News-Archiv

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118. Deutscher Ärztetag 14.05.2015

Kommunikative Kompetenz im ärztlichen Alltag stärken

Frankfurt am Main - Eine gelungene Kommunikation zwischen Patient und Arzt hat maßgeblichen Einfluss auf die Zufriedenheit der Patienten und den Behandlungserfolg. Deshalb hat sich der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt am Main intensiv mit kommunikativen Kompetenzen im ärztlichen Alltag befasst. „Der Arzt und das ärztliche Gespräch spielen eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, braucht es einen Arzt, der medizinisch Kompetent und  empathisch mit zugewandter Kommunikation hilft“, sagte Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Nordrhein, vor den Abgeordneten des Ärztetages. Im vermeintlichen Zeitdruck des ärztlichen Alltags dürfe eine wertschätzende und einfühlsame Grundhaltung des Arztes ebenso wenig verloren gehen wie die Bereitschaft, Patienten ihre Anliegen ohne Unterbrechung vortragen zu lassen. Henke wies darauf hin, dass zur Gesprächsführung im ärztlichen Alltag auch die Kommunikation innerhalb der Ärzteschaft sowie zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsfachberufen zählt. „Voraussetzung hierfür ist die gegenseitige Wertschätzung der Berufsgruppen und ihrer jeweiligen Aufgabenbereiche.“Das Ärzteparlament hat sich deshalb dafür ausgesprochen, die Kommunikation mit Patienten stärker in die Aus- und Weiterbildung von Ärzten zu integrieren. Die Medizinischen Fakultäten müssten die in der Approbationsordnung für Ärzte festgelegte Kompetenzentwicklung in der ärztlichen Gesprächsführung konsequent ausbauen. Ärztliche Kommunikation müsse durch geeignete Übungssituationen trainiert werden können, heißt es in der Entschließung. Die interkulturelle und sprachliche Sensibilität müsse auch in der ärztlichen Weiter- und Fortbildung kontinuierlich gefördert werden. Der Ärztetag begrüßte die Entwicklung eines Curriculums der Bundesärztekammer zur ärztlichen Gesprächsführung, das für die Fort- und Weiterbildung von Ärzten aller Fachrichtungen genutzt werden soll. Exemplarisch für die besonderen Herausforderungen bei der Kommunikation mit schwer erkrankten Patienten und ihren Angehörigen sowie im interprofessionellen Team soll ein darauf aufbauendes Curriculum für Ärzte entwickelt werden.Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, zwischen Ärzten untereinander, sowie von Ärzten und anderen Gesundheitsfachberufen im Team sei ein zentraler und unerlässlicher Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit. Eine auf die Bedürfnisse des Patienten sowie seiner Angehörigen ausgerichtete Kommunikation sei für die Entwicklung und Stärkung einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung von zentraler Bedeutung. Dadurch könnten Therapieadhärenz und Therapieerfolg verbessert, Fehler an den Schnittstellen sowie Fehlbehandlungen vermieden werden. Zudem werde die berufliche Zufriedenheit von Ärzten nachhaltig gesteigert, heißt es in der Entschließung. Hohe Arbeitsbelastung, falsche ökonomische Anreize und Zwänge sowie unnötige Bürokratie erschweren mehr und mehr das Patienten-Arzt-Gespräch, kritisierte der Ärztetag.Die Abgeordneten mahnten aber auch Arbeits- und Rahmenbedingungen in Praxis und Klinik an, die eine geeignete und ruhige Kommunikationssituation ermöglichen und den Schutz der persönlichen Daten und der ärztlichen Schweigepflicht gewährleisten. Der Ärztetag forderte ausreichend Zeit für diese wichtige Form der ärztlichen Zuwendung. Dies müsse bei der Bewertung ärztlicher Tätigkeit, bei der Bedarfsermittlung und bei Stellenplänen berücksichtigt werden.Der Ärztetag macht zugleich deutlich, dass den besonderen Bedürfnissen von Menschen, die aufgrund von Krankheit, Demenz oder Behinderung eingeschränkt bzw. nur mit Hilfen kommunizieren können, entsprochen werden müsse. Menschen mit Migrationshintergrund könnten neben sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten auch Verständnisprobleme haben, die kulturell begründet sind. Der Ärztetag forderte die Kommunen und Krankenkassen auf, die Finanzierung von professionellen Sprach- und Kulturmittlern für die Behandlung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und weiteren akut aufgenommenen Migranten sicher zu stellen. Zudem sollte es mehr Informationsmaterialien für Patienten in verschiedenen Sprachen geben. Als Beispiel können die in verschiedenen Sprachen vorhandenen Kurzinformationen für Patienten dienen, die das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin als Service der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt hat (www.patienten-information.de)....
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Ärztetag fordert gezielte Maßnahmen gegen Epidemien

Frankfurt am Main - Im Kampf gegen globale Epidemien wie Ebola hat der 118. Deutsche Ärztetag Deutschland, Europa und die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Erforschung von Infektionskrankheiten und die Entwicklung und den Einsatz von diagnostischen Tests, Therapien und Impfstoffen voranzutreiben. „Es muss eine staatliche Förderung für die Entwicklung und die Bereitstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen zur Eindämmung von Epidemien geben sowie eine Finanzierung flächendeckender Impfprogramme“, heißt es in einer Entschließung des Ärztetages. Das Ärzteparlament appellierte an die Arzneimittelhersteller, auch bei geringen Gewinnmargen gezielte Forschung zu betreiben, um entsprechende Arzneimittel und Impfstoffe zu entwickeln.Für die betroffenen Länder sollten finanzielle Mittel in einem Fonds bereitgestellt werden, um die Epidemien zu bekämpfen und die Gesundheitssysteme und das öffentliche Leben nach einer Epidemie wieder aufzubauen, so der Ärztetag. Der Fonds sollte von den Vereinten Nationen, der Weltbank, dem Internationale Währungsfonds (IWF), der Europäischen Union und der Bundesregierung finanziert werden. Die Abgeordneten des Ärztetages forderten zudem mehr Kultursensibilität bei der Aufklärung und Information der Bevölkerung im betroffenen Land. Informationen über die vorhandenen Ressourcen, wie Transport- und Behandlungskapazitäten, müssten gebündelt und jederzeit abrufbar sein, um auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene schnell und effektiv eingreifen zu können. Ziel müsse ein auf allen Ebenen vernetzendes Informationssystem sein, das im Krisenfall einen raschen Überblick ermöglicht, so der Ärztetag.Der Ärztetag forderte zudem die notwendige Absicherung für medizinisches wie nicht-medizinisches Personal beim Auslandseinsatz. Dazu gehörten eine entsprechende Ausbildung und Vorbereitung im Herkunftsland, eine angemessene Ausrüstung zum Schutz vor Infektionen, ein ausreichender Versicherungsschutz, der Rücktransport im Ansteckungs-, Krankheits- und Verletzungsfall sowie die Nachsorge nach der Rückkehr vom Hilfseinsatz. Darüber hinaus müsste es Freistellungsmöglichkeiten und Arbeitsplatzgarantien für die am freiwilligen Hilfseinsatz beteiligten Ärzte geben, so das Ärzteparlament.Etablierung eines medizinischen HilfswerksDer Ärztetag hat zudem die Bundesregierung aufgefordert, ein staatlich finanziertes und organisiertes medizinisches Hilfswerk einzurichten, um medizinische Soforthilfe mit speziell ausgebildetem Gesundheitspersonal in Krisengebieten zu leisten. Dabei sollten Ärzte und andere Gesundheitsberufe durch Freistellungserleichterungen ihrer Arbeitgeber und sozialrechtliche Absicherung schneller eingesetzt werden können. Die Ebola-Epidemie in Westafrika habe gezeigt, dass die Zusammenstellung von geeignetem medizinischem Personal für Einsätze in Krisensituationen nicht zufriedenstellend war. Ein staatlich organisiertes medizinisches Hilfswerk sei eine notwendige Ergänzung, um gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen in Krisengebieten zeitnah eine gesundheitliche Versorgung zu unterstützen, so der Ärztetag.Hilfe beim Wiederaufbau der Gesundheitssysteme im WestafrikaDas Ärzteparlament forderte die Bundesregierung auf, den Wiederaufbau der implodierten Gesundheitssysteme in den betroffenen westafrikanischen Staaten langfristig zu unterstützen. Nach dem Ebola-Ausbruch sei die Versorgung anderer Krankheiten vollständig zusammengebrochen. Die von den Industrienationen geleistete Entwicklungshilfe müsse zu einem großen Teil in die Gesundheitssysteme fließen, um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu sichern. ...
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Zuständigkeit der Ärztekammer für ärztliche Weiterbildung erhalten

Frankfurt am Main - Der 118. Deutsche Ärztetag hat einstimmig den Erhalt der originären Zuständigkeit der Ärztekammern für die fachliche Qualifikation von Ärztinnen und Ärzten gefordert. Diese Zuständigkeit dürfe nicht durch andere Strukturen, die nicht unter der Leitung der Ärztekammern stehen, ersetzt werden.  Der Ärztetag lehnt die Bildung von Kompetenzzentren im Rahmen der Weiterbildung außerhalb des Ärztekammerbereichs ab. Hintergrund ist der aktuell vorliegende Entwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG), der die Regelungskompetenz der Ärztekammern nicht ausreichend beachtet. So wird der Bundesärztekammer und den Ärztekammern zur Regelung der Verfahrensweise zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin auf Bundes- und Landesebene nur ein Informations-, aber kein Einverständnis- bzw. Zustimmungsrecht eingeräumt. „Auch wenn im GKV-VSG vorrangig finanzielle Aspekte bei der Förderung der Weiterbildung geregelt werden, sind bei der Umsetzung der finanziellen Förderung qualitative Aspekte der Weiterbildung (z. B. Verbundweiterbildung) zu berücksichtigen“, heißt es in der Entschließung des Ärzteparlamentes. Die Regelungskompetenz der Ärztekammern dürfe nicht über eine Verknüpfung mit Förderung und Finanzierung untergraben werden, stellte der Ärztetag klar.
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Krankenhaushygiene: Ärzte fordern Aufstockung der Personalschlüssel

(Foto Helliwood media & education) Frankfurt am Main - Wer die Hygiene in den Kliniken verbessern will, sollte dafür sorgen, dass die Personalschlüssel aufgestockt und klar geregelt werden. Diesen Appell richtete der 118. Deutsche Ärztetag an die Politik. So erwähne der Zehn-Punkte-Plan zur Reduktion von Antibiotikaresistenzen der Bundesregierung zwar das Hygieneförderprogramm zur Einstellung von Hygienepersonal. „Leider mangelt es aber in deutschen Krankenhäusern auch bei der täglichen Patientenversorgung an ausreichendem ärztlichen und pflegerischen Personal“, kritisierte der Ärztetag. Sogar in infektiologischen Risikobereichen wie Intensivstationen werde die von den Fachgesellschaften empfohlene Personalbesetzung in der Pflege in der Regel deutlich unterschritten. Dabei zeigten Studien, dass eine hohe Arbeitsdichte das größte Risiko für nosokomiale Infektionen darstelle. Die Abgeordneten des Ärztetages forderten den Ausbau der Lehrstühle für Krankenhaus- und Umwelthygiene. Zudem müsse die Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten in diesem Bereich finanziell gefördert werden.Eine besondere Bedeutung hat nach Ansicht der Ärzteschaft ein mindestens europa-, besser aber weltweites gemeinsames Handeln. „Keime respektieren keine Ländergrenzen“, so das Ärzteparlament....
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

GOÄ-Novelle: Verhandlungen kommen gut voran

Frankfurt am Main – Die Verhandlungen über eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) kommen gut voran. „Der Zug rollt und nimmt jetzt richtig Fahrt auf.“ Das sagte Dr. Theodor Windhorst, Vorsitzender des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer, auf dem Deutschen Ärztetag in Frankfurt. Er verwies unter anderem auf das gemeinsame Informationspaket zur GOÄ, das Bundesärztekammer und Verband der Privaten Krankenversicherung dem Bundesgesundheitsministerium Ende März übergeben hatten. „Seitdem treffen wir uns regelmäßig im Bundesgesundheitsministerium, um das Projekt voranzubringen“, berichtete Windhorst. Im Zusammenhang mit den GOÄ-Verhandlungen hat der Ärztetag gefordert, dass auch die konservativen Leistungen angemessen bewertet werden. Bereits jetzt seien konservative Leistungen im  Vergleich zu operativen Leistungen deutlich schlechter bewertet. Zudem hat der Ärztetag beschlossen, dass die GOÄ eine rein ärztliche Gebührenordnung bleiben soll. Konkret lehnte er eine Gebührenordnung mit Beteiligung von Gebührenordnungspositionen für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ab. Noch vor Abschluss der GOÄ-Novelle sollen nach dem Willen des Ärztetages die in der neuen GOÄ vorgesehenen Gebührenordnungspositionen zur ärztlichen Leichenschau ausgegliedert und zur Abrechnung freigegeben werden. Bislang hat das Bundesgesundheitsministerium eine solche dringend notwendige Vorziehung mit Verweis auf die anstehende GOÄ-Novelle abgelehnt. Mit  der jetzigen Vergütung sei es aber nicht möglich, eine qualitativ hochwertige ärztliche Leichenschau kostendeckend vorzunehmen, so der Ärztetag. In einer weiteren Entschließung zum Themenkomplex GOÄ warnte der Deutsche Ärztetag vor einer Schieflage bei der Mittelverwendung von Beitragsgeldern aufgrund hoher Vermittlungsprovisionen bei der Privaten Krankenversicherung. „Die Abschlussaufwendungen entsprechen allein etwa 50 Prozent der Ausgaben der PKV für ärztliche Leistungen.“ Der Ärztetag forderte eine deutliche Senkung dieser Abschlussprovisionen. Zudem seien die Kosten für Verwaltung und „Leistungsmanagement“ auf den Prüfstand zu stellen. Stattdessen müsse ein größtmöglicher Anteil des Beitragsvolumens der Versicherten für medizinische Zwecke verwendet werden. Der 118. Deutsche Ärztetag tagt vom 12. bis 15. Mai 2015 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/118-deutscher-aerztetag-2015/. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet15 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Anti-Korruptionsgesetz nachbessern

Frankfurt am Main - „Statt Fehlentwicklungen zu beheben, die Ursachen für Kriminalität sein können, wird ausschließlich auf die Mittel des Strafrechts zurückgegriffen.“ Dies kritisierten die Abgeordneten des Deutschen Ärztetages an dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf für ein Anti-Korruptionsgesetz. Das Ärzteparlament warnte davor,  Ärzte ohne fundierte Analyse korruptiver Strukturen und Mechanismen einem gesonderten Straftatbestand zu unterwerfen. Bei der Formulierung des Gesetzesentwurfs zur Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen habe es die Politik versäumt, die Ursachen der Korruption zu analysieren. Notwendig seien valide Erkenntnisse über normabweichende Auffälligkeiten sowie belastbare Statistiken über die Struktur, den Umfang und den Anteil bestimmter Personengruppen an der Korruption. Die Ärzteschaft befürchtet eine massive Rechtsunsicherheit innerhalb der Ärzteschaft und des Gesundheitswesens, sollte das Gesetz in seiner jetzigen Form umgesetzt werden. Das Strafrecht dürfe aufgrund des verfassungsmäßigen Verhältnismäßigkeitsprinzips stets nur ultima ratio sein. „Schon insofern bedarf es eines besonderen Unrechtsgehalts und einer präzisen Definition sämtlicher Tatbestandsmerkmale.“ Die geplante Strafrechtsnorm sei jedoch aufgrund ihrer Unbestimmtheit als verlässliches Instrument zur Korruptionsbekämpfung vollkommen ungeeignet. Das Gesetz müsse die Geberseite in gleichem Maße erfassen wie die Nehmerseite, forderte der Ärztetag. „Korruption findet nicht nur auf einer Seite statt. Der Gesetzgeber ist daher aufgefordert, auch beide Seiten gleich zu behandeln.“ So könnten die Bundesländer Regelungen im Rahmen des Krankenhausrechts erlassen, um branchenwidriges Verhalten durch Krankenhäuser und deren Träger zu verhindern. Darüber hinaus vermisst der Ärztetag eine klare Definition zur Abgrenzung gesundheitspolitisch gewollter Kooperationen nach SGB V. Es bestehe die Gefahr, dass die sektorenübergreifende Zusammenarbeit unter den gesetzlich vorgesehenen Paragrafen des SGB V staatsanwaltliche Ermittlungen nach sich zögen. Dies sei nicht im Sinne einer Verzahnung der Leistungsbereiche des Gesundheitswesens und schade den Patienten.Auch das Einwerben von Drittmitteln im Sinne einer anwendungsbezogenen Forschung darf nach Auffassung der Abgeordneten keine strafrechtliche Relevanz haben. Die Arbeit mit Drittmitteln sei „hochschulpolitisch in hohem Maße erwünscht“. In einem weiteren Antrag forderte der Ärztetag, die sogenannte „Unrechtsvereinbarung“ als Tatbestandsvoraussetzung beizubehalten. Diese Vereinbarung schütze die Ärzte davor, unbewusst in Strafbarkeitsrisiken gelockt zu werden. Der 118. Deutsche Ärztetag tagt vom 12. bis 15. Mai 2015 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/118-deutscher-aerztetag-2015/. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet15 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Ärztetag fordert: Tarifeinheitsgesetz stoppen!

Frankfurt am Main - Der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt am Main hat die Bundesregierung aufgefordert, das geplante Tarifeinheitsgesetz zurückzuziehen. Das Grundgesetz garantiere allen Arbeitnehmern das Recht, sich in Gewerkschaften ihrer Wahl zu organisieren. Das schließe eigene Tarifverträge und das Recht auf Streik mit ein. Mit ihren Plänen zur Tarifeinheit verwehre der Staat jedoch bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern das Recht, eine unabhängige und eigenständige Tarifpolitik zu betreiben. Wenn nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern im Betrieb zur Anwendung kommt, bleibt kein Raum mehr für eine eigenständige Tarifpolitik berufsspezifischer Gewerkschaften. „Das Gesetz ist verfassungswidrig und für die Patientenversorgung gefährlich. Arztspezifische Tarifverträge verbessern die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärztinnen und Ärzte und tragen mit dazu bei, dass die Ärzte der kurativen Medizin in Deutschland erhalten bleiben“, so der Ärztetag. Der Ärztetag appellierte an die Abgeordneten der Regierungsfraktionen: „Lassen Sie keinen Grundrechtsbruch zu. Verweigern Sie dem Tarifeinheitsgesetz Ihre Stimme.“
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Präventionskonferenz: Ärzte fordern Sitz und Stimme

Frankfurt am Main - Der 118. Deutsche Ärztetag hat vom Gesetzgeber für die Ärzteschaft Sitz und Stimme in der mit dem Präventionsgesetz geplanten Nationalen Präventionskonferenz gefordert. Die Abgeordneten wiesen auf die zentrale Position der Ärzte bei der Prävention hin. „Sie sind die wichtigsten Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten und können direkten Einfluss auf deren Gesundheitsverhalten nehmen. Sie kennen die gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung und spezifischer sozialer Gruppen“, heißt es in der Entschließung des Ärzteparlaments. Wie aus dem Entwurf des Präventionsgesetzes hervorgeht, soll sich die Nationale Präventionskonferenz aus Sozialversicherungsträgern, Ministerien sowie Länder- und Patientenvertretern zusammensetzen. Auch ein Sitz in dem beratenden Präventionsforum stelle „keine adäquate Einbeziehung ärztlichen Sachverstandes dar“, so der Ärztetag. Vor dem Hintergrund des aktuellen Masern-Ausbruchs in Deutschland forderte der Ärztetag außerdem, den Nationalen Aktionsplan 2015 – 2020 zur Elimination der Masern und Röteln zu verabschieden und konsequent umzusetzen. Beim Thema Impfschutz sieht die Ärzteschaft auch die Landesregierungen in der Pflicht. Sie sollten den Besuch von Kindergärten oder Schulen nur noch bei nachgewiesenem vollständigem Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission oder bei nachgewiesener medizinischer Gegenindikation erlauben.In einem weiteren Entschließungsantrag sprachen sich die Abgeordneten dafür aus, auch die Primärprävention der intrauterinen und perinatalen Programmierung im Präventionsgesetz zu berücksichtigen. Ein Drittel der Neugeborenen trage das lebenslange Risiko für Hypertonus, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen in sich, weil ihre Mütter übergewichtig seien oder sich in der Schwangerschaft falsch ernährten. Durch intensive Aufklärung könnten Ärzte dazu beitragen, diese Krankheiten zu vermeiden. Deshalb gehörten diese Erkrankungen in die Aufzählung der Ziele ins Präventionsgesetz. Der 118. Deutsche Ärztetag tagt vom 12. bis 15. Mai 2015 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/118-deutscher-aerztetag-2015/. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet15 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

Zentrale Maßnahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes überarbeiten

Frankfurt am Main - Der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt am Main hat den Gesetzgeber aufgefordert, zentrale Maßnahmen des geplanten GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes zu überarbeiten, beziehungsweise zu revidieren. „Insbesondere die Pläne für den Zwangsaufkauf von Vertragsarztsitzen, die Einrichtung von Terminservicestellen und die geplante Zweitmeinungsregelung greifen massiv in die Kompetenz der ärztlichen Selbstverwaltung ein und sind zu revidieren“, heißt es in einer Entschließung des Ärzteparlamentes. Gravierende Eingriffe in die Selbstverwaltung würden auch durch die „Quasi-Sektionierung“ des Systems der Kassenärztlichen Vereinigungen vorgenommen. Mit den Gesetzesplänen werde die Politik staatlicher Eingriffe in die freiheitliche Berufsausübung fortgesetzt. Mit Blick auf die geplante Krankenhausreform forderte das Ärzteparlament die Länder auf, endlich ihren Investitionsverpflichtungen für die Kliniken nachzukommen. „Die Verpflichtung der Länder, mindestens den Durchschnitt ihrer Förderung der Jahre 2012 bis 2014 fortzuführen, heißt nichts anderes, als dass die unbestritten unzureichende Finanzierung beibehalten wird.“ Notwendig sei zudem eine Neukonzeption des DRG-Fallpauschalensystems, unter anderem im Sinne einer stärkeren Berücksichtigung von steigenden Ausgaben zum Beispiel durch Tarifanpassungen. „Erforderlich ist eine volle Refinanzierung der Personalkostensteigerungen im Krankenhaus, um eine adäquate Stellenbesetzung und damit Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, die den Erhalt der Qualität der medizinischen Versorgung gewährleisten können.“ Der Ärztetag warnte, Personalmangel führt zu Qualitätsmängeln auch bei der Hygiene. Bei der Umsetzung der von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigten Qualitätsoffensive im Gesundheitswesen forderten die Abgeordneten des Ärztetages praxisnahe und patientenorientierte Lösungen. Zwar sei es möglich, die Rahmenbedingungen für gute Qualität bundeseinheitlich zentral zu gestalten. Unerlässlich sei jedoch die Expertise der Ärztekammern systematisch miteinzubeziehen. Bedenklich sei, dass die Qualitätsindikatoren in erster Linie als Messinstrument für finanzielle Zu- und Abschläge genutzt werden sollen. „Damit geht es bei der Qualitätsoffensive nicht vorrangig um die Verbesserung der Patientenversorgung, sondern um die Einführung eines zusätzlichen Steuerungsinstrumentes für die Krankenkassen“, so der Ärztetag.Intensiv befasste sich der Ärztetag auch mit der Förderung des ärztlichen Nachwuchses. Um den Mangel an Arztstunden in Deutschland nachhaltig zu beheben, müsse bereits im Medizinstudium angesetzt werden. „Der Ärztetag forderte die Gesundheits- und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern auf, den im Koalitionsvertrag angekündigten Masterplan Medizinstudium 2020 zügig umzusetzen. Notwendig seien vor allem ausreichend Mittel für Forschung und Lehre, angemessenere Auswahlverfahren bei der Studienplatzvergabe und die Stärkung der Rolle der Allgemeinmedizin im Studium. In einer weiteren Entschließung forderten die Abgeordneten des Ärztetages die Politik auf,  die Ärzteschaft bei der Förderung der Patientensicherheit zu unterstützen und „zu einer Kultur der gemeinsamen Verantwortung beizutragen“. Deutschland nehme bei der Patientensicherheit international eine Spitzenposition ein. Diese gelte es auszubauen. Vor dem Hintergrund der Debatte über eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht in Folge der Germanwings-Katastrophe stellte der Ärztetag klar, dass Ärzte nur in bestimmten Ausnahmefällen Auskunft geben dürfen. Auch gelte die Schweigepflicht über den Tod des Patienten hinaus. Die Abgeordneten des Ärztetages lehnten eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht strikt ab. Auch einzelne Diagnosen oder Diagnosegruppen dürfen von den bestehenden Regelungen zur ärztlichen Schweigepflicht nicht ausgenommen werden. „Erkrankte müssen die Möglichkeit haben, sich ihrem Arzt im vertraulichen Gespräch zu öffnen.“ Der Ärztetag forderte zudem eine rechtliche Aufarbeitung der von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach der Flugzeugkatastrophe erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse von Arztpraxen. „Der Respekt vor der Schweigepflicht gilt nicht nur für Ärzte, sondern auch für Gerichte und Ermittlungsbehörden“, so der Ärztetag. Der 118. Deutsche Ärztetag tagt vom 12. bis 15. Mai 2015 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/118-deutscher-aerztetag-2015/. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet15 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden. ...
Patienteninformation 12.05.2015

Masern: Impfung bei Kindern und Nachholimpfung

Auf zwei Seiten vermitteln die Patienteninformationen „Masernimpfung bei Kindern – was Sie wissen sollten“ und „Nachholimpfung – bin ich vor Masern geschützt?“ wichtige Fakten und praktische Tipps zum Thema Masern und Impfschutz. Es gibt einen wirksamen Schutz vor Masern: eine Impfung, die in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet wird. Experten empfehlen Kindern zwei Impfungen im Alter von 11 bis 23 Lebensmonaten. Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankung. Aktuelle Masernausbrüche haben gezeigt, dass vor allem Jugendliche und junge Erwachsene nicht ausreichend geschützt sind. Daher empfehlen Experten Jugendlichen, versäumte Impfungen nachzuholen. Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, wird eine einmalige Masernimpfung empfohlen, wenn sie bisher nicht oder nur einmal geimpft wurden oder unsicher über einen ausreichenden Schutz sind. Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Steckt sich jemand an, so bricht die Krankheit fast immer aus. Typische Krankheitszeichen sind Fieber und Hautausschlag am ganzen Körper. Oft besteht ein schweres Krankheitsgefühl. Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht, nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden. Ernste Folgeerkrankungen wie etwa Lungen- oder Gehirnentzündung können besonders bei Säuglingen, aber auch bei Erwachsenen auftreten. Schätzungen zufolge versterben von 1000 Erkrankten etwa 1 bis 3 an Masern und deren Folgen. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten" entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Masernimpfung bei Kindern – was Sie wissen sollten“ [PDF] „Nachholimpfung – bin ich vor Masern geschützt? [PDF]