News-Archiv

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Pressemitteilung der... 30.05.2014

Telematikinfrastruktur: Sinnvolle medizinische Anwendungen notwendig

Düsseldorf, 30.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag drängt auf die Einführung sinnvoller medizinischer Anwendungen für die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Das geplante Versichertenstammdatenmanagement bringe keinerlei Verbesserung für die Versorgung der Patienten mit sich, kritisierten die Delegierten. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung müsse bei der Entwicklung der Telematikinfrastruktur prägend sein. Die Anwendungen müssten sich in die Abläufe in Praxis und Klinik einfügen und dürften nicht zu mehr Bürokratie führen. Neue ärztliche Leistungen, wie zum Beispiel das Anlegen eines Notfalldatensatzes, müssten extrabudgetär vergütet werden und die ärztliche Schweigepflicht müsse stets gewahrt bleiben. Die Delegierten führten zudem aus, dass die bestehenden Vernetzungsaktivitäten der ärztlichen Selbstverwaltung, wie das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, auch künftig unter der Hoheit der entsprechenden Organisationen verbleiben sollen. „Eine Telematikinfrastruktur, die auf Zwang oder gesetzlichen Druck setzt, wird keinen Erfolg haben“, heißt es in der Entschließung des Ärztetags. Sie müsse vielmehr so angelegt sein, dass jeder Patient, jeder Arzt und jedes Ärztenetz sie nutzen könne, aber nicht nutzen müsse.Der Ärztetag wies ausdrücklich auf die Vorteile der modernen Kommunikationstechnik in der Medizin hin. Inzwischen sei aber auch klar geworden, dass große, über das Internet gespeicherte Datenmengen auf Dauer nicht sicher zu schützen sind. Daher sei eine dezentrale Speicherung dieser Daten alternativlos. Die Delegierten lehnten die Übertragung des Online-Versichertenstammdatenmanagements als Verwaltungsaufgabe der Krankenkassen auf die Ärzteschaft ab. In einer weiteren Entschließung forderte der Ärztetag die Bundesärztekammer auf, die Sicherheit der Datenspeicherung und Kommunikation in der Medizin zu untersuchen. Hierbei soll insbesondere die Sicherheit von Krankenhausinformationssystemen, Praxissoftware, KV-Datenaustausch und zwischenärztlicher Kommunikation beurteilt werden. Außerdem bekräftigte das Ärzteparlament, dass die Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung eine genuin ärztliche Aufgabe ist. „Die von der gematik geplanten Zusatztests für die Einführung einer zentralen Online-Medikationsdatei und die Speicherung von Patientendiagnosen werden abgelehnt.“ Die Delegierten forderten zudem den Gesetzgeber, die Kostenträger und die ärztliche Selbstverwaltung auf, die Potentiale der Telemedizin in Deutschland konsequent zu erschließen. Dabei gelte es, Telemedizin als sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung, nicht aber als deren Ersatz zu betrachten.
Pressemitteilung der... 29.05.2014

Der Arzt als Präventionslotse

Düsseldorf, 29.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag hat die Bundesregierung aufgefordert, die Stellung des Arztes in der Prävention zu stärken. Prävention sei ein integraler Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit. „Ärzte sind für ihre Patienten wichtige Ansprechpartner nicht nur in Krankheits-, sondern auch in Gesundheitsfragen, sie können alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen gut erreichen und ihre Beratung ist nachhaltig wirksam“, begründete das Ärzteparlament seine Forderung. Neben der Förderung der Verhaltensprävention und einer besseren Verzahnung der Präventionsmaßnahmen sprach sich die Ärzteschaft für den Ausbau der Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus. Außerdem solle eine ärztliche Beratung im Hinblick auf Risiko- und Belastungsfaktoren zum festen Bestandteil der Untersuchungen werden. Zu einer solchen Beratung gehörten auch Informationen über frühe Hilfen und die Vermittlung in Unterstützungsangebote. „Gesundheitsvorsorge ist ein integraler Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit. Deshalb muss im Präventionsgesetz auch die Prävention durch den Arzt gestärkt werden“, sagte Rudolf Henke, der auf dem 117. Deutschen Ärztetag als Vorsitzender der Präventionsgremien der Bundesärztekammer ein Grundsatzreferat zu dem Thema hielt. Um gesundheitsschädlichen Entwicklungen frühzeitig entgegensteuern zu können und um das Gesundheitsbewusstsein junger Menschen zu stärken, sollten die Untersuchungslücken zwischen dem 6. und 12. sowie dem 15. und 18. Lebensjahr geschlossen werden. Weitere Forderungen sind die kontinuierliche Evaluation der Maßnahmen, um sie besser bevölkerungsmedizinisch nutzen und weiterentwickeln zu können, sowie die Stärkung der Betriebsärzte und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes für die Prävention. Die Delegierten regten an, das schon im letzten Gesetzesentwurf enthaltene Konzept für eine ärztliche Präventionsempfehlung wieder aufzugreifen und zu einer freiwilligen Präventionsvereinbarung auszubauen. Der Ärztetag verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandenen Erfahrungen mit dem „Rezept für Bewegung“. „Der Arzt kann für den Patienten die Rolle des Präventionslotsen übernehmen. Dafür müssen dann aber auch die Rahmenbedingungen stimmen“, gibt Dr. Max Kaplan, BÄK-Vizepräsident und Vorsitzender der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin, zu bedenken. Bisher gibt es weder eine eigene Abrechnungsziffer für die präventive Beratung, noch geeignete Anreizsysteme und Instrumente, um die Prävention in die Praxisabläufe zu integrieren. Der Ärztetag sprach sich dafür aus, dass die Prävention in den Approbations- und Weiterbildungsprogrammen einen größeren Stellenwert erhalte und in Prüfungen stärkere Berücksichtigung finde. Es seien Instrumente für die Praxis zu implementieren, die Ärztinnen und Ärzte die Erfassung gesundheitlicher Risiken und die Erschließung von Ressourcen zur Stärkung der Gesundheit und Bewältigung von Belastungen erleichtern. Mit Hilfe strukturierter Präventionsprogramme könnten Ärzte besonders belastete Patienten intensiver begleiten, beraten und schulen. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 29.05.2014

Ärztetag fordert Stärkung der ambulanten Weiterbildung

Düsseldorf, 28.05.2014 Für eine Stärkung der ambulanten Weiterbildung in Deutschland hat sich der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf ausgesprochen. „Die ärztliche Weiterbildung stellt sich als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, deren Finanzierung nicht zu Belastungen der Ärztegeneration und ärztlichen Organisationen führen darf, die derzeit die Versorgung ambulant wie stationär sichern“, heißt es in einer Entschließung des Ärztetages. Das Ärzteparlament forderte die Bundesregierung auf, eine verbindliche Regelung herbeizuführen, die die Selbstverwaltung in die Lage versetzt, zu einer stabilen Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung zu kommen. Der zusätzliche Aufwand der Weiterbildungsstätte sei weder im Krankenhaus noch im ambulanten Bereich gegenfinanziert. Im Zeitalter der Unterfinanzierung aufgrund gedeckelter Budgets werde der Weiterbildungsaufwand weder über das DRG-System einerseits, noch über den kassenärztlichen Gesamttopf andererseits getragen. „Im Interesse der Zukunftssicherung der medizinischen Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung ist eine Gegenfinanzierung des Aufwandes der Weiterbildungsstätten unerlässlich“, so der Ärztetag. Die Weiterbildungsabteilungen der Landesärztekammern sind die Organisationsstellen der ambulanten Weiterbildung. Bereits der 116. Deutsche Ärztetag 2013 in Hannover hatte sich intensiv mit der Verbesserung der ambulanten Weiterbildung befasst und Eckpunkte für die Umsetzung bezüglich Finanzierung, Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung sowie Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen definiert. Die Bundesärztekammer setzt sich vor allem im Rahmen der Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung dafür ein, die Weiterbildung im ambulanten Sektor zu flexibilisieren. Dabei sollen künftig Weiterbildungsinhalte, die vorrangig im ambulanten Sektor vorgehalten werden, spezifisch abgebildet werden. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

GOÄ-Novellierung jetzt angehen

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag hat die Politik von Bund und Ländern aufgefordert, die längst überfällige Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) schnellstmöglich umzusetzen. Die entsprechenden Voraussetzungen für ein Gesetzgebungs- bzw. Versordnungsverfahren seien mit der Ende letzten Jahres geschlossenen „Rahmenvereinbarung zur Novellierung der GOÄ“ von Bundesärztekammer und Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) geschaffen worden. „An die Bundesländer als Träger der Heilfürsorge auf Landesebene ergeht der Appell, diesen Kompromiss konstruktiv umzusetzen. Keinem anderen freien Beruf ist die Modernisierung der Gebührenordnung so lange verwehrt worden“, so der Ärztetag. Bei der Novellierung fordert der Ärztetag mehr Transparenz. Die Delegierten warnten, weitere Verzögerungen des GOÄ-Novellierungsprozesses würden dazu führen, dass Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der modernen Medizin weiterhin auf der Grundlage eines über 35 Jahre alten Gebührenverzeichnisses abgerechnet werden müssten. „Dies bedeutet für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ein hohes Maß an Rechtsunsicherheit.“ Notwendig seien klare, eindeutige Abrechnungsregeln. Der Medizinische Fortschritt müsse in die GOÄ eingearbeitet und bei der Bewertung von Leistungen der Inflationsausgleich berücksichtigt werden. „Der Steigerungsfaktor zur Darstellung und Berechnung von besonderen Aufwandssteigerungen im Individualfall sei beizubehalten. „In Zukunft soll die GOÄ in ihrer Bewertung regelmäßig und zeitnah angepasst werden. Eine Angleichung an die EBM-Systematik ist unter allen Umständen zu vermeiden“, forderte der Ärztetag. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Kein Mittelentzug aus dem Gesundheitsfonds

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag hat davor gewarnt, dem Gesundheitsfonds Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt zu entziehen. Das Geld müsse der medizinischen Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Hintergrund ist, dass das Haushaltsbegleitgesetz wegen der vergleichsweise guten Finanzlage der Krankenkassen eine Kürzung der Bundeszuschüsse an den Gesundheitsfonds für die Jahre 2014 und 2015 vorsieht. Diese Mittel sollten „für die dringend anstehenden Aufgaben im Bereich der medizinischen Versorgung der Bevölkerung genutzt werden, so zum Beispiel für die Finanzierung der ambulanten Weiterbildungsabschnitte oder von Präventionsleistungen“, so der Ärztetag. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Düsseldorfer Forderungen zur Stärkung der Arzt-Patienten-Kommunikation

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf hat sieben Forderungen zur Stärkung der Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten aufgestellt. Die Delegierten stellten klar, dass eine funktionierende Arzt-Patienten-Kommunikation von entscheidender Bedeutung für Sicherheit und Erfolg der Behandlung ist. Der Ärztetag sieht jedoch mit Sorge, dass sich die Rahmenbedingungen für die Arzt-Patienten-Kommunikation in Deutschland immer weiter verschlechtern. „Ökonomisierung, Bürokratisierung und Schematisierung der Medizin drohen die zuwendende Begegnung von Arzt und Patient in den Hintergrund zu drängen“. Der Deutsche Ärztetag fordert daher, die Kommunikationskompetenz in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung zu stärken. Mit Verweis auf die zunehmende Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte sprach sich das Ärzteparlament für eine Stärkung der sprachlichen und interkulturellen Kompetenz aus. Die Überprüfung der fachsprachlichen Kompetenz soll bundesweit ausschließlich in die Zuständigkeit der Landesärztekammern gelegt werden. Die Delegierten wiesen darauf hin, dass neben der sprachlichen Kompetenz auch die interkulturelle Sensibilität eine wichtige Rolle für eine gelingende Kommunikation spiele. Mehr Freiräume für die Arzt-Patienten-Kommunikation könnten nach Überzeugung des Ärztetages durch kooperative Versorgungsansätze und sinnvolle Aufgabenteilung zwischen den Gesundheitsberufen geschaffen werden. Dadurch würde wieder mehr Zeit für die eigentlichen ärztlichen Kernaufgaben zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang forderten die Delegierten, Bürokratie im Gesundheitswesen abzubauen. „Nach Feststellung des Nationalen Normenkontrollrats unterliegen Arztpraxen inzwischen mehr als 500 Informationspflichten“, heißt es in der Entschließung. Zudem kritisierte das Ärzteparlament, dass Ärztinnen und Ärzte, die sich Zeit für das Gespräch mit ihren Patienten nehmen, finanziell benachteiligt werden. Die Vergütungssysteme in Klinik und Praxis müssten entsprechend hinterfragt werden. Die Delegierten forderten die Bundesärztekammer und Landesärztekammern auf, diese Forderungen aufzugreifen und über die Ergebnisse beim nächsten Deutschen Ärztetag zu berichten. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen stärken

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag begrüßt das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigte Verbot der organisierten, geschäfts- und gewerbsmäßigen Sterbehilfe. Darüber hinaus sei die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel für eine bessere Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen, der flächendeckende Ausbau der Palliativversorgung sowie die Stärkung der Suizidprävention notwendig. Dies forderte der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf. Es müsse ein gesellschaftliches Klima der Unterstützung, des sozialen Miteinanders und der geteilten Verantwortung geschaffen werden. Organisierte Sterbehilfe ermögliche kein Sterben in Würde, sondern verstelle den Weg für eine adäquate Behandlung und Unterstützung Sterbenskranker, unterstrichen die Delegierten. Die Menschen benötigten in dieser schwierigen Situation die Hilfe von Angehörigen, Freunden, Nachbarn sowie von professionellen und ehrenamtlichen Begleitern. Dieser Herausforderung sollten sich alle gesellschaftlichen Bereiche stellen und konkrete Anstrengungen unternehmen, um die Rahmenbedingungen für ein würdiges Leben bis zuletzt zu verbessern. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Selektivverträge gefährden stationäre Versorgung

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag plädiert für eine strukturierte, qualitätsorientierte Krankenhausplanung. „Um zu verhindern, dass mit steigendem ökonomischen Druck und einem ausufernden Wettbewerb die hohe Qualität der stationären Versorgung gefährdet wird, bedarf es einer krankenhausplanerischen Flankierung, die hier gegensteuern und Qualitätsstandards einfordern muss“, heißt es in einer Entschließung des Ärztetages. Gleichzeitig sprachen sich die Delegierten gegen die Einführung von Selektivverträgen als Steuerungselement aus. Diese stellten aufgrund von Interessenskonflikten bei der Leistungssteuerung ein erhebliches Risiko für die Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung dar. Der Ärztetag forderte die Bundesregierung auf, das angestrebte Modellprojekt für selektive Kontrahierungsmöglichkeiten einzelner Leistungen im stationären Bereich aufzugeben. Der damit verbundene Einfluss der Krankenkassen widerspreche dem Grundgedanken eines freiheitlichen Gesundheitssystems, gefährde die Therapiefreiheit und erhöhe den ökonomischen Druck auf die Kliniken noch weiter. Die Ärzteschaft mahnte erneut eine umfangreiche Reform des DRG-Fallpauschalensystems an. Notwendig seien eine Abkehr von der Systematik eines reinen Preissystems sowie auskömmliche Landesbasisfallwerte. Das Vergütungssystem müsse sich an den individuellen Patientenbedürfnissen orientieren. Außerdem empfahl der Ärztetag die Prüfung einer zusätzlichen Finanzierungssäule zur Refinanzierung nicht leistungsbezogener Kostenanteile, zum Beispiel Vorhaltekosten zur Sicherstellung der Versorgung. Die Delegierten forderten Bund und Länder dazu auf, für eine bessere Finanzierung der Universitätsklinika zu sorgen. Bisher werde deren Sonderrolle in Forschung, Lehre und Patientenversorgung nicht ausreichend berücksichtigt. Das führe im Zusammenhang mit steigenden Ausgaben für Personal, Medikamenten und Energie sowie sinkenden Investitionsausgaben der Länder zu einer systematischen Unterversorgung. Die Bundesregierung, die Gesundheitsministerkonferenz der Länder sowie die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform wurden darüber hinaus aufgefordert, bei der anstehenden Neuregelung der Finanzierungssystematik auch die Rahmenbedingungen der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung zu verbessern. Es müsse sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche auch zukünftig auf einem hohen fachlichen Niveau mit der notwendigen menschlichen Zuwendung medizinisch versorgt werden können. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Qualitätssicherung nicht ohne die Ärzteschaft

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag begrüßt den hohen Stellenwert, den die Bundesregierung der Qualität der gesundheitlichen Versorgung in ihrem Koalitionsvertrag einräumt. Die von Schwarz-Rot angekündigte Qualitätsoffensive könne aber nicht ohne die Ärzteschaft erfolgen, stellte das Ärzteparlament klar. „Seit jeher zählt die Qualitätssicherung des eigenen Handelns zum professionellen Selbstverständnis der Ärzteschaft“, heißt es in dem einstimmig vom Ärzteparlament angenommenen  Leitantrag der Bundesärztekammer. Die Delegierten forderten den Gesetzgeber daher auf, die Expertise der Ärzteschaft in die Arbeit des geplanten Qualitätsinstituts konsequent einzubinden. Neben der angestrebten Qualitätsoffensive sei auch eine  Personaloffensive im Gesundheitswesen notwendig. Das Ärzteparlament verwies auf den wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen personeller Unterbesetzung und Zunahme der Fehlerhäufigkeit. Die politische Qualitätsoffensive werteten die Delegierten als Anerkennung für das Engagement der Beschäftigten im Gesundheitswesen und die stete Weiterentwicklung des hohen Qualitätsniveaus der ambulanten und stationären Versorgung. Die vielfältigen freiwilligen Qualitätsinitiativen der Ärzteschaft zeigten, dass Qualitätsförderung und Qualitätssicherung dann nachhaltig wirkten, wenn sie unmittelbar in der Versorgung ansetzten. Erfolgreich seien sie auch dann, wenn die von den Beteiligten selbst gestaltet und verantwortet und Kontrollaspekte auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Regierung soll Gewerkschaftsvielfalt akzeptieren

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag hat an die Bundesregierung appelliert, die gewachsene Gewerkschaftsvielfalt zu akzeptieren. Es dürfe kein Gesetz geben, dass die freie gewerkschaftliche Betätigung von angestellten Ärztinnen und Ärzten im Marburger Bund sowie von hunderttausenden Arbeitnehmern in anderen Berufsgewerkschaften behindert oder sogar aushebelt. Die Ankündigung der Bundesregierung, „den Grundsatz der Tarifeinheit nach dem betriebsbezogenen Mehrheitsprinzip“ festzuschreiben, widerspreche dem Koalitionsgrundrecht und ignoriere die ständige Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes. „Das Grundrecht der Koalitionsfreiheit schließt das Recht zum Streik in Tarifauseinandersetzungen ein“, stellte das Ärzteparlament klar. Die Delegierten warnten, jede Regelung zur Tarifeinheit würde schnell eine Flut von Rechtsstreitigkeiten produzieren. Es könne nicht im Interesse der Bundesregierung sein, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, dass die geordneten Verhältnisse der Tarifpluralität in den Betrieben auf den Kopf stellt, dauerhaft Mehrheitsfindungsprozesse in Gang setzt und massive Rechtsunsicherheiten schafft. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.