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Pressemitteilung der... 09.01.2014

Telemedizin: In fast allen Fachgebieten auf dem Vormarsch

Berlin, 09.01.2014 Im deutschen Gesundheitswesen werden zunehmend telemedizinische Methoden eingesetzt. Das Spektrum dieser modernen Versorgungsformen umfasst mittlerweile nahezu alle medizinischen Fachgebiete. Darauf verwiesen Experten auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin. Dabei variiert die Verbreitung telemedizinischer Methoden zwischen den Fachgebieten sehr deutlich. So gibt es kaum mehr ein Krankenhaus in Deutschland ohne teleradiologische Vernetzung, wohingegen telemedizinische Versorgungsmodelle in anderen Fachgebieten wie der Psychiatrie derzeit eher gering verbreitet sind. Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer und Vorsitzender des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung der Bundesärztekammer, wies darauf hin, dass sich für viele Ärztinnen und Ärzte in telemedizinischen Projekten rechtliche Fragen, etwa in Bezug auf Haftung, Datenschutz und Berufsrecht, stellten  Hier seien fachgebietsübergreifende Fortbildungskonzepte auf dem Sektor der Telemedizin ebenso sinnvoll wie zu spezifischen kommunikativen Fähigkeiten, etwa der Kommunikation mit Patienten und Angehörigen über Videokonsultationsanlagen. Ein eigenständiger „Facharzt für Telemedizin“ –böte sich aufgrund der starken fachgebietlichen Prägung der telemedizinischen Patientenversorgung jedoch nicht an. Als Beispiel für ein funktionierendes Telemedizin-Projekt berichtete Dr. Peter Müller-Barna, Oberarzt im Klinikum München-Harlaching, über das Netzwerk TEMPiS zur Verbesserung der Schlaganfallversorgung im ländlichen Süd-Ost-Bayern. Kompetente Unterstützung erhalten die Ärztinnen und Ärzte vor Ort dabei rund um die Uhr durch Spezialisten aus den Schlaganfallzentren des Klinikums Harlaching und der Universitätsklinik in Regensburg. „Das TEMPiS-Konzept beinhaltet hierbei nicht nur die telemedizinische Beratung, die im wöchentlichen Wechsel durch erfahrene Neurologen in Harlaching beziehungsweise Regensburg erfolgt. Es wurden darüber hinaus in allen angeschlossenen Kliniken spezialisierte Schlaganfallstationen aufgebaut und eine kontinuierliche Fortbildung für alle Teilnehmer eingerichtet“, so Müller-Barna. Dr. Alexander Euteneier, Geschäftsführer der Euteneier Consulting, verwies darauf, dass Telekonsultationen und Telemonitoring sich auch für Lernlektionen nutzen ließen. Dieses so genannte Micro-Teaching könne Lernen an einem realen Problemfall interessant gestalten. „Micro-Teaching dient der Qualitätssicherung und fördert die Achtsamkeit für das Problemthema.“ Pilotprojekte böten sich in Netzwerken an, die an Universitätsklinika angebunden sind, aber auch innerhalb von Krankenhausverbünden, wo die notwendige Infrastruktur meist schon vorhanden ist. Der Blick auf die Telemedizin zeige eine ganze Reihe von Herausforderungen und Chancen auf, sagte Dr. Johannes Schenkel von der Bundesärztekammer.  Aus technischer Sicht seien die diversen Insellösungen mit fehlender Interoperabilität eine Herausforderung. Rechtlich stellten sich immer wieder Fragen zur Haftung, zum Datenschutz und zum Berufsrecht. „Insbesondere die Vorstellung, dass durch telemedizinische Methoden in quantitativ bedeutsamer Art Ärztinnen und Ärzte ersetzt werden können, entspringt einer Verkennung der tatsächlichen Prozesse in telemedizinischen Versorgungsmodellen“, erklärte Schenkel.
Debatte um Sterbehilfegesetz 08.01.2014

Montgomery für Verbot organisierter Sterbehilfe

Berlin, 08.01.2014 Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat die Forderung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nach einem Verbot von geschäftsmäßiger Sterbehilfe unterstützt. In der Rheinischen Post (08.01.2014) plädierte er aber für eine enge Fassung des Gesetzes. "Wenn wir verhindern wollen, dass solche Organisationen unter anderem Rechtsstatus weiter ihren Geschäften nachgehen, dann müssen wir jede Form der organisierten Sterbehilfe in Deutschland verbieten." Gröhe hatte zuvor in einem Zeitungsinterview gesagt, wer mit den Ängsten der Menschen vor dem Sterben ein Geschäft machen wolle und sich für Hilfe zur Selbsttötung bezahlen lasse, handele "überaus verwerflich". Politiker von Union und SPD griffen das Thema auf und regten ein Gesetz aus der Mitte des Parlaments und ohne Fraktionszwang an. Bereits in der letzten Legislaturperiode war die damalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)  mit einem Gesetzentwurf gescheitert, der ein Verbot der kommerziellen Sterbehilfe vorsah. Der Entwurf ging der Union nicht weit genug. Auch Montgomery hatte damals gewarnt, dass sich Sterbehilfeorganisationen leicht zu vermeintlich altruistisch handelnden Vereinen oder Stiftungen umfirmieren lassen könnten. "Deshalb muss der Gesetzgeber auch die Organisationen miterfassen, bei denen rechtlich keine Gewinnerzielungspraxis nachweisbar ist."