News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Presse 19.08.2014

Humanitäre Hilfseinsätze: Helfer in Gefahr

Berlin, 19.08.2014 „Sie kamen in Gruppen herein, fünf, zehn oder 15 Männer mit Waffen. Sie sagten, wenn wir ihnen nicht alles geben, Handys, Geld, Wasser, würden sie uns erschießen. Uns alle, alle die im Krankenhaus waren. Und einige wurden erschossen.“ Ronyo Adwok war Patient im Krankenhaus von Malakal im Südsudan, als dieses im Februar angegriffen und geplündert wurde. 14 Tote fanden die Helfer von Ärzte ohne Grenzen später auf dem Gelände, elf Patienten waren in ihren Betten erschossen worden. In einer Titelgeschichte (Heft 33/34) geht das Deutsche Ärzteblatt der stetigen Zunahme von Gewalt gegen humanitäre Helfer in Kriegs- und Krisenregionen nach. Die Ursachenforschung gestaltet sich dabei so komplex wie die Konflikte, in denen die Helferinnen und Helfer arbeiten. Geplünderte Kliniken, bedrohte, misshandelte oder getötete Ärzte, Pfleger und Patienten und nicht zuletzt Entführungen von Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen machen immer häufiger Schlagzeilen. Zwischen Januar 2012 und Dezember 2013 zählte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in 23 Kriegs- und Krisenstaaten 1800 Übergriffe auf medizinische Einrichtungen, medizinisches Personal und Krankentransporte. Die Bilanz der vergangenen zwei Jahre: 168 Angehörige medizinischer Berufe wurden getötet, 267 verwundet, 211 entführt oder gefangen gehalten und 564 bedroht und eingeschüchtert. Verantwortlich für die Übergriffe waren dem IKRK zufolge in der Regel zu gleichen Teilen Polizei, Militär und bewaffnete Milizen. Zum Volltext:  www.aerzteblatt.de/archiv/161342/Humanitaere-Hilfseinsaetze-Helfer-geraten-zur-Zielscheibe
Presse 11.08.2014

Montgomery: Wir sind nicht Techniker des Todes, sondern Helfer zum Leben

Berlin, 11.08.2014 Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat sich in zwei Interviews entschieden gegen eine Erlaubnis der ärztlichen Beihilfe zum Selbstmord ausgesprochen. „Wir möchten nicht die Profis für den Tod sein. Wir sind die Profis für das Leben“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (11.08.). Statt den klinisch sauberen, qualitätsgesicherten Tod zu vermitteln, sollten Ärztinnen und Ärzte aufklären und ein würdevolles Sterben in Kliniken und Hospizen ermöglichen. Wäre die Beihilfe zum Suizid eine ärztliche Aufgabe, dann müsse sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst erledigt werden. Die damit verbundenen Konsequenzen wolle er sich gar nicht ausmalen, erklärte der BÄK-Präsident in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (09.08.): „Am Ende gäbe es noch eine Abrechnungsziffer für Beihilfe zum Selbstmord. Nein, das ist Tötung auf Verlangen, und die ist falsch, sie verstößt gegen ärztliche Ethik. Und das alles will ich nicht.“ Auch die organisierte Sterbehilfe lehnt Montgomery ab. Der Wunsch, aus dem Leben zu scheiden, entstehe meist in einer akuten Notlage. Die meisten Menschen wüssten zu wenig von den vielen medizinischen Möglichkeiten zur Begleitung Sterbender. „Da müssen wir ansetzen und Hilfe zum Leben geben, nicht Hilfe zum Sterben. Deswegen bin ich grundsätzlich gegen solche Organisationen. Wir brauchen hier, aber auch nur hier eine rechtliche Präzisierung: das Verbot der organisierten Beihilfe zum Selbstmord“, so Montgomery. Die aktuell diskutierte strafrechtliche Regelung für Ärzte könnte nach Ansicht Montgomerys zulasten der Patienten gehen. „Würden wir jetzt über das Berufsrecht hinausgehen, bestünde die Gefahr, dass wir die Palliativmedizin in den Bereich des Strafrechts rücken. Wir würden dann riskieren, dass der Mut zu einer intensiven Schmerztherapie und einer intensiven palliativen Sedierung wieder sinken würde. Daher glaube ich, dass das Standesrecht hier ausreicht. Es gibt keinen Grund für eine strafrechtliche Regulierung“, stellte Montgomery im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst klar. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung warnte er außerdem vor den möglichen gesellschaftlichen Konsequenzen des assistierten Suizids: „Einmal auf die schiefe ethische Ebene gelangt, kann ein vermeintlich individuelles Recht durch gesellschaftlichen Druck zur Pflicht werden.“
Presse 06.08.2014

Endometriose - Was für Sie wichtig ist

Berlin, 06.08.2014 Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation „Endometriose – was für Sie wichtig ist“ über Krankheitszeichen, den oft langen Weg zur Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene Frauen finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Endometriose ist eine häufige Erkrankung. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 40 000 Frauen neu betroffen. Bei ihnen wächst gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, etwa im Bauchraum, Eierstock oder Eileiter, seltener an der Blase oder am Darm. Die Endometriose-Herde sind gutartig, können sich aber vergrößern und ausbreiten. Dies kann zu Entzündungen und Verwachsungen führen. Viele Frauen haben keine oder nur geringe Beschwerden. Andere sind durch starke Schmerzen so beeinträchtigt, dass sie ihrer Arbeit oder ihrem Alltag kaum nachgehen können. Endometriose ist eine dauerhafte Krankheit, die bisher nicht geheilt werden kann. Es gibt mehrere wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Oft sind jedoch wiederholte Behandlungen notwendig, da Endometriose häufig wiederkehrt. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten" entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor.  KiP Endometriose - Was für Sie wichtig ist [PDF]  Weitere Patienteninformationen
Ärzte 05.08.2014

Weltärztebund: Neufassung der Deklaration von Helsinki in deutscher Übersetzung veröffentlicht

Berlin, 05.08.2014  Die revidierte Fassung der Deklaration von Helsinki liegt nun in einer deutschen Übersetzung vor. Sie war im Herbst letzten Jahres von der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes auf seiner Jahrestagung im brasilianischen Fortaleza verabschiedet worden. Die Neufassung, an der die Bundesärztekammer federführend beteiligt war, fordert einen besseren Schutz und mehr Rechte für Studienteilnehmer. Zudem sollen in Zukunft nicht nur klinische, sondern alle medizinischen Studien am Menschen registriert werden. Für die Mitglieder von Ethikkommissionen gelten strengere Qualifikationsanforderungen. Auch die Regeln für die Sammlung von Daten und Materialien wurden verschärft. Die 1964 erstmals veröffentlichte Deklaration von Helsinki ist das wichtigste Dokument des Weltärztebundes. Sie definiert die ethischen Prinzipien der medizinischen Forschung am Menschen. Geregelt wird in der Deklaration unter anderem die Erfordernis einer Einwilligungserklärung zu Forschungsvorhaben, der Schutz nicht-einwilligungsfähiger Patienten, die Genehmigungspflicht für Forschungsvorhaben durch unabhängige Ethikkommissionen und der Vorrang des Wohlergehens von Versuchspersonen vor wissenschaftlichen Interessen. Obwohl die Deklaration von Helsinki juristisch nicht bindend ist, beziehen sich Gesetzesregelungen weltweit auf sie. In Deutschland findet man Inhalte der Deklaration unter anderem in der Berufsordnung der Ärzte wieder. Deklaration von Helsinki 2013 [PDF]