News-Archiv

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Presse 27.06.2014

„Adrenoleukodystrophie – was ist das?“

Berlin, 27.06.2014 Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation „Adrenoleukodystrophie – was ist das?“ über Krankheitszeichen und Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene und Angehörige finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Die Adrenoleukodystrophie (kurz: ALD) ist eine erbliche Stoffwechselkrankheit. Ungefähr 1 von 17 000 Neugeborenen ist betroffen. Durch einen genetischen Fehler können bestimmte Fettsäuren nicht abgebaut werden. Sie schädigen das Gehirn und das Rückenmark sowie die Nebennieren. Da viele Beschwerden nicht eindeutig sind und auf andere Krankheiten hinweisen können, vergehen oft Jahre bis zur richtigen Diagnose. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar. Bei beginnender Hirnbeteiligung ist eine Transplantation menschlicher Stammzellen derzeit die einzige Möglichkeit, eine ALD zu behandeln. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Kurzinformationen für Patienten. In einem Kooperationsprojekt erstellt das ÄZQ gemeinsam mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e. V. zehn Kurzinformationen zu ausgewählten seltenen Erkrankungen, um die Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erhöhen. Adrenoleukodystrophie - Was ist das? [PDF]
Gemeinsame Pressemitteilung 27.06.2014

Ärztliche Psychotherapie: Mehr Effizienz durch flexiblere Therapieformen?

Hannover, 27.06.2014 Wer krank ist, geht zum Arzt - wer psychisch krank ist, nicht unbedingt. Denn in Deutschland wird die psychotherapeutische Versorgung sowohl von ärztlichen als auch von psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit den ihnen jeweils eigenen Qualifikationen getragen. „Die spezifisch ärztliche Form der Behandlung psychisch Kranker liegt in ihrer Kompetenz, ein individuelles Gesamtkonzept für den einzelnen Patienten anbieten zu können. Dies ist umso wichtiger, weil psychisch Kranke häufig auch unter behandlungsbedürftigen somatischen Erkrankungen leiden, die sich wechselseitig sogar noch verstärken können.“ Darauf verwies Dr. med. Cornelia Goesmann, Beauftragte des Vorstandes der Bundesärztekammer (BÄK) für Fragen der ärztlichen Psychotherapie, im Vorfeld des Symposiums der BÄK und der Bezirksstelle Hannover der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) am 28. Juni 2014. Goesmann forderte, die  psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung noch enger in den „somatischen“ Behandlungskontext einzubinden. Sowohl im Medizinstudium als auch in der Facharztweiterbildung müsse die Psychotherapie den ihr gebührenden Stellenwert erhalten. Mit Blick auf die Diskussion über lange Wartezeiten in der Psychotherapie forderte Goesmann bessere strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen. „Dazu gehören neben der Antragspsychotherapie  auch ausreichend finanzierte diagnostische und psychotherapeutische Gespräche im haus- und fachärztlichen Bereich.“Unter dem Titel „Die spezifische Rolle der ärztlichen Psychotherapie“ werden auf der Tagung aktuelle Ergebnisse aus der Versorgungsforschung vorgestellt, die aufzeigen, welche Versorgungsformen für welche Patienten besonders geeignet sind.  Diese lassen dabei auch Rückschlüsse darauf zu, welche Versorgungsstrukturen geeignet sein können, durch mehr Effizienz dem drohenden Versorgungsengpass vorzubeugen.„Für diese Tagung konnten etliche hochkarätige Referenten aus den Fächern Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gewonnen werden. Hintergrund hierfür ist, dass die Bundesärztekammer im Zuge ihres Projektes Versorgungsforschung auch drei Expertisen zum Versorgungsstand von Patienten mit psychischen Störungen eingeholt hatte, deren Ergebnisse nun vorgestellt werden sollen“, erläuterte Goesmann, die auch  Vorsitzende der ÄKN-Bezirksstelle Hannover ist. Auf dem Symposium werden unter anderem folgende Fragestellungen diskutiert: ● Welche Berufsgruppe und welcher Facharzt betreut psychisch kranke Patienten in Deutschland in welchem Umfang?● Worin unterscheiden sich ärztliche Interventionen und Therapien von denen anderer Gesundheitsberufe?● Gibt es eine spezifische ärztliche Form der Psychotherapie?● Welche Probleme kennzeichnen den Alltag ärztlicher Psychotherapeuten und ihrer Patienten?● Welche zukünftigen Versorgungsstrukturen wünschen sich psychisch Kranke und ihre ärztlichen Therapeuten?Als Grundlage der Debatte dienen die genannten drei Expertisen der BÄK sowie Studien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und verschiedener wissenschaftlicher Forschergruppen. „Mit diesem Symposium möchten wir wissenschaftliche und politische Impulse zur Steuerung der künftigen Versorgung von psychisch Kranken in Deutschland geben“, so Dr. Goesmann. Programm [PDF]
Pressemitteilung der... 23.06.2014

Vom Behandlungsdruck zum Behandlungsfehler

Pressemitteilung, Berlin, 23.06.2014 "Wird von Behandlungsfehlern gesprochen, drängen sich Bilder von der vergessenen Schere im Bauch oder dem verwechselten Bein bei einer Amputation auf. Wenn solche Fehler passieren, ist das Leid der Betroffenen sehr groß. Jeder dieser Fehler ist ein Fehler zuviel und natürlich müssen sie aufgeklärt werden. Diese Fehler aber sind äußerst selten und schon gar nicht beispielhaft für die bei den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen registrierten Behandlungsfehler. Wir begutachten vor allem medizinische Komplikationen, wir suchen nach dem Ursachenkomplex." Darauf verwies Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer, bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik für das Jahr 2013 in Berlin. So zeigen die in den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern bearbeiteten Fälle, dass Komplikationen oder unerwünschte Behandlungsergebnisse eine Fülle von Ursachen haben können. Häufig führen die Begleiterscheinungen der Krankheit an sich zu Problemen, die auch bei bestem Verlauf nicht zu vermeiden sind. Mitunter lässt sich auch nicht umgehen, dass die Behandlung des Patienten mit belastenden Nebenwirkungen verbunden ist. „Es gibt Fälle, da sind wir buchstäblich mit unserem Latein am Ende. Wenn es dann zu einem Behandlungsfehler kommt, ist er nicht selten Teil verschiedener unvermeidbarer Komplikationen, die dann zu einem unerwünschten Gesamtergebnis der Behandlung führen“, sagte Crusius. Er warnte davor, solche Fehler mit Ärztepfusch gleichzusetzen. „Zu Pfusch gehört auch immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns. Es wäre falsch und unredlich, Ärzten eine solche Haltung zu unterstellen.“ Zudem forderte Crusius, das Gesundheitswesen bei der Debatte über Behandlungsfehler als Ganzes zu betrachten. Bedingt durch die demografische Entwicklung sei allein die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle in Deutschland zwischen 2004 und 2012 um 136 Millionen auf fast 700 Millionen gestiegen. Die Zahl der stationären Fälle habe sich um 1,8 Millionen auf 18,6 Millionen erhöht. „Überlange Arbeitszeiten und ständig wachsender Behandlungsdruck können zu Behandlungsfehlern führen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Zahl der festgestellten Fehler in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben und in diesem Jahr sogar gesunken ist. Gemessen an der Gesamtzahl der Behandlungsfälle liegt die Zahl der Fehler im Promillebereich“, sagte Crusius. Die Ergebnisse der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen werden seit nunmehr 13 Jahren mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems, kurz MERS, erfasst und ausgewertet werden. Die Daten werden von der Ärzteschaft für Fortbildungs- und Qualitätssicherungsveranstaltungen aufbereitet, um gezielte Strategien zur Fehlervermeidung zu entwickeln. Wie aus der aktuellen Statistik hervorgeht, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2013 insgesamt 7.922 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen. Damit ist die Zahl der Sachentscheidungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Zahl der festgestellten Fehler ist jedoch rückläufig. So lag in 2.243 Fällen ein Behandlungsfehler vor (Vorjahr: 2.280). In 1.864 Fällen wurde ein Behandlungsfehler als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren wie in den Vorjahren Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen. Die seit 1975 bei den Ärztekammern eingerichteten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bieten eine Begutachtung durch unabhängige Experten und außergerichtliche Streitschlichtung bei Behandlungsfehlervorwürfen an. Der Patient kann durch ein effizientes und für ihn gebührenfreies Verfahren überprüfen lassen, ob sein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist. In rund 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Wird nach Begutachtung durch diese Institutionen doch noch der Rechtsweg beschritten, werden die Entscheidungen der Schlichtungsstellen und Kommissionen überwiegend bestätigt. Statements und Behandlungsfehlerstatistik ...