News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Normung in der Medizin – Ärztetag warnt vor Aushebelung des ärztlichen Berufsrechts

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf hat die Europäische Kommission aufgefordert, die geplante EU-Normungsverordnung nicht auf Gesundheitsdienstleistungen anzuwenden. Das Normen medizinischer Prozesse und Qualifikationen auf EU-Ebene sei nicht nur kontraproduktiv für die betroffenen Berufsgruppen, sondern auch schädlich für die Patientinnen und Patienten. Grundlegende Inhalte ärztlicher Tätigkeit seien europaweit über Aus-, Weiter- und Fortbildung und entsprechende Anerkennungsverfahren geregelt. Die Ausübung des Arztberufs erfordere eine sehr hohe fachliche Qualifikation sowie die Beachtung des allgemein anerkannten Standes der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft. Normen könnten diese Anforderungen nicht abbilden. „Patientinnen und Patienten sind nicht normierbar“, stellte das Ärzteparlament klar. Mit einer Normungsverordnung im Gesundheitswesen drohe der Selbstverwaltung eine Parallelstruktur, die über die methodischen und rechtlichen Friktionen mit dem Berufs- und Haftungsrecht hinaus grundsätzliche Legitimationsfragen aufwerfe. Auf Normen gründende Zertifizierungs- und Akkreditierungsverfahren neben national geltenden Qualifikationsregelungen würden zu keiner Verbesserung der Patientenversorgung führen, wohl aber den Verwaltungsaufwand erhöhen. Die Ärzteschaft hat in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass medizinische Verfahren durch nichtmedizinische Normungsinstitutionen festgeschrieben werden sollen. Die Bundesärztekammer weist darauf hin, dass diese Einrichtungen nicht über die notwendigen technischen und berufsethischen Kompetenzen verfügen und kein öffentliches Mandat besitzen. Mit seinen Forderungen knüpfte der 117. Deutsche Ärztetag an seine ablehnende Haltung zur Normung von Gesundheitsdienstleistungen aus dem Jahr 2012 an. Auch der Weltärztebundes hatte sich im vergangenen Jahr gegen die Normung von Gesundheitsdienstleistungen ausgesprochen. Das Ärzteparlament forderte die Europäische Kommission auf, die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten für die Organisation ihres Gesundheitswesens zu respektieren. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 28.05.2014

Schmerzmedizinische Versorgung stärken

Düsseldorf, 28.05.2014 Der 117. Deutsche Ärztetag hat eine Verbesserung der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland gefordert. „Patienten haben das Recht auf eine strukturierte und wirksame Schmerztherapie auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft“, erklärte Dr. Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Etwa zehn Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Im Durchschnitt dauert die Leidensgeschichte eines Schmerzpatienten sieben Jahre. Die Kosten für schmerzbedingte Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung werden auf über 20 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Um die Schmerzmedizin zu stärken, forderten die Delegierten einen niedrigschwelligen, vom Hausarzt koordinierten Zugang zu allen schmerzmedizinischen Versorgungsebenen. Von zentraler Bedeutung sei eine strukturierte Patientenführung mit enger Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Dazu müssten flächendeckende regionale Netzwerke gebildet und integrierte Versorgungsprogramme umgesetzt werden, heißt es in der Entschließung des Ärztetags. Um die Erreichbarkeit der schmerztherapeutischen Einrichtungen sicherzustellen, seien diese in der vertragsärztlichen Bedarfsplanung zu berücksichtigen. Bei der Akutschmerztherapie in Krankenhäusern hänge es derzeit vom Engagement einzelner Ärzte, Pflegekräfte und verantwortungsbewusster Klinikträger ab, die notwendigen schmerzmedizinischen Strukturen zu schaffen und zu unterhalten, kritisierten die Delegierten. Eine dauerhafte Verbesserung ließe sich erreichen, indem ein strukturiertes Akutschmerzmanagement mit einem fächerübergreifenden Qualitätsindikator „Schmerz“ in das Qualitätsmanagement der Krankenhäuser implementiert werde. Zudem müsse die schmerzmedizinische Kompetenz in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung gestärkt werden. Eine finanzielle Förderung der schmerzmedizinischen Versorgungsforschung aus öffentlichen Mitteln solle sicherstellen, dass neue, evidenzbasierte Erkenntnisse Einzug in die schmerzmedizinische Versorgung finden. Der 117. Deutsche Ärztetag wies auch auf die deutlichen Erfolge der letzten Jahre bei der Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen hin. Der chronische Schmerz ist inzwischen als eigenständige Krankheit sowohl in den ICD-10 als auch in den morbiditätsbezogenen Risikostrukturausgleich aufgenommen worden. Im Jahr 2005 verfügten bundesweit 3.181 Ärzte über die Zusatzweiterbildung Spezielle Schmerztherapie, im Jahr 2012 waren es bereits 4.686 Ärzte. 1.043 Ärzte nahmen im Jahr 2012 an der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V zur schmerztherapeutischen Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten teil. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
117. Deutscher Ärztetag 27.05.2014

117. Deutscher Ärztetag in Düsseldorf eröffnet

Düsseldorf, 27.05.2014 „Wir brauchen keine Behörde, die Qualität verwaltet. Wir wollen Unterstützung dabei, Qualität zu produzieren und zu verbessern. Wir erzeugen Qualität bei der Behandlung von Patienten. Behörden und Krankenkassen verwalten sie nur.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, bei der heutigen Eröffnung des 117. Deutschen Ärztetages in Düsseldorf. Der BÄK-Präsident forderte in seiner Rede vor den Delegierten und Gästen des Ärzteparlaments eine führende Verankerung des ärztlichen Sachverstands in dem von der Bundesregierung geplanten Qualitätsinstitut für das Gesundheitswesen. „In den wissenschaftlichen Gremien und den Beiräten muss eine klare, den Regeln des ärztlichen Berufsrechts verpflichtete Mehrheit der ärztlichen, zahnärztlichen und psychotherapeutischen Fachleute gewährleistet sein. Alles andere wäre wie Pauken ohne Trompeten.“ Der BÄK-Präsident begrüßte die Pläne der Großen Koalition, die Qualität zu einer Determinante der Krankenhausplanung zu machen. Einen Tag nach dem Auftakt der Gespräche zur Krankenhausreform erinnerte er die Länder daran, dass das aus dem Grundgesetz abgeleitete Recht auf Krankenhausplanung auch die Pflicht zu ausreichender Investitionsfinanzierung nach sich ziehe. In den letzten Jahren sei der Investitionsanteil der Länder an den Gesamtbudgets der Krankenhausversorgung kontinuierlich von etwa zehn Prozent auf drei Prozent gesunken. „Das ist schändlich. So kann man auf Dauer kein qualitätsorientiertes Krankenhauswesen aufrechterhalten“, kritisierte er. In Anbetracht der von den Steuerschätzern prognostizierten Mehreinnahmen im dreistelligen Milliardenbereich gehöre die Konsolidierung der notleidenden Krankenhäuser ganz oben auf die Prioritätenliste. Mit Blick auf die Pläne der Koalition für eine gesetzlich geregelte Termingarantie bei Arztbesuchen wies Montgomery darauf hin, dass Wartezeiten da bestehen könnten, wo Patienten selbst einen Termin bei einem Facharzt ihrer Wahl suchten. Die dabei anfallenden Wartezeiten seien jedoch kein Beleg für eine Zwei-Klassen-Medizin, sondern Resultat des besseren Leistungsversprechens der Privaten Krankenversicherungen. „Wenn die Funktionäre der Gesetzlichen Krankenversicherung das beklagen, weiß ich eine schnell wirksame und effiziente Therapie dagegen: Vergüten, leisten und regeln Sie wie die PKV.“ Dringend notwendig sei hingegen eine gesetzliche Regelung bei dem Problem der steigenden Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe. Dies betreffe nicht nur die freiberuflichen Hebammen, sondern auch die Geburtskliniken und alle in der Geburtshilfe tätigen Ärztinnen und Ärzte. Die neue Spruchpraxis der Gerichte führe zu viel höheren Schadenssummen als früher. Diese seien in Anbetracht des lebenslangen Leids der Betroffenen gerechtfertigt, machten aber eine Absicherung der Geburtshilfe im heutigen System unbezahlbar. Als Lösung schlug Montgomery ein Staatshaftungsmodell mit Regressverbot vor. „Man könnte dies auch noch durch einen Hochrisiko-Pool abfedern. Damit wäre Daseinsvorsorge in einem wichtigen Feld geschaffen“, so Montgomery. Er bekräftigte außerdem den Vorschlag der Ärzteschaft, die Steuern auf Haftpflichtversicherungen von 19 Prozent auf elf Prozent zu senken oder ganz abzuschaffen. Neben Themen wie Prävention und Schmerztherapie werde der Ärztetag auch den anonymen Krankenschein für die gesundheitliche Versorgung illegaler, papierloser Migranten diskutieren, kündigte Montgomery an. Notwendig sei eine vernünftige Lösung, damit die Finanzierung des Grundrechts auf Gesundheitsversorgung nicht länger bei den Ärzten und Krankenhäusern abgeladen werde. Die Eröffnungsrede zum 117. Deutschen Ärztetag von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Rede_Montgomery_27.05.2014.pdf. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai 2014 in Düsseldorf statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.baek.de. Folgen Sie der Bundesärztekammer auch auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell) und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden....
Presse 24.05.2014

Montgomery: "Wir brauchen ein Präventionsgesetz"

Berlin 24.05.2014 Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine rasche Umsetzung des von Schwarz-Rot geplanten Präventionsgesetzes ausgesprochen.  "Wir wünschen uns ein Gesetz, das Prävention nicht nur als medizinische Aufgabe begreift, sondern als Aufgabe, die früh anfängt: in Kindergärten und Schulen, bei der Ernährungs- und Elternberatung", sagte Montgomery in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (24.05.2014). Der letzte Vorstoß für ein Präventionsgesetz sei 2013 kurz vor der Wahl aus parteitaktischen Gründen gescheitert. "So darf man mit Prävention nicht umgehen." Der BÄK-Präsident forderte in diesem Zusammenhang, Risiken und Nutzen sogenannter Screeningprogramme genauer zu untersuchen. Studien zeigten, dass sich die Zahl der Todesfälle durch derartige Massenuntersuchungen zum Teil nur marginal senken lasse, sagte er in der Frankfurter Rundschau (24.05.2014). Gegenüber der dpa stellte er nochmals klar: "Das gilt aber nicht für die etablierten Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin und die Checkup-Untersuchungen für Erwachsene." "Wenn die Wissenschaft, insbesondere Herr Windeler vom Institut für Qualität im Gesundheitswesen, Zweifel an bestimmten Massenscreenings hat, müssen wird das ernst nehmen", sagte Montgomery. "Wir können doch nicht im politischen Raum über Qualitätsoffensiven reden und dann die Bedenken der Wissenschaft ignorieren", so Montgomery.
Presse 23.05.2014

Montgomery hält Innovationsfonds für gute Lösung

Berlin, 23.05.2014 Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat in der Debatte über eine mögliche Bettenreduzierung in den Kliniken klar gemacht, dass in den vergangenen Jahren schon zehn Prozent der Krankenhäuser abgebaut wurden. Die Verweildauer sei um 40 Prozent gesunken, aber die Fallzahlen um 25 Prozent gestiegen. „Es passiert alles schneller, intensiver mit immer mehr und kränkeren Patienten“, sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (23.05.2014). Wenn es dennoch zu Klinikschließungen kommen muss, hält er den derzeit diskutieren Innovationsfonds für eine gute Lösung. Umwidmungen von Kliniken etwa in Pflegeheime könnten mit den Mitteln des Fonds unterstützt werden. Montgomery bekräftigte seine Forderungen nach mehr Investitionsmitteln für die Kliniken und einer Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems. „Die Länder kommen ihren Investitionsverpflichtungen nicht nach. Heute steuern sie zu den Gesamtkosten der Krankenhäuser nur noch drei Prozent bei, früher waren es zehn Prozent“, kritisierte er. Korrekturbedürftig sei auch der 100-Prozent-Ansatz des DRG-Systems in Deutschland. Notwendig sei ein Ausgleich für kleine Kliniken, die zwar für die Versorgung in der Fläche gebraucht würden, aber im Wettbewerb mit den großen nicht mithalten könnten. „Auf der anderen Seite steht die Hochleistungsmedizin in den Universitätskliniken, die ebenfalls nicht nur allein aus den Fallpauschalen finanziert werden kann. Auch hier muss man eine Lösung finden, denn die Hälfte der Unikliniken schreibt rote Zahlen.“ In einem Interview mit der Ärztezeitung (23.05.2014) ging Montgomery auf die Schwerpunktthemen des 117. Deutschen Ärztetages in Düsseldorf ein. Er warnte davor, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst immer neue Aufgaben zu übertragen, die er aus personellen Gründen nicht mehr bewältigen kann. Zum Ärztetagsthema „Prävention“ sagte der BÄK-Präsident: Krankheitsvorbeugung gehe weit über klassische Gesundheitspolitik hinaus. Beteiligt seien dabei auch Bildungsinstitutionen vom Kindergarten bis zur Universität. „Es wäre gut, wenn wir nach vier Legislaturperioden und vielen Anläufen nun endlich ein vernünftiges Präventionsgesetz bekämen.“
Pressemitteilung der... 21.05.2014

Montgomery: „Qualität gibt es nicht zum Nulltarif“

Berlin, 21.05.2014 Mehr Investitionsmittel für die Kliniken und eine qualitätsorientierte Krankenhausplanung – diese und weitere Forderungen richtete Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery an die Politik von Bund und Ländern. Die Investitionsmittel der Länder sind seit 1991 um rund 30 Prozent gesunken. Das daraus entstandene Defizit beläuft sich bundesweit auf mehr als 30 Milliarden  Euro.  „Das ist schändlich. So kann man auf Dauer kein qualitätsorientiertes Krankenhauswesen aufrechterhalten.  Man muss den Ländern klar  machen, dass ihr aus dem Grundgesetz abgeleitetes Recht auf Krankenhausplanung auch die Pflicht zu einer ausreichenden Investitionsfinanzierung nach sich zieht“, sagte Montgomery im Vorfeld des 117. Deutschen Ärztetages und wenige Tage vor der ersten Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Krankenhausreform.  Der BÄK-Präsident stellte klar:  „Qualität gibt es nicht zum Nulltarif. Wenn es Bund und Länder ernst meinen mit der Qualitätsoffensive in der stationären Versorgung, dann müssten sie zu allererst für eine solide und verlässliche Finanzierung der Krankenhäuser sorgen.“ Um zu verhindern, dass mit steigendem ökonomischem Druck und einem ausufernden Wettbewerb die hohe Qualität der stationären Versorgung gefährdet wird, bedürfe es zudem einer krankenhausplanerischen Flankierung. Montgomery appellierte  an die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, Mindestanforderungen zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung aufzustellen. Diesen Mindestanforderungen müssten klar definierte Qualitätskriterien zur Verfügbarkeit fachärztlicher Kompetenz, zur personellen und technischen Ausstattung sowie zu Kooperationen mit anderen Einrichtungen, zu Grunde gelegt werden. Als Paradigmenwechsel bezeichnete Montgomery den mit der Klinikreform vorgesehenen Pay-for-Performance-Ansatz. Der wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis der qualitätsorientierten Vergütung stehe jedoch noch aus. „Unstrittig ist, dass wir statt Preiswettbewerb mehr Wettbewerb um gute Qualität brauchen. Qualität ist aber ein Wert an sich, der nicht als Mittel zum Zweck, etwa zur einseitigen Kosten- oder Kapazitätsreduktion, missbraucht werden darf“, warnte Montgomery. Deshalb dürfe Qualität auch nicht zum Gegenstand von Selektivverträgen der Krankenkassen werden. Der 117. Deutsche Ärztetag tagt vom 27. bis 30. Mai in Düsseldorf. Organisatorische Hinweise sowie Hintergrundinformationen zu den Themen des Deutschen Ärztetages
Gemeinsame Pressemitteilung von... 21.05.2014

Heilberufekammern verantwortlich einbinden

Berlin, 21. Mai 2014 Die Arbeitsgemeinschaften der Heilberufekammern der Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten fordern, in die Arbeit des neuen „Instituts zur Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen“ verantwortlich eingebunden zu werden. Qualitätssicherung gehört zu den originären gesetzlichen Aufgaben der Heilberufekammern. Deshalb sollten sie jeweils mit einem Sitz im Vorstand der Stiftung beteiligt sein und auch ein unmittelbares Antragsrecht beim Gemeinsamen Bundesausschuss erhalten, das Institut zu beauftragen. Über die Ausgestaltung des neuen Qualitätsinstituts für das Gesundheitswesen berät heute der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. Das neue Institut ist Teil des „Gesetzes zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG). Es soll voraussichtlich im Jahr 2016 mit der Arbeit beginnen und dabei die bisherigen Aufgaben des AQUA-Instituts als Institution nach § 137a übernehmen. Zusätzlich soll das neue Institut insbesondere die Aufgabe erhalten, auf der Grundlage geeigneter Sozialdaten bei den Krankenkassen die Qualität in ausgewählten Leistungsbereichen der ambulanten und stationären Versorgung darzustellen und so die Qualitätssicherung in diesen Bereichen der Versorgung weiterzuentwickeln.
Presse 19.05.2014

Montgomery: Für Terminvergabe brauchen wir keine gesetzliche Regelung

Berlin, 19.05.2013 Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat sich gegen eine gesetzliche Regelung für die Terminvergabe beim Facharzt ausgesprochen. "Wir wissen doch am besten: Wenn ein Arzt feststellt, dass ein Patient dringend zum Facharzt gehen muss, sind zügige Termine absolut gerechtfertigt. Das markieren wir gleich auf den Überweisungen.“ Dafür brauche mach keine gesetzliche Regelung. Wenn hingegen ein Patient meine, er benötige fix sein Hautarzt-Screening, werde er weiter etwas warten müssen. "Ungebremste Leistungsversprechen und gedeckelte Budgets - das passt nicht zusammen", sagte Montgomery in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ (19.05.2014).Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Krankenhausreform richtete der BÄK-Präsident scharfe Kritik an die Länder: „Es ist schändlich, wie sich die Länder aus der Finanzierung der Kliniken zurückziehen.“ In den letzten Jahren sei ihr Investitionsanteil dramatisch gesunken. Es gebe einen Investitionsstau von etwa 30 Milliarden Euro. „Tag für Tag höre ich, wie toll die Steuereinnahmen sprudeln - da müssen die Krankenhäuser doch in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben zu erfüllen. Es kann nicht sein, dass wir mit den Zuwendungen der Kassen die Kliniken in Schuss halten müssen“, so der Ärztepräsident.Zudem bekräftigte Montgomery seine Forderung nach einer besseren Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten. „Wir Ärzte sind verpflichtet, alle gleich zu behandeln, egal, woher sie kommen und welchen Schutzstatus sie nach Ausländerrecht haben. Wir wollen nicht in die Rolle eines Sozialrichters kommen. Das ist inhuman und für die Kollegen nicht hinnehmbar.“ Für alle Gruppen, die keine Sozialversicherung haben, sollte man einen anonymen Krankenschein einführen, schlägt Montgomery vor. „Es kann nicht sein, dass Kliniken oder Praxen auf den Kosten sitzenbleiben. Die unbefriedigende Regelung muss ein Ende haben.“
Presse 16.05.2014

Schwarzer Hautkrebs – neue Information für Patienten

Berlin, 16.05.2014 Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation „Schwarzer Hautkrebs – meist gut zu behandeln“ über Krankheitsverlauf, Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene und Interessierte finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Man unterscheidet hellen und schwarzen Hautkrebs. Der helle Hautkrebs ist häufig, aber nur sehr selten bedrohlich. Der schwarze Hautkrebs dagegen ist seltener, aber gefährlicher. Er wird Melanom genannt und geht auf entartete Pigmentzellen zurück. Das sind Hautzellen, die dafür sorgen, dass die Haut sich dunkel verfärbt. Unbehandelt kann ein Melanom zum Tode führen. Frühzeitig behandelt, ist es aber meist heilbar. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland bei etwa 19.000 Menschen Melanome festgestellt. Die meisten werden rechtzeitig entdeckt: Sechs von sieben Melanompatienten überleben den Krebs. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Kurzinformationen für Patienten. Die Informationen stehen allen niedergelassenen Ärzten zum Ausdrucken kostenlos zur Verfügung, um sie bei Bedarf Patienten persönlich auszuhändigen. Melanom: Schwarzer Hautkrebs - meist gut zu behandeln [PDF] Weitere Patienteninformationen
Ausländische Stipendiaten 15.05.2014

Informationen für Ärzte aus dem Ausland

Berlin, 15.05.2014 Die ärztliche Weiterbildung in Deutschland genießt international einen hervorragenden Ruf. Eine Reihe von Ländern sendet deshalb Ärztinnen und Ärzte zur Weiterbildung nach Deutschland und fördert dies mit eigenen Stipendien oder Förderprogrammen. Um Missverständnissen über die Anforderungen an eine Weiterbildung in Deutschland und möglichen Problemen, die daraus entstehen können, entgegenzuwirken, hat die Bundesärztekammer zur Information für die Stipendiaten ein „Merkblatt zur Anerkennung der Weiterbildungszeiten ausländischer Ärztinnen und Ärzte im Rahmen eines Stipendiums oder eines anderen Förderprogramms“ erarbeitet. Darin werden die formalen und fachlichen Grundvoraussetzungen zusammengefasst, die eine Weiterbildung in Deutschland erfüllen muss. In den einzelnen Bundesländern gelten eigene Weiterbildungsordnungen, die im Detail voneinander abweichen können. Die Bundesärztekammer rät ausländischen Ärztinnen und Ärzten daher, sich rechtzeitig vor Beginn ihrer Weiterbildung von der zuständigen Ärztekammer beraten zu lassen und offene Fragen zu klären. Das Merkblatt kann unter Merkblatt_Stipendiaten.pdf abgerufen werden.