News-Archiv

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Fernbehandlung 22.12.2015

BÄK legt berufsrechtliche Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung vor

Berlin – Die Bundesärztekammer hat Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung (§ 7 Absatz 4 der Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte – MBO-Ä) veröffentlicht. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Einsatzes telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung wird in dem Papier der Passus zur Fernbehandlung detailliert erläutert und ausgelegt. „Ärztinnen und Ärzte können sich hier informieren, welche telemedizinischen Versorgungsmodelle mit der aktuellen Berufsordnung für Ärzte vereinbar sind“ so Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender der Projektgruppe der Bundesärztekammer, die die Erläuterungen gemeinsam mit Juristen und Telemedizin-Experten erarbeitet hat. „Die Hinweise und Erläuterungen zeigen, dass ein sehr weites Spektrum telemedizinischer Versorgung mit unserer Berufsordnung vereinbar ist." In der Veröffentlichung  werden die Voraussetzungen des § 7 Absatz 4 MBO-Ä und der Regelungszweck erläutert sowie die Auslegung der Norm anhand telemedizinischer Versorgungsmodelle dargestellt. Die Modelle wurden von der Arbeitsgruppe Telemedizin der Bundesärztekammer erarbeitet und beschreiben schematisch unterschiedliche Gruppen telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung. Das Dokument bietet einen Überblick über die rechtlich zulässigen und unzulässigen Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten nach § 7 Absatz 4 MBO-Ä. Die Hinweise und Erläuterungen sind auf § 7 Absatz 4 MBO-Ä fokussiert. Deshalb wird auf die weiteren Pflichten aus der Berufsordnung und dem Behandlungsvertrag, beispielsweise die Sorgfaltspflichten, nicht gesondert eingegangen. Diese sind auch bei telemedizinischen Verfahren zu beachten. Abgestimmt wurden die Hinweise und Erläuterungen mit dem für die Auslegung der (Muster-)Berufsordnung zuständigen Ausschuss in der Bundesärztekammer. „Die Erläuterungen schaffen für Ärztinnen und Ärzte in dem sehr dynamischen Entwicklungsfeld der Telemedizin Klarheit, welchen rechtlichen Rahmen die Berufsordnung vorgibt“, so Dr. Udo Wolter, Vorsitzender des Ausschusses Berufsordnung. Hinweise und Erläuterungen zu § 7 Absatz 4 MBO-Ä (Fernbehandlung) [PDF]Stand 11.12.2015 
Impfpflicht 17.12.2015

Montgomery für gesetzliche Impfpflicht für Kinder

Berlin - Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery unterstützt den Beschluss des CDU-Parteitags für eine "gesetzliche Grundimpfpflicht für Kleinkinder". "Wir müssen den ernsthaften Versuch unternehmen, für alle Kinder Impfschutz herzustellen, auch wenn es immer Eltern geben wird, die sich trotz Aufklärung verweigern", sagte Montgomery der Rheinischen Post (17.12.2015). Mit Impfungen übernähmen Eltern nicht nur Verantwortung für das eigene Kind, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.
Allgemeinmedizin 16.12.2015

Evaluation der allgemeinmedizinischen Weiterbildung ─ Fünfter Bericht vorgelegt

Berlin – Die Zahl der geförderten Allgemeinmediziner in Weiterbildung ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Im ambulanten Bereich haben im Jahr 2014 im Vergleich zum Start des Programms im Jahr 2010 etwa 50 Prozent mehr Ärzte eine Förderung erhalten (gestiegen von 3.258 auf 4.902 Ärzte). Im Jahr 2014 waren rund 31 Prozent der Weiterzubildenden in Teilzeit tätig. Im stationären Bereich waren im Jahr 2014 insgesamt 2.583 Ärzte im Förderprogramm registriert. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 34 Prozent im Vergleich zum Start des Förderprogramms im Jahr 2010. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der registrierten Ärzte im stationären Bereich um rund sieben Prozent an. Dies sind Ergebnisse des fünften Evaluationsberichts zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, der jetzt erschienen ist und in den auch die Entwicklung der sogenannten Koordinierungsstellen auf Landesebene einbezogen wurde. Die Partner des Förderprogramms sind der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter Beteiligung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und der Bundesärztekammer (BÄK). Grundlage ist die zum 1. Januar 2010 in Kraft getretene Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in der ambulanten und stationären Versorgung. Ihr Ziel war unter anderem, die Rahmenbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zu verbessern. Die Vertragspartner verständigten sich auf eine jährliche Evaluation, beginnend mit dem Jahr 2010, um die Auswirkungen des Förderprogramms darzustellen. Eine solche Weiterbildungsinitiative ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, reicht allein jedoch nicht aus, um eine ausreichende Anzahl von Hausärzten für die Versorgung im ländlichen Raum zu erhalten. Die gesetzlichen Änderungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes geben der ambulanten Weiterbildung weitere wichtige Impulse. KBV, GKV-Spitzenverband und DKG verhandeln gegenwärtig unter Beteiligung des PKV-Verbandes sowie der Bundesärztekammer eine neue Fördervereinbarung.
Versorgungsforschung 15.12.2015

Montgomery: Versorgungsforschung politisch anerkannt

Berlin - „Mittlerweile hat die Politik die Versorgungsforschung entdeckt“, sagte Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), auf dem Symposium „Zwischen Wissenschaft und Gesundheitspolitik: Instrumente der ärztlichen Selbstverwaltung für eine evidenzbasierte, sichere und effiziente Patientenversorgung“, das die BÄK im Rahmen ihrer Initiative zur Versorgungsforschung organisiert hat. Mit der Implementierung des Innovationsfonds durch das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) werde die Bedeutung der Versorgungsforschung als Instrument der Gesundheitssystemanalyse nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch anerkannt, so Montgomery. Prof. Dr. Thomas Mansky von der Technischen Universität Berlin unterstrich die Bedeutung der Versorgungsforschung für eine Sicherstellung des aktuellen Leistungsniveaus im deutschen Gesundheitswesen und gab zu bedenken: „Versorgungsforschung muss auch und gerade umstrittene Fragen im Gesundheitswesen ansprechen und damit unbequem sein.“ Die Erwartungen der Politik an dieses Instrumentarium fasste Dr. Regina Klakow-Franck, Unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), zusammen: „Die Versorgungsforschung soll den G-BA im Sinne eines wissenschaftsbasierten Entscheidungsmanagements befruchten.“ Als wichtige Voraussetzung für den Erfolg der im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Forschungsvorhaben nannte sie die Fokussierung der Versorgungsforschung auf den konkreten Weiterentwicklungsbedarf in der Regelversorgung sowie die Einbettung der Einzelprojekte in ein Rahmenkonzept, mit dem die Umsetzung prioritärer Versorgungsziele strategisch verfolgt werden kann. Da der notwendige Strukturwandel nicht allein Wissen, sondern eine Verhaltensänderung der verschiedenen Akteure voraussetze, solle Versorgungsforschung sich nicht ausschließlich als Datenlieferant verstehen, sondern stärker als in der Vergangenheit sich auch für sozialwissenschaftliche Methoden öffnen und organisationales Lernen unterstützen, so Klakow-Franck. Die Vertreter aus Wissenschaft, Politik und ärztlicher Selbstverwaltung diskutierten darüber hinaus über Richt- und Leitlinien als Instrumente für eine evidenzbasierte, sichere und effiziente Patientenversorgung. So legte Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), am Beispiel der Brustkrebstherapie dar, welche hochsignifikante Outcome-Verbesserung durch eine leitlinienkonforme Therapie erreicht werden könne. „An diesem Beispiel zeigt sich, dass eine nicht leitlinienkonforme Therapie einen Überlebenszeitverlust von bis zu 30 Prozent bedeuten kann.“ Ein großes Potential für die Versorgungsforschung sieht Kreienberg in der Leitlinienevaluation. Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz, befasste sich mit den Grundpfeilern der ärztlichen Selbstverwaltung und ihren Zielgrößen, dem Patienten- und Gemeinwohl. „Mittlerweile hat sich die evidenzbasierte Medizin als grundlegendes Element in der Führungsstrategie der ärztlichen Selbstverwaltung entwickelt“, sagte Jonitz. Dies zeige sich u. a. dadurch, dass die Ärzteschaft nicht nur ihrem gesetzlichem Auftrag zur Richtlinienerstellung nachkomme, sondern darüber hinaus eine beachtliche Zahl an Leitlinien auf freiwilliger Initiative erstelle. In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Akteure aus dem Gesundheitswesen unter Beteiligung von Lutz Stroppe, Staatssekretär des Bundesministeriums für Gesundheit, die Erwartungen und Perspektiven für das Zusammenwirken von Wissenschaft und Gesundheitspolitik. Dabei bestand Einigkeit darin, dass politische Entscheidungen auf der Basis einer guten wissenschaftlichen Evidenz getroffen werden sollten und dass der Versorgungsforschung eine wichtige Rolle bei der Gesundheitssystemsteuerung zukomme. Die Experten warnten vor einer Verschlechterung der Forschungsbedingungen in Deutschland. Sie plädierten sowohl für eine Stärkung der Universitätsmedizin mit ihren drei Säulen Forschung, Lehre und Versorgung wie auch für einen intensiveren Dialog mit der Politik zu methodischen und strukturellen Fragen. Ziel müsse es sein, das Gesundheitssystem im Dialog von Wissenschaft und Forschung als „lernendes System“ auszurichten. Ausgerichtet wurde das Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Peter Scriba, langjähriger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, der im August dieses Jahres seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Peter Scriba verkörpert die Mittlerfunktion zwischen Wissenschaft und Gesundheitspolitik in besonderem Maße. Die anwesenden Kollegen, Weggefährten und Schüler unterstrichen auf eindrucksvolle Weise sein herausragendes Engagement als Arzt und Wissenschaftler, der sich in unterschiedlichen Positionen für die kontinuierliche Verbesserung der Versorgungsqualität einsetzt....
Flüchtlingsgipfel 14.12.2015

BÄK-Präsident Prof. Dr. Montgomery zum Flüchtlingsgipfel

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat erneut bekräftigt, dass eine angemessene medizinische Versorgung der Flüchtlinge aus ärztlicher Sicht möglich sei. „Sie schleppen keine infektiösen Krankheiten ein, wie wir das ursprünglich befürchtet haben“, erklärte Montgomery im Anschluss an den Flüchtlingsgipfel im Bundeskanzleramt in einem Video-Interview. Die Flüchtlinge bräuchten nach der Erstuntersuchung eine Gesundheitskarte, um in das Regelsystem eingegliedert zu werden.
AkdÄ 07.12.2015

Vorstand der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft neu gewählt

Berlin – Die ordentlichen Mitglieder der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 04.12.2015 in Berlin ihren neuen Vorstand gewählt. Vorsitzender ist der Berliner Internist, Hämatologe und Onkologe Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, der seit 2007 dieses Amt innehat und nun zum vierten Mal gewählt wurde. Als sein Stellvertreter wurde der niedergelassene Facharzt für Allgemeinmedizin Prof. Dr. Wilhelm Niebling (Titisee-Neustadt) gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstands der AkdÄ sind der Gastroenterologe Prof. Dr. Daniel Grandt (Saarbrücken) und der Klinische Pharmakologe Prof. Dr. Bernd Mühlbauer (Bremen), die ebenfalls bereits dem bisherigen Vorstand angehört hatten. Neues AkdÄ-Vorstandsmitglied ist Frau PD Dr. Martina Pitzer, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Karlsruhe). Prof. Ludwig bedankte sich bei der Klinischen Pharmakologin und Internistin Frau Prof. Dr. Ursula Gundert-Remy (Berlin), die von 2007 bis 2015 die Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden innehatte und sich nicht mehr zur Wahl stellte. Sie steht auch weiterhin den Pharmakovigilanzgremien der AkdÄ vor. Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, überbrachte die Glückwünsche des Vorstands der Bundesärztekammer und würdigte die Arbeit des Vorstands der AkdÄ. In seinen Worten hob er die wichtige Funktion der AkdÄ als unabhängiger wissenschaftlicher Fachausschuss der Bundesärztekammer hervor. In einer ersten Stellungnahme betonte Prof. Ludwig, dass die weitere Beteiligung an den Verfahren zur Nutzenbewertung von neu zugelassenen Arzneimitteln und die unabhängige Information der deutschen Ärzteschaft zur rationalen Pharmakotherapie auch künftig die Arbeitsschwerpunkte der AkdÄ sein werden. Und auch die Arzneimittel(therapie)sicherheit bleibt weiterhin ein wichtiges Ziel der Arbeit der AkdÄ.