied der AkdÄ. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen in Krankenhäusern sei das Händewaschen mit Alkoholen und Rückfettern. Bei den Krankenhaus-Infektionen gebe es ein breites Spektrum von Bakterien, aber auch von Viren und Pilzen einschließlich Noroviren, Candida spp., MRSA und multiresistenten gramnegativen Stäbchen. In einem weiteren Vortrag berichtete Prof. Dr. Georg Maschmeyer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und Mitglied der AkdÄ, über den Umgang mit infektiösen Komplikationen in der Tumortherapie....
Presse 10.01.2014

Kurzinformationen für Patienten zur Depression in sechs Sprachen erschienen

Berlin, 10.01.2014 Phasen der Trauer und Niedergeschlagenheit kennt jeder. Wann daraus die Krankheit „Depression“ wird, ist nicht immer leicht zu erkennen. Und eine Depression wirft auch Fragen bei nahen Angehörigen auf.  Ab sofort finden Betroffene und ihre Angehörigen Antworten auf Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch in den beiden Kurzinformationen „Einfach nur traurig – oder depressiv?“ und „Depression – Ratgeber für Angehörige“ Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) die verlässlichen und gut verständlichen Patienteninformationen zum Thema Depression in sechs Sprachen übersetzen lassen. Grundlage der Texte bildet die PatientenLeitlinie „Depression“ des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL). Link zu Patienteninformationen
Presse 10.01.2014

Montgomery warnt vor zu viel Einfluss der Politik auf Selbstverwaltung

Berlin, 10.01.2014 Vor zu viel Einfluss der Politik auf die Selbstverwaltung hat Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery gewarnt. "Wo immer wir als Selbstverwaltung selber handeln können, sollten wir das tun", sagte er zur Eröffnung des 38. Interdisziplinären Forums "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Am Beispiel der Fortbildung werde deutlich, dass die ärztliche Selbstverwaltung ihrer Verantwortung gerecht werde. Mittlerweile erkenne dies auch die Politik an. "Im Koalitionsvertrag von Union und SPD finden sich keine Ankündigungen für weitere rechtliche Vorgaben zur Fortbildung. Das ist ein Erfolg der Arbeit der Ärztekammern und der Bundesärztekammer", so Montgomery. "Nur wenn wir als ärztliche Selbstverwaltung Handlungsfähigkeit zeigen, können wir verhindern, dass der Gesetzgeber dem Gemeinsamen Bundesausschuss weitere Aufgabenbereiche überträgt." Auf dem Interdisziplinären Forum sowie auf der begleitenden Tagung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft stellen vom 9. bis 11. Januar 2014 namhafte Experten neueste Erkenntnisse der medizinischen Forschung und Wissenschaft vor. Zu den Tagungsthemen zählen neben telemedizinischen Versorgungsformen unter anderem auch Möglichkeiten der interdisziplinären und intersektoralen Zusammenarbeit in der Krebsmedizin sowie aktuelle Fragen der Antibiotikatherapie. In einem weiteren Schwerpunkt widmet sich das Forum den besonderen Herausforderungen für Ärzte und Pflegende im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Kindern und Jugendlichen.
Pressemitteilung der... 10.01.2014

Experten: Geschlechtskrankheiten nicht tabuisieren

Berlin, 10.01.2014 Jährlich erkranken weltweit mehr als 340 Millionen Männer und Frauen, vorrangig zwischen 15 und 49 Jahren, an sexuell übertragbaren Infektionen (STI, Sexually Transmitted Infections). Darunter sind neben HIV vor allem Syphilis, Gonorrhoe, Genitalherpes, Chlamydien- und Humane Papillomvirus-Infektionen zu verstehen, wie Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft und Leiter des Zentrums für sexuelle Gesundheit an der Ruhruniversität Bochum,  auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin erklärte. „Trotz aller Sexualisierung im Alltag: Sex und Sexualität sind in unserer Gesellschaft weiterhin etwas Privates und Intimes.“ Daher seien Gespräche über die eigene Sexualität sehr häufig mit Scham, Scheu, Zurückhaltung und auch mit Tabus verbunden. „Wichtig ist, dass Kommunikation in diesem Spannungsfeld zwischen Tabu und Hilfsanspruch gelingt und dies vertrauensvoll und ohne moralische Vorbehalte“, unterstrich Brockmeyer. Nach dem HIV/AIDS-Schock der 80er und 90er Jahre war es zu einem deutlichen Rückgang von sexuell übertragbaren Erkrankungen in der westlichen Welt gekommen. „Seit Beginn des neuen Jahrtausends wird jedoch wieder eine deutliche Erhöhung der HIV-Infektionszahlen in den westlichen Ländern verzeichnet“, so Brockmeyer. Deutschland weise nach wie vor die, abgesehen von Finnland und Andorra, geringsten HIV-Neuerkrankungsraten auf. „Allerdings sind die Neuinfektionsraten für Syphilis, Gonorrhoe und andere STI seit etwa einem Jahrzehnt stetig zunehmend“. Im Jahr 2012 seien 4.500 Syphilis-Fälle registriert und 15.000 – 16.000 Gonorrhoe-Fälle geschätzt worden. Bei jungen Menschen, die erste sexuelle Erfahrungen machen, treten häufig Infektionen mit Chlamydien, Humanen Papilloma Viren (HPV) und Herpes simplex auf. Erreger der Spezies Chlamydia trachomatis (CT) sind die weltweit häufigste Ursache bakterieller sexuell übertragener Infektionen, berichtete Dr. Heinrich Rasokat, Oberarzt an der Universität zu Köln. So sei die Zahl der in Sachsen gemeldeten Infektionen von 26,3 pro 100.000 Einwohner in 2003 auf 102 pro 100.000 in 2012 deutlich gestiegen. Deshalb werde von der gesetzlichen Krankenversicherung seit 2008 für alle Frauen unter 25 Jahren eine kostenlose Untersuchung auf CT angeboten. Zu den möglichen Spätfolgen gehören weibliche Unfruchtbarkeit, Schwangerschaftskomplikationen, Frühgeburten und Aborte. Bei Männern kann es zu Harnröhren-, Nebenhoden- und Prostataentzündungen kommen. „Es besteht ein hohes Reinfektionsrisiko, sodass in jedem Fall eine Partnertherapie dringend empfohlen wird“, so Rasokat. Dr. Petra Spornraft-Ragaller, Oberärztin an der Technischen Universität in Dresden, erklärte, dass zur Häufigkeit der Gonorrhoe wegen fehlender bundesweiter Meldepflicht wenig bekannt sei. Nach der sächsischen Meldeverordnung zeige sich jedoch eine mit anderen europäischen Ländern vergleichbare Inzidenz. „Die antibiotische Resistenz des die Gonorrhoe auslösenden Bakteriums nimmt seit Jahren ständig zu“, warnte Spornraft-Ragaller. „Unter den klassischen Geschlechtskrankheiten ist die Syphilis die einzige Erkrankung, die seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes noch an das Robert-Koch-Institut gemeldet wird“, berichtete Prof. Dr. Helmut Schöfer, Oberarzt an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Sie habe seit 2001 nahezu stetig und in den letzten drei Jahren erheblich zugenommen - vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben....
Pressemitteilung von... 10.01.2014

Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland haben Schluckstörungen

Berlin, 10.01.2014 Mehr als fünf Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Schluckstörung betroffen. „Die Tendenz ist steigend“, sagte Dr. Christiane Hey vom Klinikum der Goethe-Universität in Frankfurt auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin. Ein wesentlicher Grund ist die steigende Zahl multimorbider und älterer Patienten. Multiple Erkrankungen aus den unterschiedlichsten medizinischen Teilgebieten könnten Schluckstörungen verursachen. „Besonders häufig kommt dies beim akuten Schlaganfall sowie Kopf-Hals-Tumoren vor. Betroffen sind häufig auch geriatrische und langzeitintubierte Patienten“, berichtete Hey. Neben dem Verlust an Lebensqualität für die Patienten führt eine Schluckstörung auch zu hohen finanziellen Belastungen des Gesundheitssystems, bedingt durch die Sekundärkomplikationen, vor allem Aspirationspneumonie und Malnutrition. In den USA wurden für den Zeitraum von 2005 bis 2006 die Kosten auf fast 550 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt. „Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit der konsequenten Implementierung eines evidenzbasierten Schluckstörungs-Managements“, betonte Hey. Zur Abklärung einer Schluckstörung sind bildgebende Verfahren unerlässlich, ergänzte Dr. Arno Olthoff vom Universitätsklinikum Göttingen. Als Standardverfahren gelten international die flexible endoskopische Evaluation des Schluckvorganges (FEES) und die Videofluoroskopie (VFSS). Eine mögliche Alternative zur VFSS könnte die dynamische Echtzeit-Magnetresonanztomographie sein, so Olthoff. Doch blieben die FEES und die VFSS aufgrund der einfachen klinischen Handhabung das diagnostische Verfahren der Wahl. Durch das Echtzeit-MRT könnten zukünftig Röntgenbelastungen vermieden werden. Die intensivere Behandlung von akuten Schlaganfallpatienten auf Stroke Units hat gezeigt, welche immense Bedeutung die Schluckstörung für die Prognose dieser Patientengruppe hat, erläuterte Dr. Tobias Warnecke vom Universitätsklinikum Münster. Durch ein gezieltes Akutmanagement dieses Symptoms könne das Ergebnis für die Patienten verbessert werden. Dies habe in den letzten Jahren zu einer erheblichen Erweiterung und Standardisierung von neurologischer Diagnostik und Therapie der akuten schlaganfallbedingten Schluckstörungen geführt. Schluckstörungen, die teilweise nicht mehr behandelbar sind, werden zunehmend auch in Folge von Bestrahlung und Chemotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren wahrgenommen. Diese als Spättoxizität eingestuften Schluckstörungen stellen aktuell einen wesentlichen Teil der klinischen Forschung dar, die sich bemüht, durch schonendere Primärkonzepte (bessere Konturierung der schluckrelevanten Rachenmuskulatur in der IMRT, Protonentherapie) und alternative immuntherapeutische Konzepte diese Spätkomplikationen einzudämmen, so Prof. Dr. Andreas Dietz vom Universitätsklinikum Leipzig. Wichtig ist auch die Frühbehandlung durch aktives Schlucktraining bereits während der onkologischen Therapie, um spätere Dysphagien zu vermeiden.  „Eine Behandlung von Schluckstörungen beinhaltet unter anderem Haltungsänderungen, Anwendung von direkten und indirekten Schluckmanövern, diätische Maßnahmen, Mundhygiene, aber auch chirurgische Eingriffe“, führte Dr. Jörg E. Bohlender vom Universitätsspital Zürich aus. Diese Maßnahmen werden  nicht nur bei Schluckstörungen nach chirurgischen Eingriffen bei Kopf-Hals-Tumoren angewendet. „Schlucktherapie wird ebenfalls als ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen mit Dysphagiebeschwerden  und bei Schluckstörungen im Alter erkannt“, so Bohlender. Fazit: Frühzeitige Erkennung ermöglicht frühzeitige Intervention mit deutlicher Kostenreduktion für das Gesundheitssystem und verbesserter Lebensqualität für die Patienten....
Pressemitteilung von... 10.01.2014

Experten diskutieren neue Konzepte für Patientenverfügungen

Berlin, 10.01.2014 Auf die besondere Bedeutung von Patientenverfügungen in der Versorgung von schwerkranken und sterbenden Patienten hat Prof. Dr. Friedemann Nauck, Direktor der Klinik für Palliativmedizin in Göttingen, hingewiesen. Auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin sagte er, „die gesetzlichen Regelungen zur Patientenverfügung greifen ohne Frage das große Bedürfnis in unserer Gesellschaft auf, für Patienten so viel Selbstbestimmung wie möglich auch für den Fall abzusichern, dass sie sich selbst nicht mehr zu ihrer medizinischen Versorgung und Betreuung äußern können." Jedoch bestünden nach wie vor viele Unsicherheiten. Nauck verwies auf Advance Care Planning (ACP = umfassende gesundheitliche Vorausplanung) als ein neues Konzept, dass an die Stelle der traditionellen Patientenverfügung treten könne.  Mit dem Konzept soll der Patient lernen, in einem professionell begleiteten Gesprächsprozess, eigene Wünsche zu entwickeln und eine aussagekräftige Patientenverfügung zu erstellen. Außerdem werden die Adressaten im Lesen und in der Deutung von Vorausverfügungen geschult. „Durch Kommunikation bei fortschreitender Erkrankung oder auch durch vorab formulierte Vereinbarungen zur Behandlungsbegrenzung kann es gelingen, die Behandlung nicht-einwilligungsfähiger Menschen auch gemäß ihren früher festgelegten Wünsche zu gestalten“, so Nauck. Einem besonders sensiblen Thema widmete sich Prof. Dr. med. Boris Zernikow, Chefarzt der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke. Er erläuterte die Besonderheiten im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In dieser Patientengruppe habe die Prävalenz lebensbedrohlicher Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um mehr als 30 Prozent zugenommen. Von 10.000 Kindern und Jugendlichen bis zum 19. Lebensjahr seien 32 von einer solchen Erkrankung betroffen. In Deutschland hätten viele sterbenskranke Kinder einen Migrationshintergrund. Die Patienten litten oft an zum Teil sehr seltenen Krankheitsbildern, die vorrangig mit neurologischen Symptomen und Lungenerkrankungen einhergehen. Bei der Versorgung bedürften Eltern, wie auch Geschwister einer professionellen Unterstützung. In der Versorgung von sterbenskranken Patienten wirke sich die spirituelle Betreuung positiv aus, sagte Prof. Dr. Traugott Roser. Professor für praktische Theologie an der Universität Münster. Sie werde dabei nicht nur von Seelsorgern, sondern auch von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen erwartet und geleistet. Allerdings zeigten Studien, dass es Unsicherheiten bei der Umsetzung in der stationären und ambulanten Versorgung gebe. „Dahinter stecken oft Unklarheiten definitorischer Art. Oft stellt sich die Frage, was ist Spiritualität in einer säkularen Gesellschaft.“, so Roser. In weiteren Vorträgen referierten Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, über die Herausforderung für die Medizin im letzten Lebensjahr sowie Gerda Graf, Geschäftsführerin der Wohnanlage Sophienhof, in Niederzier über den Wandel in der Betreuung und Pflege von schwerkranken und alten Menschen.
Pressemitteilung der... 09.01.2014

BÄK-Fortbildungskongress eröffnet in Berlin

Berlin, 09.01.2014 Welche Möglichkeiten bieten neuartige telemedizinische Versorgungskonzepte? Wie können die verschiedenen Disziplinen in der Krebsmedizin noch enger zusammenarbeiten und vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Ärzte und Pflegende  im Umgang mit schwerkranken und  sterbenden Kindern?  Diese und weitere Fragen diskutieren namhafte Experten verschiedener Fachrichtungen und Professionen von heute an auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“.  Der zentrale Fortbildungskongress der Bundesärztekammer endet am 11. Januar 2014 mit einer begleitenden Tagung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. „Für uns Ärzte ist es selbstverständlich, unser Wissen auf Fachsymposien, in E-Learning-Kursen oder in  Qualitätszirkeln fortwährend zu erweitern. Ohne regelmäßige Fortbildung ist  sinnvolle ärztliche Tätigkeit bei der rasanten Entwicklung der Medizin gar nicht vorstellbar“,  sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, zur Kongresseröffnung. „Innovative Therapien erfordern, dass Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen aber auch die verschiedenen Professionen Hand in Hand zusammenarbeiten“, betonte der Vize-Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Max Kaplan. Deshalb sei es auch so wichtig, dass Ärzte nicht nur im eigenen Fach, sondern auch in benachbarten Disziplinen den Stand der Wissenschaft ständig im Blick behalten. „Auf dem  Interdisziplinären Forum werden zudem genau die Themen angesprochen, die eine hohe Alltagsrelevanz in der Medizin haben“, sagte Kaplan, der auch Vorsitzender des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung der Bundesärztekammer ist. Das 38. Interdisziplinäre Forum findet statt von Donnerstag, 9. Januar 2014 bis Samstag, 11. Januar 2014 im Hotel Aquino, Tagungszentrum der Katholischen Akademie in der  Hannoverschen Straße 5b, 10115 Berlin-Mitte. Kongressprogramm [PDF]